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Konferenz in Prag: Fünf Jahre EU-Erweiterung

Anlässlich des fünften Jahrestages der größten EU-Erweiterung Anfang Mai fand am 1. und 2. März in Prag die Konferenz "EU-Erweiterung - 5 Jahre danach" statt. Führende EU-Politiker diskutierten unter der Schirmherrschaft des tschechischen Ministerpräsidenten und amtierenden EU-Ratspräsidenten Mirek Topolánek die wirtschaftliche Stabilität der EU, den europäischen Binnenmarkt und die Entwicklungen auf dem EU-Arbeitsmarkt.

Die fünfte Erweiterungsrunde der EU im Jahr 2004 war die bislang größte in der Geschichte der Europäischen Union: 10 Staaten - Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Zypern - erlangten die EU-Vollmitgliedschaft. Die EU wuchs damit auf 25 Mitgliedsstaaten. Anfang Januar 2007 erfolgte mit dem Beitritt von Bulgarien und Rumänien die vorerst letzte Erweiterung. Mit 493 Millionen Einwohnern hat die Gemeinschaft politisch und wirtschaftlich an Gewicht gewonnen. Innerhalb der Union haben sich die Unterschiede hinsichtlich des Lebensstandards verringert.

Laut einem EU-Bericht hat die Europäische Union inzwischen einen Anteil von etwa 30 Prozent am weltweiten Bruttoinlandsprodukt und einen Anteil von mehr als 17 Prozent am globalen Handel - den EU-Binnenmarkt nicht eingerechnet. Während die neuen Mitgliedstaaten vor allem von Direktinvestitionen profitieren, ergeben sich für die alten EU-Länder wirtschaftliche Vorteile aus neuen Absatzmärkten. 2007 exportierten die neuen Mitgliedsländer gut 80 Prozent ihrer Waren in andere EU-Mitgliedsstaaten. Aber auch die alten EU-Länder konnten profitieren, ihr Anteil der Ausfuhren in die neuen Mitgliedsländer wuchs innerhalb von zehn Jahren um drei Prozent auf 7,5 Prozent. Drei Millionen neue Arbeitsplätze sind zwischen 2003 und 2007 in den mittel- und osteuropäischen Ländern entstanden. Die Beschäftigungsquote stieg auf etwa 60 Prozent. Die Arbeitslosigkeit hat sich mit rund sieben Prozent (2007) dem Niveau der alten Länder angenähert. Das Pro-Kopf-Einkommen in den neuen Mitgliedsstaaten wuchs seit 1999 um zwölf Prozent. Es erreicht damit etwa die Hälfte des Pro-Kopf-Einkommens der anderen EU-Staaten.

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