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Bilder in Geschichte und Politik
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Herrscherbilder |
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| Alexandra Dolezych |
Bildnisse fungieren als Stellvertreter realer Personen, bezeugen also in Abwesenheit deren Präsenz. Herrscherbilder repräsentieren vornehmlich die gesellschaftliche Stellung und Funktion des Dargestellten; psychologisierende Schilderungen des äußeren Charakters und die Visualisierung von Ausdruck und Emotionalität sind zweitrangig. Die Darstellungsmodi wechseln im Verlauf der Zeit, so dass das Bild des Herrschers in Form und Aussage variiert. Als wichtiges Prinzip der Darstellung eines Potentaten gilt die Erkennbarkeit seines Herrschaftsanspruchs anhand von Insignien wie Krone und Zepter; allerdings gehören Symbole nicht zu allen Zeiten notwendigerweise zum Ausdruck der Herrschaftslegitimation. Andere Parameter dienen dann als Chiffren der Macht.
Das klassische Cesarenbild
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Augustus von Primaporta, Quelle: wikipedia.org
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Die frühen römischen Potentaten wurden vor allem in Form von Plastiken dargestellt. Die Porträtbüste Caesars kennzeichnet den Ausklang republikanischer Porträtkunst. Der bis dahin vorherrschende individuelle Ausdruck des Dargestellten erfährt nun eine herrschaftliche Attitüde: die Gesichtszüge werden streng, um staatsmännische Klugheit und Überlegenheit zu vermitteln. Mit dem Beginn des römischen Kaiserreiches wurde die Kunst staatstragend. Das ursprünglich vielfarbige Standbild Augustus von Primaporta verdeutlicht das neue Verständnis von Herrschaft. Augustus begegnet dem Betrachter stehend, den rechten Arm zum Weisegestus erhoben, die linke Hand umfasste ursprünglich ein Zepter oder eine Lanze. Die Kopfpartie spiegelt, trotz individueller Gesichtszüge, stärker als bei Caesar den Idealtypus des Herrschers wider. Die Kleidung besteht aus einer kurzen Tunika, Feldherrenmantel und Muskelpanzer. Die Füße bleiben nackt, was als ein Hinweis auf den göttlichen Rang des Dargestellten zu lesen ist. Zu Füssen des Augustus reitet ein kleiner Amor auf einem Delfin, ein Hinweis auf die göttliche Abstammung des Hauses der Julier von der Venus. Hervorzuheben ist der bildreiche Muskelpanzer, auf dem neben einer Vielzahl von Göttern u.a. Personifikationen eroberter Provinzen zu sehen sind.
Antike Herrscher
Knapp vierzig Jahre später zeigt das Bildnis Claudius als Jupiter (Abb. 3) den Kaiser überwiegend in göttlicher Nacktheit, ihm zu Füssen der Adler, das Symboltier Jupiters, des höchsten römischen Gottes. Die Statue verdeutlicht, dass der göttliche Anspruch kaiserlicher Macht manifester Bestandteil der politischen Systems im römischen Kaiserreich wurde.
Eine Steigerung der Gleichsetzung des Kaisers mit den Göttern veranschaulicht die um 190 n. Chr. entstandene Darstellung von Commodus als Herkules (Abb. 4). Die nackte Halbfigur des Kaisers, der sich als Inkarnation des Herkules verehren ließ, ist mit Attributen des Heroen, Löwenfell und Herkuleskeule, ausgestattet. Vom Ruhm des Herrschers künden u.a. die Weltkugel als Symbol der Weltherrschaft und prall gefüllte Füllhörner als Symbol des durch die Herrschaft des Kaisers erreichten Wohlstandes im Reich.
Einem weiteren Typus in der Herrscherdarstellung der römischen Zeit begegnet man im Reiterstandbild Marc Aurels, das nach 166 n. Chr. entstanden ist (Abb. 5). Der Kaiser wird auf einem Pferd sitzend gezeigt, was ihn im Vergleich zum Typus der stehenden Gestalt zweimal erhöht: durch den Sockel und das Pferd, das zugleich Symbol des ritterlichen Standes ist. Die majestätische Wirkung des Reiterstandbildes wurde durch die vergoldete Bronze verstärkt.
06. Februar 2007 |
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