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Dossier Fußball-WM 2006

Fußball unterm Hakenkreuz

Der Fußballsport war im "Dritten Reich" ein Spiegelbild der Gesellschaft. Die meisten Funktionäre und Spieler folgten mit großer Begeisterung den Parolen des nationalsozialistischen Regimes und trugen so zu seiner Stabilisierung bei.

Fußball unterm Hakenkreuz


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Auszug aus:
Fußball-WM, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 19/2006)
Havemann, Nils
Inhalt
Einleitung
Sport, Politik und Kommerz in der Weimarer Zeit
Der DFB vor der Spaltung
Der DFB als Nutznießer der "Machtergreifung"
Begeisterung für Hitler
Die Ausgrenzung der jüdischen Sportler
Die Auflösung des DFB
Der politische Missbrauch des Fußballs
Einleitung
Es gibt sicherlich nicht viele Bereiche, die sich derart gut zur Legendenbildung eignen, wie der Fußball. Die teilweise überbordende Begeisterung für diesen Sport, die hemmungslose Verehrung einzelner Spieler und das bisweilen anrührende Mitleiden der Fans sind der Nährboden für viele Mythen. Vielleicht trug dieses besondere Umfeld dazu bei, dass auch der Blick auf die Geschichte des deutschen Fußballs während des Nationalsozialismus lange durch verklärende Darstellungen getrübt wurde. Exemplarisch dafür war die 1954 veröffentlichte "Geschichte des Deutschen Fußballsports", deren Autor, Carl Koppehel, ab 1934 auf verschiedenen Positionen zu den wichtigsten Repräsentanten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gehörte. Darin schrieb er über den Fußball in der Zeit des Nationalsozialismus:


Zur Person
Nils Havemann
Dr. phil., geb. 1966; Historiker in Mainz.
E-Mail: Nilshavemann@aol.com

"Es galt, den Fußballsport durch die sich auftuenden Klippen hindurchzusteuern, dabei aber auch jene Kräfte auszuschalten, die im Sport nach einer Führerstelle strebten, um ihrem persönlichen Geltungsbedürfnis Genüge zu tun. An Versuchen, den Sport in das parteipolitische Fahrwasser zu ziehen und ihm Aufgaben zu stellen, die er niemals erfüllen konnte, fehlte es nicht. Die politischen Verhältnisse erschwerten die Innehaltung der bisher geltenden Linie, aber im allgemeinen gelang es doch, den alten Kurs zu steuern. Parteipolitisch waren die im Fußballsport führenden Männer nicht gebunden; sie brauchten also keine Umstellung vor[zu]nehmen. Immer wurde im Fußballsport auf der Grundlage des gemeinsamen Wirkens für das Volksganze eng zusammengearbeitet."[1]

Diese Darstellung, die in gewisser Hinsicht typisch für die Weigerung der jungen Bundesrepublik war, sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus intensiver auseinander zu setzen, war der alten Vorstellung verpflichtet, dass Sport und Politik strikt voneinander zu trennen seien.




Auszug aus:
Fußball-WM, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 19/2006)


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Die Fußballweltmeisterschaft 2006 wirft ihre Schatten voraus. Das Regelwerk der FIFA beweist: Auch der Profifußball unterliegt im Zeitalter der Globalisierung den harten Marktgesetzen.
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