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Interview: Offen für Entwicklung
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"Microsoft liebt Raupkopierer" |
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| Fernanda Weiden |
Können Sie konkrete Projekte nennen?
Venezuela ist dabei, all seine Systeme in freie Software zu überführen. Die brasilianische Regierung migriert ihre Systeme ebenfalls zu freier Software. Und sie haben angefangen, Software für die Dinge zu entwickeln, mit denen Bürger zu tun haben, wie etwa Einkommenssteuern – Software, die unabhängig von jeder Plattform funktioniert, so dass man nicht gezwungen wird, eine bestimmte Plattform zu verwenden. Man muss also nicht Microsoft Windows kaufen, um in der Lage zu sein, mit seiner Regierung zu sprechen oder Formulare für Einkommenssteuern auszufüllen.
Außerdem haben sie grosse Programme für digitale Inklusion gestartet. Die Regierung finanziert und schafft "Telecenter", Orte mit Computern und Internetanschluss, die den Leuten kostenlosen Zugang bietet. In der Regel fängt die Regierung mit einem Telecenter an, und dann übernimmt die Gemeinde die Verantwortung für den Betrieb. Die Gemeinden organisieren sich selbst, sie fördern Vorträge, Minikurse und ähnliches, um anderen die Technologie beizubringen. In der Stadt São Paulo haben über 500.000 Menschen Zugang zu Technologie – viele von ihnen zum ersten Mal in ihrem Leben –, indem sie in solchen Orten freie Software verwenden.
Ein anderes Projekt, das ich sehr schön finde, sind die "Pontos de Cultura" oder "Kulturpunkte" des brasilianischen Kultusministeriums. Das Projekt wurde ursprünglich von einer Gemeinde entwickelt – ich habe an der Entwicklung teilgenommen. Brasilien ist ein riesiges Land. Wir haben viele verschiedene kulturelle Szenarien in Brasilien. Uns wurde klar, dass diese Menschen keinerlei Möglichkeit haben, ihre eigene Kultur zu produzieren, wenn sie dafür von einer großen Plattenfirma oder Filmfirma abhängen. Also testete das Projekt, welche Hardware mindestens erforderlich wäre, um ein Multimedia-Studio einzurichten, und verteilte dann diese Hardware – zusammen mit freier Software – an die Gemeinden, damit die Multimedia-Zentren einrichten und vor Ort Kultur produzieren.
Neben dem Ausbruch aus der Abhängigkeit: Welche Chancen bieten Open-Source-Modelle für Entwicklungsländer im allgemeinen?
Nehmen sie die lokale Wirtschaft, die lokale IT-Industrie. In Brasilien wandert zum Beispiel ein Drittel aller Investitionen in die IT-Industrie in andere Länder, als Lizenzzahlungen für proprietäre Software. Das ist nicht viel. Aber wenn dieses Geld in Brasilien bleibt, hilft es, eine stärkere nationale IT-Industrie aufzubauen. Derzeit bauen wir keine IT-Industrie auf; die meisten Unternehmen, die wir haben, sind Zwischenhändler anderer Unternehmen aus dem Ausland, und die kümmert die brasilianische Bevölkerung wenig.
Genau so, wie einem freie Software Zugang zum Quellcode gewährt und die Freiheit, sie zu verändern und weiterzuverbreiten, gibt sie einem auch die Möglichkeit, darum ein Geschäftsmodell aufzubauen. Mittlerweile gibt es in Brasilien eine Reihe von Beispielen für Unternehmen, die ein Geschäft um freie Software herum entwickelt haben, und denen geht es gut.
05. Januar 2007 |
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Informationen zur politischen Bildung |
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Entwicklung und Entwicklungspolitik
Mit der Globalisierung haben sich die Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern verschärft. Die verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in den Staaten verlangen nach einer differenzierten Entwicklungspolitik. |
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