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Dossier
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Am liebsten eine Eigentumswohnung |

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Liu Xue berichtet aus Schanghai
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Für die Menschen in Schanghai ist das Thema Wohnen extrem wichtig. Normalerweise unterhalten sich die Schanghaier meistens darüber. Denn jeder möchte eine eigene Wohnung haben.
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Zur Person |
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Xue Liu wurde 1972 in Hei Long Jiang im Nordosten Chinas geboren. 1994 hat sie an der Pekinger Universität ihren Bachelor in Biologie abgeschlossen. Sie zog dann nach Schanghai und machte an der Universität von Schanghai ihren Master in Biochemie. Von 2003 bis 2006 war Xue Liu Studentin der Biomedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und schloss mit ihrem Master ab. Heute lebt Xue Liu mit ihrem Mann und ihrem 10-jährigen Sohn wieder in der Metropole Schanghai im Zentrum Xin Hua Road. |  |
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Als ich nach meinem Studienabschluss im Jahr 1994 von Peking nach Schanghai gezogen bin, musste ich feststellen, dass es sehr schwer war, eine Wohnung zu finden. Da ich an einer Universität in Schanghai arbeitete, wurde mir von dieser ein sehr günstiges Zimmer angeboten. Leider musste ich es mit zwei Frauen teilen. Aber ich war froh ein Zimmer zu haben, denn zu jener Zeit war es fast unmöglich, eine Wohnung finden. Wohnungen waren eine Mangelware in Schanghai, wo bis 1994 kaum gebaut wurde. 1995 habe ich dann geheiratet. Mein Mann und ich mieteten eine kleine Wohnung mit rund 30 Quadratmetern. Aber die Miete dafür war sehr teuer: Ich verdiente rund 60 Euro im Monat und die Miete lag bei monatlich 100 Euro.
Die Miete frisst einen Großteil des Gehalts
1996 wurde dann mein Sohn geboren und noch im selben Jahr bekam mein Schwiegervater eine große Wohnung mit rund 110 Quadratmetern von seinem Unternehmen zur Verfügung gestellt. Wir sind dann zu meinen Schwiegereltern gezogen und wohnten mit fünf Personen zusammen. Nach sechs Jahren kam im Jahr 2002 mein Sohn in die Grundschule. Zu dieser Zeit wurden in Schanghai viele Hochhäuser gebaut und es war recht einfach, eine Wohnung zu finden. Natürlich waren die Mieten nach wie vor teuer: Normalerweise machen sie 30 bis 50 Prozent des Gehalts aus. Deshalb kaufen auch mehr und mehr Leute Eigentumswohnungen.
Um eine gute Grundschule für meinen Sohn zu finden, haben wir in einem zentralen Distrikt eine Wohnung gekauft. Sie ist sehr groß und schön, mit rund 125 Quadratmetern. Die Wohnung hat ein Schlaf- und ein Kinderzimmer, ein Arbeits- und ein Wohnzimmer, zwei Bäder und eine Küche. Der Preis lag im Jahr 2002 bei 80.000 Euro.
Aufschwung und der Wunsch nach einer Eigentumswohnung
Doch mittlerweile steigen die Preise für Eigentumswohnungen in Schanghai stetig. Schon heute hat der Preis unserer Wohnung das Doppelte erreicht: rund 160.000 Euro. Momentan bezahlt man für einen Wohnungskauf in einem zentralen Distrikt mindesten 2.500 Euro pro Quadratmeter, für Wohnungen außerhalb des Stadtzentrums im Durchschnitt 1.000 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter. Heute gibt es in Schanghai über 4.000 Gebäude, die mindestens 16 Etagen zählen. Und obwohl die Preise für Eigentumswohnungen so teuer sind, möchten die meisten Schanghaier eine eigene Wohnung besitzen. Dafür nehmen sie Kredite bei den Banken auf. Denn zugleich sind die Schanghaier sehr zuversichtlich was die chinesische Wirtschaftsentwicklung angeht.
Gegenwärtig planen ich und meine Familie in ein bis zwei Jahren ein größeres und schöneres Haus mit dann über 200 Quadratmetern in Schanghai zu kaufen. Natürlich ist ein Haus in Schanghai sehr teuer, weswegen mein Mann und ich hart arbeiten, um mehr zu verdienen. Da wir in Schanghai oft umgezogen sind, freue ich mich, dass unsere Wohnungen immer größer geworden sind. Das bedeutet, dass sich unser Lebensstandard immer weiter erhöht hat und sich damit Chancen und Hoffnungen in unserem Leben erfüllt haben. Denn nur wenn man hart arbeitet, wird man sein Leben auch verbessern können. |
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Die Chinesen sind begeisterte Urbanisten
Der Dipl.-Ingenieur Eduard Kögel ist Experte für Stadtplanung und Städtebau in China. Die Architektur in chinesichen Großstädten seit teils noch banal, aber zunehmend entstehe ein eigener wertvoller Stil. Die Menschen in den Städten seien begeisterte Urbanisten, so Kögel. |
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