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Megastädte
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In den verschiedenen Regionen und Kulturen gehen die Vorstellungen vom individuellen Raumbedarf weit auseinander. Wo Großfamilien noch eine wichtige Rolle spielen, werden ein enges Zusammenleben und eine hohe Belegungsdichte der Räume eher akzeptiert als in Ländern mit einem individualistischen Lebensstil, Kleinfamilien und vielen Single-Haushalten.

In den hoch entwickelten Ländern beträgt der Wohnflächen-Konsum über ca. 40 qm pro Person, in den Entwicklungs- und Schwellenländern müssen viele Familien mit einem Raum auskommen. Bei der Bemessung eines "ausreichenden" Wohnraums spielt natürlich auch das Klima eine wichtige Rolle, weil sich in den Tropen und Subtropen viele private Aktivitäten nicht in geschlossenen Räumen, sondern im zugehörigen Freiraum – etwa einer Terrasse, einem Hof oder Garten – vollziehen. Ein entsprechendes geschütztes und beschattetes Wohnumfeld ist deshalb in den Tropen genauso wichtig wie die Zahl und Größe der Räume.

Ein kritischer Mangel an Wohnraum gilt dennoch als ein deutliches Slum-Merkmal, weil die Überbelegung von Räumen negative Auswirkungen auf die Gesundheit, Privatheit und Lebensqualität der Bewohner hat. UN-HABITAT betrachtet eine Wohnung als überbelegt, wenn sich in einem Haushalt mehr als drei Personen einen Raum teilen, also z.B. sieben Menschen in zwei Räumen leben.

Nach dieser Definition leben 19% oder 400 Mio. Stadtbewohner in kritisch überbelegten Wohnungen. Dabei weist Südasien (mit Indien) das größte Defizit auf, dort lebt über ein Drittel der städtischen Bevölkerung (35% oder 157 Mio.) in Räumen, die mit mehr als 3 Personen belegt sind. Etwas besser sieht es in Südostasien und Afrika (südl. d. Sahara) aus, wo rund ein Viertel der Bevölkerung in überbelegten Räumen lebt. Mit 11% ist in Lateinamerika (und Karibik) das Defizit deutlich geringer, dies gilt ebenso für Ost- und Westasien sowie für Nordafrika (9%).

Extrem überbelegte Wohnungen sind aber nicht nur in desolaten Slumgebieten zu finden, sondern auch im sozialen Wohnungsbau und in Mietwohnungen, die zwar äußerlich intakt erscheinen, wo aber eine fortschreitende Aufteilung und Untervermietung zu einer hohen Wohndichte geführt hat.

Definition

Die großen ökonomischen und kulturellen Unterschiede in den einzelnen Ländern lassen keine allgemeingültige Definition von Wohnraummangel und Überbelegung zu. Die Wohn- oder Belegungsdichte kann man als "Quadratmeter pro Person" oder als "Personen pro Raum" dokumentieren. Als überbelegt gilt bei UN-HABITAT eine Wohnung, die mit mehr als 3 Personen pro Raum belegt ist. Hebt man den geforderten Minimalstandard auf 2 Personen pro Raum an, dann wäre wahrscheinlich in Afrika (südl. d. Sahara) und in Südasien mehr als die Hälfte der städtischen Bevölkerung nicht ausreichend mit Wohnraum versorgt.

Statistik

Städtische Bevölkerung mit ausreichender Wohnfläche, 2003

  Städtische Bevölkerung (Mio.) ausr. Wohnfläche (%) nicht ausr. Wohnfläche (%)
Nordafrika 77,9 91 9
Afrika südl. d. Sahara 251,2 73 27
Lateinamerika u. Karibik 417,2 88 12
Ostasien 564,9 91 9
Südasien 448,7 65 35
Südostasien 228,6 73 27
Westasien 124,4 91 9
   
Gesamt 2.112,90 81 19


Quelle
UN-HABITAT: State of the World's Cities 2006/7, p.70, table 2.2.1
Urban Indicators Programme Phase III and United Nations, World Urbanization Prospects; The 2003 revision.

Autor: Prof. Dr. Eckhart Ribbeck




Links ins Internet

UN Statistics Division - Indicators on housing

UN-HABITAT - The Right to Adequate Shelter in International Instruments

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