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Gesellschaft: Soziale Aspekte
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Leben mit der Hydra |
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Die Medienwelten von Kindern und Jugendlichen |
| Hans-Dieter Kübler |
Medienangebote: Kinder- und Jugendmedien
Aus objektiver, gegenständlicher Sicht sind Medienwelten von Kindern und Jugendlichen Medienangebote und -märkte sowie die sie hervorbringenden Medienstrukturen. Dabei können expliziter für Kinder als für Jugendliche die Medienangebote unterschieden werden, die – gemeinhin von Erwachsenen – mit speziellen Motiven für Kinder gemacht und an sie gerichtet sind, also die so genannten Kindermedien (Heidtmann 1992; Kübler 2002). Sie haben im Laufe der Geschichte besondere Genres, Formen, Stoffe, Inhalte, Figuren und Märkte herausgebildet, die sich in ihren Besonderheiten erkennen lassen. Auch sind bestimmte Moden und Prioritäten festzustellen. Sie zu überblicken, ist wiederum besonderen Wissenschaften vorbehalten und inzwischen weit gehend arbeitsteilig spezialisiert. Außerdem sind die Grenzen ihrer Eigenart und speziellen Nutzung fließend. Denn mit den expandierenden Medienangeboten und ihrer immer leichteren Zugänglichkeit rezipieren Kinder mehr und mehr Medien, die nicht ausdrücklich für sie bestimmt sind. Diese Tendenz gilt nachgerade für Jugendliche – je älter sie werden, umso ausgeprägter. Zwar lancieren und definieren die Märkte immer wieder auch Jugendmedien, nicht zuletzt um darüber konkrete Zielgruppen zu erhalten und vor allem für spezielle Werbestrategien zu erreichen, aber spezielle Jugendmedien sind sie höchstens für einige Altersgruppen, eine Zeit lang oder in besonderer Ausprägung. Insgesamt lassen sich ständig Trends beobachten, die den Medienkonsum einerseits verallgemeinern, ihn andererseits aber auch spezialisieren (Vollbrecht 2002).
So ist das Fernsehen nach wie vor das generellste, vielseitigste Medium mit Nutzungsoptionen für alle Altersgruppen; der Hörfunk hat in dieser multifunktionalen Nutzung in den letzten Jahrzehnten stark aufgeholt, wohl aber bei Kindern an Resonanz eingebüßt. Da auch das Fernsehen Gefahr läuft, zumindest in seinen traditionellen Programmformaten zu veralten, unternimmt es – wie andere Medien auch – heftige Anstrengungen, auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Das gelingt ihm, außer mit musikalischen Spartenkanälen mit außergewöhnlichen, Aufsehen erregenden Formaten wie mit so genannten Real Life Shows à la Big Brother (Weber 2000; Böhme-Dürr/Sudholt 2001) mit den nachmittäglichen Talkshows (Paus-Haase u.a 1999, Schneiderbauer 2001), mit Daily Soaps im jugendlichen Milieu und mit jugendlichen Darstellern (Götz 2002). Mit diesen Formaten konkurriert es inzwischen mit den Ratgeber- und Star-Seiten der überkommenen Jugendpresse à la Bravo (Knoll/Monssen-Engberding 2000); da es sich aber um labile Moden handelt, können diese Formate auch recht schnell wieder vom Bildschirm verschwinden. Typische Kindermedien sind noch immer Comics, bis vor kurzem noch Hörkassetten, nicht zu vergessen die gedruckte Literatur, heute vor allem elektronische Spiele in diversen Varianten und Techniken (Kübler 2002). Typische Jugendmedien heute sind vor allem die jeweiligen Trends und Highlights bei der U-Musik (Lange 1997; Behne 2001), die nicht zuletzt multimedial von Musikkanälen des Fernsehens (Neumann-Braun 1999), im Kino oder via Internet verbreitet und rezipiert werden, ebenso die gedruckten Begleitmedien für die Märkte und Stars, die Hobbypresse eher für Jungen, die Ratgeber- und Lifestyle-Zeitschriften eher für Mädchen. Video – und davon insbesondere die drastischen Versionen des Trash- und Slash-Kinos – dürften vornehmlich von männlichen Jugendlichen zumal niedrigerer sozialer Schichten in ihren diversen Cliquen konsumiert werden (Vogelsang 2002), PC und Internet reüssieren für einige Optionen, vor allem fürs Spielen, E-Mailen und Chatten, aber auch ganze Medien-Environments wie Kino und Disco sind gefragt (Vollbrecht 2002).
