Erde

Beginn der republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen in den USA

Mit einer Abstimmung im US-Bundesstaat Iowa begannen am 3. Januar die Vorwahlen der republikanischen Partei zur Nominierung eines Präsidentschaftskandidaten. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, setzte sich nur knapp gegen den Überraschungskandidaten Rick Santorum durch.

Drei der führenden Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur: Newt Gingrich, Mitt Romney und Ron Paul (v.l.).Drei der führenden Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur: Newt Gingrich, Mitt Romney und Ron Paul (v.l.). (© AP)

Wenige Stimmen entschieden schließlich das Rennen um den ersten Sieg in den republikanischen Vorwahlen. Sowohl der Gewinner Mitt Romney als auch der frühere Senator von Pennsylvania Rick Santorum kamen bei der ersten parteiinternen Vorwahl auf etwa 25 Prozent der Stimmen, nur acht Stimmen trennten die beiden Kandidaten. Der texanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses Ron Paul konnte als Dritter 21 Prozent auf sich vereinen. Dahinter reihten sich Newt Gingrich mit 13 Prozent, Rick Perry mit zehn Prozent, Michele Bachmann mit fünf Prozent und Jon Huntsman mit einem Prozent ein. Überraschend ist hier vor allem das Abschneiden Rick Santorums. Dem für seine stramm konservativen Positionen bekannten Ex-Senator waren bisher kaum Chancen eingeräumt worden.

Seit dem Sommer 2011 dreht sich bereits das Kandidatenkarussell der republikanischen Partei: Wer hat das Zeug, die Partei bei den Präsidentschaftswahlen im November 2012 zu vertreten?

Im August machte beim traditionellen "Iowa Straw Poll" noch die evangelikale Tea-Party-Kandidatin Michele Bachmann das Rennen. Dieser inoffizielle Testlauf gibt ein Stimmungsbild über das republikanische Bewerberfeld wider. Bachmann werden aktuell nur noch geringe Chancen eingeräumt, liegt sie in landesweiten Umfragen doch nur noch bei fünf Prozent. Inzwischen hat sich das Feld der Kandidaten entscheidend gewandelt: Rick Perry, Gouverneur von Texas, und Newt Gingrich, altgedienter Republikaner und ehemaliger Sprecher des Repräsentantenhauses, haben ihre Kandidaturen erst nach dem "Iowa Straw Poll" bekannt gegeben. Andere Präsidentschaftskampagnen, wie die des Unternehmers Herman Cain, wurden mittlerweile eingestellt.

Die Kandidatenkür



Die Kandidaten der Parteien für die Präsidentschaftswahl werden erst bei den gestern angelaufenen Vorwahlen und darauf folgend auf den Nominierungsparteitagen bindend ermittelt. Eine parteiinterne Kandidatenkür ("Caucus") oder eine Vorwahl ("Primary") halten Demokraten und Republikaner in jedem Bundesstaat ab.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem "Caucus" und einer "Primary" ist, dass in Primaries Wähler in einer geheimen Abstimmung zwischen den Kandidaten entscheiden. Bei einem Caucus werden Delegierte gewählt, die dann in den Nominierungsparteitag entsandt werden.

Die Vorwahlen werden zwischen Januar und Juni abgehalten. Sie sind geschlossene Wahlen, bei denen sich registrierte Wähler der jeweiligen Partei zu einem Kandidaten bekennen können. Die erste findet traditionell in Iowa statt, weshalb ihr auch so viel parteiinterne und mediale Aufmerksamkeit zuteil wird. Nach dem Caucus in Iowa halten die Staaten New Hampshire (10. Januar) und South Carolina (21. Januar) ihre Primaries ab.

Bei den Nominierungsparteitagen der Parteien, den "National Conventions", die im Sommer nach den Vorwahlen stattfinden, treffen sich schließlich die Parteidelegierten aus den Bundesstaaten, um den endgültigen Kandidaten der Partei zu wählen. Meist steht jedoch durch die Vorwahlen bereits vor dem Parteitag fest, welcher Kandidat die meisten Stimmen seiner Parteigenossen auf sich vereinen konnte.

Obama kandidiert für zweite Amtszeit



Für die demokratische Partei bewirbt sich Präsident Barack Obama um eine zweite Amtszeit, wie er bereits im April 2011 erklärte. Er wird sich deshalb voraussichtlich weder in den Vorwahlen noch auf dem Nominierungsparteitag gegen andere potentielle Kandidaten seiner Partei durchsetzen müssen. Dennoch werden die demokratischen Vorwahlen zeitgleich mit den republikanischen stattfinden. Im direkten Vergleich mit Barack Obama lag der nationale Favorit der Republikaner, Mitt Romney, in Umfragen zuletzt bei 48 zu Obamas 50 Prozent.

Mehr zum Thema

Den amerikanischen Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Teddy Roosevelt und Abraham Lincoln (von links) wurde in Mount Rushmore in Süd Dakota ein Denkmal gesetzt.

Peter Lösche

Merkmale der Präsidialdemokratie

Mit Hilfe dieser Verfassungsorgane, ihrer Zuständigkeiten und ihrer Stellung zueinander lassen sich das US-amerikanische und das deutsche Regierungssystem beschreiben und ihre Verschiedenheit herausarbeiten. Beide gehören unterschiedlichen Typen demokratischer politischer Herrschaft an. Die Vereinigten Staaten stehen für das präsidentielle, Deutschland für das parlamentarische Regierungssystem. Weiter...

James P. Pfiffner

Obamas Präsidentschaft: Wandel und Kontinuität

Trotz der klaren Abgrenzung zu seinem Vorgänger gibt es unter Obama Kontinuitäten im Weißen Haus. Ein Beleg dafür sind seine zahlreichen Sonderbeauftragten, die sogenannten "Zaren". Weiter...

Hintergrund aktuell (17.08.2011)

Wahlkampf um US-Präsidentschaftswahlen 2012 eröffnet

Während für die Demokraten Amtsinhaber Barack Obama erneut für das Amt des amerikanischen Präsidenten an den Start geht, hat der parteiinterne Wettbewerb der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur 2012 begonnen. Bei der traditionellen Testwahl für mögliche Bewerber, dem Iowa Straw Poll, machte am Samstag die Tea-Party-Kandidatin Michele Bachmann knapp das Rennen. Weiter...