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Die religiöse Debatte

Schreibt der Koran das Kopftuch vor?

Claudia Knieps

Gerade drei Koranverse äußern sich über die Kleidung der Frau. Wie bei Talmud und Bibel legt sich ein Kanon aus Deutungen und Kommentaren um die wenigen Zeilen. Dass sie ein Kopftuch vorschreiben, sehen längst nicht alle Rechtsgelehrten so. Was aber besagen sie genau? Wie wurde daraus das heutige Kopftuchgebot – oder gar die islamistische Vollverschleierung? Claudia Knieps zeichnet die Wege der Überlieferung nach, stellt das Spektrum der Strömungen vor und entwirrt das heutige Geflecht aus Religion und Machtinteressen islamischer Verbände, die ihre Vorstellung von wahrhaft islamischen Geschlechterrollen durchsetzen wollen – vermeintlich in Namen aller Muslime.

Zentralrat der Muslime in Deutschland


Nichttragen des Kopftuches ist nicht Abkehr vom Islam

"Bei allen sunnitischen und schiitischen Rechtsschulen besteht Konsens darin, dass die Kopfbedeckung für Frauen zu den Kleidungsvorschriften gehört, die verpflichtenden Charakter haben."

Ralf Ghadban


Das Kopftuch reduziert die Frau auf ihre Sexualität

"Das Kopftuch ... ist nicht, wie im Diskurs ständig wiederholt wird, allein ein Zeichen ihrer Unterdrückung, denn man kann die Frau ohne Kopftuch unterdrücken, es ist vor allem ein Zeichen ihrer Entwürdigung, weil es die Frau auf ihre Sexualität reduziert."


Christoph Luxenberg


Eine religiöse Vorschrift lässt sich durch den Koran nicht begründen

"Das 'islamische Kopftuch' ist ursprünglich sicherlich eine soziale Konvention gewesen ... Eine diesbezügliche religiöse Vorschrift lässt sich aber durch den koranischen Text in keiner Weise begründen."
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