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Nichtstaatliche Organisationen
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Lobbyismus |
| Christine Wendel, Michaela Pampel, Michaela Hudi |
Lobbyismus von NGOs: Ein Blick nach Brüssel
Sie tun es öffentlich, in den teuersten Restaurants der Weltmetropolen. Bei Austern und Champagner pflegen die Drahtzieher ihre Kontakte zu den politischen Entscheidungsträgern. Papiere werden über den Tisch geschoben, politische Geheimnisse
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| Lobbyismus und Journalismus |
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| Einblicke in den Alltag und die Probleme der Lobbyarbeit gibt die EU-Journalistin Angelina Hermanns. Im Gespräch wird klar, dass Lobbyismus und Journalismus mehr miteinander gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermuten würde. |
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weitergegeben, es wird Einfluss genommen auf das Räderwerk der Macht. Dabei ist es nicht immer wichtig, sich mit den ganz großen Fischen zu treffen, manchmal macht man in deren Vorzimmern den besseren Fang. Mittlerweile formiert sich an den Schaltstellen der Macht ein ganzes Heer von Lobbyisten, die allerdings nicht nur heimlich in schicken Restaurants aktiv werden, sondern auch ganz offiziell die Gesetzgebung mit ihrem Fachwissen unterstützen. 5000 von ihnen sind offiziell beim Europäischen Parlament akkreditiert, beim deutschen Bundestag in Berlin sind es immerhin annähernd 2000.
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Bis heute konnte der Lobbyismus das negative Image einer Schattentätigkeit nicht loswerden. Dabei geht es gar nicht immer um primär wirtschaftliche Interessen. Gerade die Lobbyisten von Nichtregierungsorganisation kämpfen oft für das Allgemeinwohl und soziale Belange. Die meisten NGOs haben sich Menschenrechte, Umwelt- und Verbraucherschutz oder Gesundheit auf die Fahnen geschrieben.
Einzelne Interessenverbände können so heute schon mal die Räder der Politik ins Stocken bringen. So hat die Frauenlobby die Einführung von Unisex-Beiträgen bei der Rentenversicherung vorangetrieben. In Deutschland gilt jetzt: Bei allen riesterfähigen Verträgen, die ab 2006 abgeschlossen werden, sind Männer und Frauen gleich zu behandeln. Das war nicht immer so: Weil Männer statistisch gesehen nicht so lange leben wie Frauen, und weil Frauen oftmals durch Schwangerschaften Auszeiten nehmen müssen, bekamen Männer bislang für die gleichen Beiträge später eine höhere monatliche Rente. Bei Frauen müsse das Geld schließlich für einen längeren Zeitraum reichen, lautete die Begründung. Die empfindet man jetzt als diskriminierend und deswegen fordert nun auch die EU-Kommission: Männer sollen in Zukunft für den gleichen eingezahlten Beitrag die gleiche Rente erhalten wie Frauen.
01. Februar 2006 |
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