Entsprechend dem generellen Trend zur Vernetzung und Konvergenz mittels digitaler Technologien sind die Medienangebote und ihre besonderen Nutzungsformen immer weniger voneinander zu separieren: Von der sozialen Seite her lässt sich höchstens gewichten, dass Kinder Medien eher noch zu Hause, in der Familie, nutzen, während bei Jugendlichen aushäusige Nutzungsformen wie Kino- und Discobesuch und die Freizeit in der Clique zunehmen. Generell sind die Medienmärkte und -angebote in den letzten Jahrzehnten immens gewachsen, von den jährlich publizierten Buchtiteln bis hin zu den Web-Seiten; sie lassen sich nur noch in Trends, in groben quantitativen Größenordnungen, wie es etwa für die wichtigsten Fernsehprogramme geschieht (Weiß/Trebbe, 2000; Kröger 2001), oder in exemplarischen Fallstudien registrieren (Münker/Roesler 1999). Schätzungen zufolge haben sich die Programmangebote von Hörfunk und Fernsehen in den letzten 20 Jahren mehr als verzehnfacht, hinzu kommen unzählige Videos, CD-Roms und DVDs; die Zahl der Web-Seiten überschritt Anfang 2001 die Drei-Milliarden-Grenze, jährlich wächst die Zahl der Buchtitel (1970: gut 47.000, 2001: über 83.000), auch Publikumszeitschriften haben ihre Titelzahl von 1975 bis 2001 fast vervierfacht (1975: 223, 2001: 845 Titel), insbesondere im Special-Interest-Bereich. Sprunghaft gestiegen ist 2000/2001 die Verbreitung der Computer: In fast 60 Prozent aller deutschen Haushalte steht einer. Zu den Online-Usern zählen fast 40 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren, und selbst das Kino erlebt einen neuerlichen Aufschwung dank der intensiven Frequentierung durch jugendliche Besucher (1992: fast 106 Millionen, 2000: 152,5 Millionen Besucher pro Jahr) (Media Perspektiven Basisdaten 2001).
Gleichwohl ist die durchschnittliche Mediennutzung der Bundesbürger bei weitem nicht so gestiegen wie das Medienangebot. Grob lässt sich für den Zeitraum 1980 bis 2000 ein Anstieg von 62 Prozent auf nunmehr ca. 8,5 Stunden pro Tag errechnen (Ridder/Engel 2001, 104). Die Konkurrenz um Nachfrage und Aufmerksamkeit des Rezipienten hat sich mithin erheblich verschärft; sie tobt sowohl zwischen den Medien (intermedial) als auch zwischen den Genres, Programmen und Formaten jedes Mediums (intramedial) und fragmentiert das Publikum in immer kleinere Teilpublika und Zielgruppen. Größere Publika sind nur noch vom Fernsehen bei zentralen Ereignissen wie Sportssendungen, Shows, Katastrophen und besonderen politischen oder gesellschaftlichen Vorkommnissen zu erreichen. Gerade Jugendliche picken sich aus den Fernsehprogrammen zunehmend ihre spezifischen Formate heraus und entwickeln abweichende Nutzungsstile. Doch ihre Präferenzen sind nicht mehr mit dem früher eher pädagogisch gemeinten Begriff der Jugendmedien zu vereinbaren.
06. Dezember 2005 |
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Schwerpunkt |
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Medienalltag von Kindern
Medien sind heute ein alltäglicher Bestandteil der Welt, in der wir leben, auch für Kinder. Deswegen ist es für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher wichtig zu wissen, wie Kinder Medien erleben. |
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Jugend und Medien
Das Internet ist inzwischen fester Bestandteil im Leben vieler Jugendlicher. Das social web eröffnet ihnen ungeahnte Möglichkeiten, doch wird auch vor Risiken und Nebenwirkungen gewarnt. |
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