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Dossier Parteien

Die NPD – Wähler und Mitglieder

Florian Blank
Die Mitgliederzahl der NPD unterlag in der Vergangenheit großen Schwankungen, auch in Abhängigkeit von ihren Wahlerfolgen. Während über die Mitliederstruktur relativ wenig bekannt ist, verraten Wahlstatistiken einiges über die Struktur der Wähler.

Mitglieder

Im Jahr 1996 hatte die NPD noch 3.500 Mitglieder. Seither gelang es der Partei, ihre Mitgliederzahl zu erhöhen, sie blieb jedoch größeren Schwankungen unterworfen. 2008 hatte die Partei 7.000 Mitglieder.

Zu den Mitgliedern der NPD liegen kaum Untersuchungen vor. Der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber weist in Zusammenhang mit dem Landesverband Sachsen darauf hin, dass es sich bei den dortigen Mitgliedern hauptsächlich um "Jüngere aus den unteren sozialen Schichten mit Sympathien oder gar Zugehörigkeit zur Skinhead-Szene, teilweise um Aktivisten aus neonationalsozialistischen Personenzusammenschlüssen" (Pfahl-Traughber 2002: 39) handelt.

Diese seien zwar aktionsfreudig, aber ihre politische und soziale Stellung in der Gesellschaft marginal und würden potentielle Sympathisanten sogar abschrecken. Im Unterschied dazu stellt Pfahl-Traughber mit Blick auf die westdeutschen Landesverbände eine Überalterung der Mitgliedschaft fest (vgl. Pfahl-Traughber 2000).

Wählerschaft

Wie die meisten Parteien verfügt die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) über ein spezifisches Wählerprofil. Die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2005 geben Auskunft über Alter und Geschlecht der NPD-Wähler (Statistisches Bundesamt, 2006: 26-27).

Daraus geht hervor, dass die NPD die höchsten Ergebnisse unter Jungwählern erzielte, in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen (vier Prozent) und der 25- bis 35-Jährigen (2,8 Prozent bei einem Gesamtergebnis von 1,6 Prozent). Die Partei schnitt in allen Altersgruppen unter Männern besser ab als unter Frauen. Auch erzielte sie in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern in Ostdeutschland bessere Ergebnisse als in Westdeutschland. Entsprechend erreichte die Partei unter jungen ostdeutschen Männern 10,5 Prozent der Stimmen.

Die Ergebnisse zur sächsischen Landtagswahl 2009 stimmen mit den Bundestagswahlergebnissen weitestgehend überein (Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen 2009). Daraus geht hervor, dass die NPD bei einem Gesamtergebnis von 5,6 Prozent der Listenstimmen ihre höchsten Ergebnisse unter jungen Männern erzielte, nämlich 13,5 Prozent in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen. In derselben Altersgruppe konnte die NPD auch ihren größten Erfolg unter den Frauen erzielen, 6,6 Prozent der jüngsten Wählerinnen stimmten für sie. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist der Anteil der NPD-Wähler in den älteren Wählergruppen deutlich geringer. Bei den Männern über 60 Jahren beträgt er 4,9 Prozent, bei den Frauen sogar nur 1,7 Prozent.

In Hinblick auf Bildung, Tätigkeit, Gewerkschaftsmitgliedschaft und Konfession fand die NPD die höchste Zustimmung unter Menschen mit einem mittleren Bildungsabschluss (Mittel-/Realschule/10. Kl. polytechnische Oberschule) mit 15 Prozent. Mit Blick auf die Tätigkeit waren die höchsten Ergebnisse unter Arbeitern (17 Prozent), Arbeitslosen (16 Prozent) und Azubis (zehn Prozent) zu verzeichnen.

Unter Konfessionslosen erzielte die NPD deutlich höhere Ergebnisse (zwölf Prozent) als unter Konfessionszugehörigen. Die NPD weist damit in wesentlichen Punkten ein ähnliches Wählerprofil auf wie die anderen rechtsextremen Parteien.

Somit lässt sich festhalten, dass sich die Struktur der Wähler und Mitglieder zumindest im Osten von der traditionellen Klientel der NPD unterscheidet – zu Beginn ihrer Existenz in der Bundesrepublik machten laut Herbert Kitschelt und Antony J. McGann "ältere Männer mit Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus, Flüchtlinge, Mitglieder der alten Mittelklasse (Kleinbürger) und Bewohner von Kleinstädten" (Kitschelt/McGann 1995: 209) als herausragende Gruppen unter den Mitgliedern und Wählern aus.

Literatur

Bundesministerium des Innern, 2009: Verfassungsschutzbericht 2008. Vorabfassung. www.verfassungsschutz.de (Stand: 27.8.2009).

Jesse, Eckhard, 2005: Die sächsische Landtagswahl vom 19. September 2004: Debakel für CDU und SPD gleichermaßen, in: ZParl 36 (2005) 1, 80-100.

Kitschelt, Herbert/McGann, Antony J., 1995: The radical right in Western Europe, A comparative analysis, Ann Arbor.

Pfahl-Traughber, Armin, 2000: Die Entwicklung des Rechtsextremismus in Ost- und Westdeutschland, in Aus Politik und Zeitgeschichte B 39/2000.

Pfahl-Traughber, Armin, 2002: Die NPD in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre. Ideologie, Strategie und Organisation, in: Leggewie, Claus/Meier, Horst (Hrsg.), 2002: Verbot der NPD oder mit Rechtsradikalen leben? Die Positionen, Frankfurt a.M., 30-43.

Statistisches Bundesamt, 2006: Wahl zum 16. Deutschen Bundestag am 18. September 2005, Sonderheft, Erste Ergebnisse aus der repräsentativen Wahlstatistik für die Bundesrepublik Deutschland, Wiesbaden. Homepage des Bundeswahlleiters: www.bundeswahlleiter.de (20.03.2006)

Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen 2010: Wählerschaft der Parteien bei der Wahl zum 5. Sächsischen Landtag am 30. August 2009 im Freistaat Sachsen nach Alter und Geschlecht (in Prozent). Website des Statistischen Landesamts des Freistaat Sachen. www.statistik.sachsen.de (11.02.2010)

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22. Februar 2010


 
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