
 |
Gesellschaft: Soziale Aspekte
 |
 |

Leben mit der Hydra |
|
Die Medienwelten von Kindern und Jugendlichen |
| Hans-Dieter Kübler |
Einleitung
Der inzwischen eingebürgerte Terminus "Medienwelten" ist ein ebenso schillernder wie notwendiger Begriff: Er soll signalisieren, dass Kinder und Jugendliche heute mit Medien selbstverständlich aufwachsen, dass sie wichtige Bestandteile ihres Lebens, ihrer Identitätsfindung und ihrer Sozialisation darstellen; er soll sowohl Medienstrukturen und -märkte als auch ihre subjektive Auseinandersetzung, Aneignung und die immer wieder zumindest partielle Loslösung von ihnen umfassen. Mithin impliziert er objektive wie subjektive Komponenten.
Die empirische Medienforschung versteht darunter vornehmlich Mediennutzung und -wirkungen.
Für die Mediennutzung liegen inzwischen viele, unterschiedlich zu bewertende Daten vor, die kontinuierlich erhoben werden und primär als Marketing-Daten dienen. Sie werden hier in ihren wesentlichen Trends aufgeführt und zeigen bei Kindern und Jugendlichen – entgegen manchen spektakulären Überzeichnungen – kontinuierliche Erweiterungen und Differenzierungen der Mediennutzung, die allerdings im Vergleich zur enormen Expansion der Medienangebote und Verbreitungsoptionen beträchtlich geringer ausfallen.
Medienwirkungen ist das nach wie vor am stärksten beachtete, aber auch das umstrittenste Forschungsgebiet. Ihr Verständnis hängt von den jeweils zugrunde liegenden theoretischen Prämissen ab. Im Einklang mit den heute mehrheitlich vertretenen rezeptions- und interaktionstheoretischen Ansätzen werden hier einerseits die Funktionen exemplarisch herausgestellt, die Medien für Kinder und Jugendliche jeweils haben, zum anderen die Bedeutungen, die sie ihnen zuschreiben. Beide erschließen sich aus entwicklungsdynamischen und handlungstheoretischen Kontexten, wobei für Kinder eher das Konzept der Entwicklungsaufgaben, für Jugendliche eher das der Findung ihrer sozialen Identität und der Gesellung in Cliquen maßgeblich ist.
In solch lebensweltlichen Kontexten sind Medien heute integriert, aus ihnen erfahren sie ihre Funktionsbestimmungen und Bedeutungszuschreibungen, zumindest aus rezeptionstheoretischer Perspektive. Von struktur- und produktkritischer Warte aus müsste darüber hinaus geprüft werden, ob und inwieweit Märkte und Produkte Erwartungen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen erfüllen oder eher konformistisch zurechtbiegen.
06. Dezember 2005 |
|

|
 |
 |
Schwerpunkt |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Medienalltag von Kindern
Medien sind heute ein alltäglicher Bestandteil der Welt, in der wir leben, auch für Kinder. Deswegen ist es für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher wichtig zu wissen, wie Kinder Medien erleben. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |

|