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Ursachen und Folgen

Der Mensch als Klimaveränderer


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Ina Schaefer
Einführung
Shanghai
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Mehr Menschen, mehr Mega-Citys, mehr vom Menschen gemachte Treibhausgas-Emissionen. Foto: AP
Der Mensch – das ist wissenschaftlich bewiesen – hat Einfluss auf die Erwärmung der Erde. Diesen Klimawandel nennt man anthropogenen Klimawandel, also vom Menschen beeinflusst. Maßgeblich ist dabei der vom Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre schuld. Die den Klimawandel am meisten forcierenden Gase sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Der Anstieg der oben genannten Gase steht im engen Zusammenhang mit der vor etwa 200 Jahren beginnenden Industrialisierung und den damit verbundenen wirtschaftlichen Veränderungen sowie der Nachfrage nach Energie und Ressourcen. Blickt man zurück in die vorindustrielle Zeit, war die Konzentration dieser Gase in der Atmosphäre wesentlich geringer. So lag der Anteil von Kohlendioxid bei 280ppm (parts per million), bis 2006 stieg die Konzentration auf 380ppm an. Der Anteil am anthropogenen Klimawandel liegt dabei etwa bei 55 Prozent. Der Anstieg der Konzentration von CO2 (und anderer Treibhausgase) in der Atmosphäre verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt, bei dem vereinfacht ausgedrückt einfallende Sonnenstrahlen absorbiert und in Wärme umgewandelt werden. Erhöht sich der CO2-Wert und der anderer Treibhausgase in der Erdatmosphäre, desto höher fällt die Absorption der einfallenden Sonneneinstrahlung aus. Gleichzeitig wird die Wärmeabstrahlung ins Weltall vermindert. Die Folge: Die Temperaturen auf der Erde steigen.

Zur Person
Ina Schaefer
geb. 1977, Studium der Geografie, Wissenschaftliche Assistenzkraft der Forschungsgruppe Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.; Forschungsschwerpunkte: Strategien für nachhaltige Entwicklung, nachhaltige Lebensstile, Bildung für Nachhaltigkeit.

Die vom Menschen ausgehenden Ursachen des Klimawandels

Doch welche menschlichen Aktivitäten sind es genau, die Treibhausgase in die Atmosphäre freisetzen? Und welche Faktoren sind hauptverantwortlich, dass sich unser Klima verändert? Um diese Fragen zu beantworten, muss man mehrere Faktoren betrachten. Zu den wichtigsten gehören: der Verbrauch von Ressourcen und fossilen Energieträgern, die demographische Entwicklung, fortschreitende Globalisierung der Weltwirtschaft und der technologische Fortschritt.

Quellgruppe 2006 / in %
Insgesamt 100,0
1. Energie 81,47
A. Verbrennung fossiler Brennstoffe 80,30
     Energiewirtschaft 36,83
     Verarbeitendes Gewerbe 10,19
     Verkehr 16,12
     Übrige Feuerungsanlagen 17,1
davon Gewerbe, Handel, Dienstleistung 4,59
davon Haushalte 11,77
     Militär und weitere kleine Quellen 0,16
B. Diffuse Emissionen aus Brennstoffen 1,17
2. Industrieprozesse 10,76
3. Lösemittel und andere Produktverwendung 0,12
4. Landwirtschaft 6,32
5. Landnutzung, -sänderung und Forstwirtschaft (nur N2O) 0,04
6. Abfall 1,29
Quelle: UBA


Mehr Ressourcen- und Energieverbrauch, mehr CO2-Emissionen

Der Hauptverursacher der zur Erderwärmung beiträgt, ist der hohe und weiter steigende Verbrauch von Ressourcen und fossilen Energieträgern, die für alle menschlichen Aktivitäten benötigt werden. Bei der Energiegewinnung werden überwiegend fossile Energieträger, wie beispielsweise Erdöl, Erdgas und Kohle, verbrannt. Dadurch werden Treibhausgase freigesetzt. Der Anteil der fossilen Energieträger beträgt derzeit weltweit etwa 80 Prozent des Primärenergieverbrauchs. Jeder dieser Energieträger trägt somit durch die Verbrennung zur Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre bei. Bei der Braunkohle zum Beispiel werden bei jedem verbrannten Kilogramm etwa drei Kilogramm CO2 freigesetzt. Ähnlich hoch ist die CO2-Freisetzung im Verkehr und in der Landwirtschaft. Jeder Liter Benzin, der verbrannt wird, erzeugt ca. 2,3 Kilogramm CO2. Bei der Herstellung von Nahrungsmitteln wird durch den Einsatz von Dünger Lachgas und bei der Viehzucht durch Verdauungsprozesse Methan an die Atmosphäre abgegeben. Die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass die Viehzucht für 18 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist. Ein weiterer Aspekt: die zunehmende Rodung von Waldflächen für den landwirtschaftlichen Anbau oder die Viehzucht. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel haben Wälder jedoch einen hohen Stellenwert. Sie tragen grundsätzlich zur CO2-Speicherung und zur Senkung bei. Wälder entziehen der Atmosphäre große Mengen an Kohlendioxid und speichern es. Jedoch durch die Verrottung und Verbrennung von Bäumen wird der von ihnen gespeicherte Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid wieder freigesetzt. Wachsende Wälder und neu angepflanzte Bäume dagegen entziehen der Atmosphäre mehr Kohlendioxid als sie an die Atmosphäre abgeben. Wälder sind somit ein wichtiges Element, um die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre zu senken.

Demographische Entwicklung

Im Jahr 1800 lebten etwa eine Milliarde Menschen auf unserem Planeten. Bis 1925 verdoppelte sich die Anzahl der Weltbevölkerung auf zwei Milliarden. Dieses rasche Bevölkerungswachstum hängt mit der industriellen Revolution zusammen. Durch den Einsatz von neuen Maschinen konnte die Agrarproduktion gesteigert werden und die Qualität der Nahrungsmittel nahm zu. 1960 zählte man bereits drei Milliarden, 1974 vier Milliarden Menschen und zur Jahrtausendwende betrug die Zahl der Weltbevölkerung sechs Milliarden. Laut den Prognosen der Vereinten Nationen werden bis zum Jahr 2050 neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das heißt: Pro Jahr kommen weitere 78 Millionen Menschen dazu. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung nicht nur immens wächst, sondern dass auch die Bedürfnisse nach Konsum und der Wunsch nach Wohlstand steigen. Immer mehr Menschen verdienen mehr Geld. Sie bezeichnet man als "neue Konsumenten" oder "globale Konsumentenklasse". In China zum Beispiel soll bis 2025 eine Mittelschicht von mehr als 600 Mio. Verbrauchern heranwachsen. Deren Kaufkraft wird auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt. Neben China verfügt auch in Brasilien, Russland und Indien (zusammen mit China als BRIC-Staaten bezeichnet) ein stetig zunehmender Teil der Bevölkerung über steigenden Wohlstand. In aller Regel werden westliche Konsum- und Lebensstile in diesen Ländern übernommen – damit einher geht der Kauf von Elektro- und Haushaltsgeräten und als direkte Folge zunehmender Stromverbrauch. Diese Entwicklung führt dazu, dass der Bedarf an Ressourcen und Energie sowohl bei der Produktion als auch bei der Nutzung weiter steigt. Und das heißt auch: Die damit in Verbindung stehenden Umwelt- und Klimabelastungen nehmen zu, und die Konzentration der Treibhausgase steigt.


10. Juli 2008

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