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Dossier Fußball-WM 2006
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Italien |
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| Philipp Kreisselmeier |
Silvio Berlusconi hat seine Partei nicht ohne Grund Forza Italia genannt. Das Wort forza kann zwar auch "Kraft“ heißen (oder "Macht“, etwa im Opern-Titel La forza del destino) – vor allem aber war und ist forza, Italia! der Schlachtruf, mit dem die italienischen Zuschauer bei Länderspielen ihre Elf anfeuern. Und so hat der wort-spielerische Parteiname für so gut wie die ganze Nation einen sympathischen Klang; denn Italien ist ein Land der Fußballbegeisterten. Kaum jemand, der nicht "seinen" Verein zu nennen wüsste, egal ob Arbeiter bei der Müllabfuhr oder Ministerialdirigent, ob Hausfrau oder Universitätsprofessorin. Tifosi nennt man bekanntlich die italienischen Sportbegeisterten; der Begriff hängt mit dem Typhus zusammen und macht deutlich, dass es sich da um eine Ansteckung handelt, der schwer zu widerstehen ist. Die Krankheit Fußball ist von England aus eingeschleppt worden und hat hier schneller Fuß gefasst als anderswo auf dem Kontinent. So gründlich, in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, dass die Weltmeisterschafts-Würde von 1934 und 1938 an die Squadra azzurra ging – die erste Titelverteidigung, und eine von nur zweien in der Geschichte der Fußball-WM (die andere gelang Brasilien, 1958/62), die 1930 begonnen hat.
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Zur Person |
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Philipp Kreisselmeier, Jahrgang 1958, lebt und arbeitet seit 1999 in Rom. Sein beruflicher Werdegang führte von der Landkreis-Beilage der Süddeutschen Zeitung über ein Sprecherseminar beim Bayerischen Rundfunk zur BBC, wo er vier Jahre als Redakteur beim deutschen Dienst arbeitete. Später heuerte er in der Gründungsredaktion von B5 aktuell in München an, bis ihn der Bayerische Rundfunk als Korrespondent nach Rom schickte. Seit 2005 arbeitet Kreisselmeier als freier Autor für Hörfunk und Print. |  |
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 |  | Giuseppe Meazza
An den Star, der an beiden Turnieren teilnahm - in Frankreich 1938 als der alles entscheidende Regisseur des Teams - an Giuseppe Meazza erinnert heute der offizielle Name des berühmten Mailänder San-Siro-Stadions (das so wenig San Siro heißt wie der römische Flughafen Fiumicino Fiumicino: das ist nämlich der Aeroporto Leonardo Da Vinci…, und die Arena der norditalienischen Wirtschaftsmetropole heißt eben offiziell: Giuseppe-Meazza-Stadion). Nur die ältesten Milanesen erinnern sich freilich noch persönlich an einen berühmt gewordenen Zwischenfall von 1938: Im WM-Halbfinale gegen Brasilien riss Meazzas Hosengummi - ausgerechnet kurz bevor er einen Elfmeter schießen sollte. Nun, auch damals wurden Strafstöße mit dem Fuß ausgeführt; so hatte Meazza die Hand frei, um die Hose festzuhalten. Vor allem aber hatte er die Nerven, den Elfer trotz des Handicaps ungerührt zu verwandeln. So groß war unter anderem deswegen seine Popularität, dass er mehrmals zwischen den Lokalrivalen Inter und Milan wechseln konnte, ohne es sich deshalb mit seinen Mitbürgern und Fans zu verscherzen.
05. Dezember 2005 |
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