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Dossier Fußball-WM 2006
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Japan |
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| Stefan Mentschel |
Zicos Traum vom Halbfinale
"Wir wollen das Halbfinale erreichen." Die Ankündigung von Japans
Nationaltrainer Zico hat den Fußball-Offiziellen im Land der aufgehenden
Sonne den Schweiß auf die Stirn treten lassen. Denn was der Brasilianer
dieser Tage selbstbewusst erklärte, ist für die zugeknöpften
Entscheidungsträger der Japan Football Association (JFA) allenfalls ein
stiller Traum – dem asiatischen Erzrivalen Südkorea nachzueifern. 2002,
als beide Länder WM-Gastgeber waren, erreichten die Südkoreaner die
Runde der letzten Vier. Die Japaner indes schieden zur großen
Enttäuschung ihrer Fans bereits im Achtelfinale gegen den späteren
WM-Dritten Türkei aus. Nach Siegen gegen Russland (1:0) und Tunesien
(2:0) sowie einem Remis gegen Belgien (2:2) hatte man sich mehr erhofft.
Sein Weltmeisterschafts-Debüt feierte das Team 1998 in Frankreich.
Allerdings ohne Erfolg, denn gegen Argentinien (0:1), Kroatien (0:1) und
Jamaika (1:2) gab es jeweils knappe Niederlagen.
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Zur Person |
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Stefan Mentschel, Jahrgang 1976, ist freier Autor und Journalist. Er
lebt und arbeitet in Delhi, von wo er unter anderem für verschiedene
deutschsprachige Medien berichtet. Seine Fußball-Begeisterung wird im
Kricket-verrückten Indien allerdings auf eine harte Probe gestellt.
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 |  | Nach Deutschland reist Japan als amtierender Asienmeister. 2004
hatte das Team in der Volksrepublik China mit einem 3:1 Finalsieg gegen
die Gastgeber den Titel geholt – zum dritten Mal nach 1992 und 2000. Den
Schwung des Turniers konnte die Nationalmannschaft auch mit in die
WM-Qualifikation nehmen. Mit sechs klaren Siegen in der Vorrunde gelang
problemlos der Sprung unter die letzten Acht. In die entscheidende Phase
der Asien-Qualifikation starteten Zicos Spieler jedoch mit Problemen.
Gegen Nordkorea gelang der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit. Und im zweiten Spiel gegen Iran mussten die Japaner sogar eine 1:2 Niederlage hinnehmen. Mit drei Siegen
in Folge – zwei gegen Bahrain, einer gegen Nordkorea – konnte man sich im
Juni 2005 aber frühzeitig die WM-Fahrkarte sichern. Auch das letzte
Gruppenspiel gegen Iran wurde mit 2:1 gewonnen, war aber für die
Qualifikation nicht mehr von Bedeutung.
Beim Konföderationen-Pokal in Deutschland sorgte Japan vor einem
Jahr für einen Achtungserfolg. Zwar verlor die Mannschaft gegen Mexiko
(1:2), scheiterte nach einem 1:0 Sieg gegen Europameister Griechenland
und einem viel beachteten 2:2 Unentschieden gegen Weltmeister Brasilien
nur denkbar knapp am Einzug ins Halbfinale. "Mein Team hat erfahren, was
es heißt, gegen einen starken Gegner zu spielen und ihm Paroli bieten zu
können", sagte Trainer Zico nach dem Spiel gegen die Seleção, für die er
als Spieler in 71 Länderspielen 48 Tore erzielt hatte. Japan habe
gezeigt, dass es nicht athletisch, sondern auch technisch mit den Großen
mithalten könne, lobten Experten. Und auch die japanische Presse kam zu
einem ähnlichen Urteil. Nikkan Sports nannte das Unentschieden gegen
Brasilien sogar überschwänglich eine "Warnung an die Welt".
05. Dezember 2005 |
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