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Dossier - Lateinamerika

Argentinien

Noch vor wenigen Jahren stand Argentinien vor dem Scherbenhaufen seiner Politik. Die Wirtschaft fiel in eine tief greifende Rezession. Der Mittelstand verarmte. Von dieser Entwicklung waren auch die demokratischen Institutionen bedroht. Die offene Feindseligkeit gegenüber der politischen Elite wuchs sich zu enormen sozialen Protesten aus. Arbeitnehmer besetzten ihre Betriebe, die "Piqueteros" errichteten Straßenblockaden. Erst der wirtschaftliche Aufschwung beendete diese chaotischen Zustände, heute erholt sich Argentinien zunehmend von seiner jüngeren Krise.

Klaus Bodemer

Politische Geschichte Argentiniens

Als chronisch instabil hat sich die Geschichte Argentiniens im 20. Jahrhundert erwiesen. Erst mithilfe eines ökonomischen Aufschwungs festigten sich zunehmend die politischen Strukturen. Viele gesellschaftliche Probleme sind jedoch ungelöst geblieben.

Timo Berger

Soziale Bewegungen in Argentinien

In Argentinien hat sich ein System des sozialen Protagonismus etabliert, der sich von vielen Bewegungen in anderen Staaten Lateinamerikas unterscheidet. Er agiert unabhängig von den Gewerkschaften, ist horizontal aufgebaut und fällt Entscheidungen im Konsens. Dieses Konzept birgt allerdings auch Risiken.

Anne Huffschmid

Außerirdische und Invasoren:

Sechs Jahre nach dem Börsen-Crash stehen in Buenos Aires die Zeichen auf Boom und Normalisierung. Im Schatten dieses Aufschwungs stehen die Villas Miseria, die Armensiedlungen der Innenstadt. Mit neuen Strategien kultureller Selbstbehauptung treten einige von ihnen nun an die Öffentlichkeit.

Timo Berger

Fabriken in Arbeiterselbstverwaltung

Die Rezession trieb unzählige Unternehmen in den Ruin. Einige der Angestellten wollten den Wegfall ihres Arbeitsplatzes nicht widerstandslos hinnehmen. Sie beschlossen, die Produktionsstätten nach der Schließung zu besetzen und in Eigenregie wieder in Betrieb zu nehmen. Heute werden mehr als 100 Fabriken von ihren Arbeitern selbst verwaltet.

Timo Berger

Direkte Aktionen und Selbstorganisation im Stadtviertel

Im Zuge der Privatisierung einer staatlichen Erdölgesellschaft kam es Mitte der Neunziger in Cultral-Có und Plaza Hunicul zu Massenentlassungen. Die Arbeitslosen wussten sich nicht anders zu helfen, als lautstark und mit Straßenblockaden zu protestieren. Eine neue Bewegung, die Piqueteros, war geboren.

Timo Berger

Wahrheit und Gerechtigkeit

Die Madres gelten in Argentinien als nationale Institution. Sie betreiben eine eigene Zeitung und sogar eine Universität. Finanziell unterstützt werden sie von Menschenrechtsorganisationen und durch Spenden. Ihr Anliegen: Licht in die Zeit der Militär-Diktatur zu bringen, in der ihre Söhne und Töchter verschwanden.

Karen Naundorf

Weitermachen

Seit zehn Jahren leiten Arbeiter in Argentinien eine Fliesenfabrik. Sie wollten nicht auf der Straße sitzen, als das Unternehmen Konkurs anmeldete. Also machten sie weiter. Die Geschichte einer Revolution.

Kristina Hille

Reaktivierte Unternehmen: Die empresas recuperadas in Argentinien

2001 geriet Argentinien in eine verheerende Wirtschaftskrise. Um ihre Arbeitsplätze zu retten, besetzten über 10.000 Arbeitnehmer ihre Betriebe und bewahrten so viele Werke vor der Schließung.

Claudia Zilla

Erfahrung der Zeit - politische Kultur in Argentinien und Brasilien

Von Europa aus gesehen mag Lateinamerika als ein politisch-kultureller Raum erscheinen. Doch bei näherer Betrachtung treten die nationalen Unterschiede deutlich zutage.

Fischer Weltalmanach

Zahlen und Fakten

Argentinien im statistischen Überblick, alle wichtigen Zahlen und Fakten zu Demographie, Politik und Wirtschaft auf einen Blick.


 
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