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Ursachen und Folgen

Der Mensch als Klimaveränderer


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Ina Schaefer
Fortschreitende Globalisierung der Weltwirtschaft

Die heutige Weltwirtschaft ist durch die Zunahme der weltweiten Handelsverflechtungen und wirtschaftlichen Interaktionen geprägt. Seit den 1950er Jahren steigt die Bedeutung des Außenhandels und der Weltwarenproduktion. So hat der Warenexport von 1950 bis 2004 um den Faktor 27,5 und die Weltwarenproduktion um den Faktor 7,8 zugenommen. Das gesamte Exportvolumen der Weltwirtschaft wird von 10.000 Mrd. ausgehend vom Jahr 2005 bis 2015 auf 17.700 Mrd. US-Dollar ansteigen. Transnationale Unternehmen sowie Privatpersonen verzeichnen heute Gewinne und Privatbesitz in der Höhe des Bruttoinlandsprodukts ganzer Nationen. Bis zum Jahr 2030 wird das Bruttoinlandsprodukt der Welt nach Prognosen um etwa 130 Prozent wachsen. Diese Prozesse werden heute allgemein unter dem Begriff Globalisierung zusammengefasst. Durch die Globalisierung steigt die Nachfrage nach Ressourcen und Energie, die zum Anstieg der Treibhausgase beitragen.

Die Zunahme der Handelsverflechtungen wurde begünstigt, indem die Infrastruktur verbessert wurde und neue Mobilitätsformen hinzukamen. Während früher Wege zu Fuß oder per Kutsche zurückgelegt wurden, ist das Fortbewegungsmittel des 21. Jahrhunderts im Personenverkehr das Flugzeug. In den nächsten Jahren wird sich dieser Trend sogar noch verstärken. Der Anteil des Flugverkehrs am gesamten anthropogenen Treibhauseffekt wird aktuell auf etwa neun Prozent geschätzt, die Tendenz ist stark steigend. Die Auswirkungen der Schadstoffe, die ein Flugzeug ausstößt, sind aufgrund der Flughöhen im Durchschnitt dreimal höher als die Abgase, die durch den Verkehr am Boden verursacht werden. Noch ist allerdings der Pkw-Verkehr der größte Klimaerwärmer. Innerhalb von acht Jahren von 1995 bis 2003 nahm weltweit die Anzahl der Pkws von 740 Milliarden auf 820 Milliarden zu, d.h. immer mehr Haushalte verfügen über ein Auto. In den Schwellenländern sind Autos ein Gewinn für die individuelle Fortbewegung und zudem wichtige Statussymbole für den neuen Wohlstand einer wachsenden Mittelschicht. Weltweit steigt aber nicht nur die Anzahl der Pkws, sondern auch die Anzahl der Wege, die damit mobil zurückgelegt werden, etwa zur Arbeit, aber auch für Freizeitaktivitäten. Schattenseite dieser Entwicklung sind die ansteigenden CO2-Emissionen.

Technologien und Innovationen

Mit Hilfe des technischen Fortschritts und Innovationen in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen konnte in vielen Regionen und Ländern heute materieller Wohlstand erzielt und die Lebensbedingungen verbessert werden. Der Preis dieser Fortschritte waren immer auch steigende Umweltbelastungen. Viele Technologien wurden entwickelt, um die Arbeitsproduktivität zu steigern; Umweltschutz hatte insbesondere während der Frühphase der voranschreitenden Technologisierung und Industrialisierung eine untergeordnete Bedeutung. Auch heute werden während der meisten Produktions- und Prozessphasen kaum Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Statt einer ressourceneffizienten Herstellung und Nutzung dominiert eine zum Teil sehr aufwendige Produktion unter hoher Ressourcen- und Energieaufwendung. Gleichzeitig werden die Phasen der Produktnutzung immer kürzer. Daraus resultiert die Bezeichnung der "Wegwerfgesellschaft" für die heutige Konsumgesellschaft. Kurz: Es werden Produkte mit hohem Energieaufwand hergestellt, aber nur geringe Zeit genutzt. Hoher Aufwand steht einer niedrigen Lebensdauer gegenüber.

Der technische Fortschritt und die Entwicklung von Innovationen haben jedoch nicht nur Nachteile. Sie bergen zudem viele Möglichkeiten, Umweltprobleme zu vermindern und zu lösen und damit dem Klimawandel vorzubeugen. So hat man beispielsweise Potenziale aufgedeckt, wie sich mit effizienten Techniken Energie sparen und mit erneuerbaren Energien (z.B. Windkraft, Sonnenenergie, Erdwärme) gewinnen lässt. Diese Potenziale werden bislang nur zu einem geringen Teil ausgeschöpft.

Fazit

Der Mensch ist für die derzeitige Klimaerwärmung und den damit in Zusammenhang stehenden Auswirkungen verantwortlich. Forscher und Wissenschaftler sehen jedoch mit Hilfe von Vorsorgestrategien und -maßnahmen sowie durch effiziente und nachhaltige Produktions- und Lebensstile die Chance, die Konsequenzen des Klimawandels abzuschwächen und das Klimaproblem zu lösen.

Literatur

Meyer, Bernd (2008): Wie muss die Wirtschaft umgebaut werden? Perspektiven einer nachhaltigeren Entwicklung, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main

Münz, Rainer und Reiterer, Albert F. (2007): Wie schnell wächst die Zahl der Menschen? Weltbevölkerung und weltweite Migration, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main

Steinfeld, H. et al. (2006): Livestock´s long shadow. Rom www.virtualcentre.org

Wager, Hermann-Josef (2007): Was sind die Energien des 21. Jahrhunderts? Der Wettlauf um die Lagerstätten, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main


10. Juli 2008

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