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Dossier Parteien
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Die FDP – Wählerschaft und Mitglieder |  |
| Matthias Kortmann |
| Bis heute verfügt die FDP nur über eine kleine Stammwählerschaft. Mit jedem Koalitionswechsel traten zahlreiche Mitglieder aus und die Wählerstruktur der Partei wandelte sich.
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| Versammlung von FDP-Mitgliedern in Aue. Bild: FDP Kreisverband Aue-Schwarzenberg, www.flickr.com, by-nd/2.0 |
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Sowohl die Mitglieder als auch die Wählerschaft der FDP haben sich im Laufe der Zeit mehrfach gewandelt, was auch auf die programmatische Entwicklung der Partei zurückzuführen ist. Inhaltliche Neuorientierungen waren immer auch mit Mitglieder- und Wählerbewegungen verbunden.
Mitglieder
Seit ihrem Bestehen zeichnet sich die FDP durch eine relativ uneinheitliche Mitgliederentwicklung aus, was vor allem mit ihrer Koalitionspolitik zusammenhängt: Nach dem Wechsel ihrer Koalitionspartner 1969 und 1982 verlor sie jeweils einen Teil ihrer Mitglieder, welche die Wende der Partei nicht mittragen wollten.
Zwischenzeitlich konnte die FDP ihre Mitgliederzahlen durch neue Partei-Eintritte wieder stabilisieren. So steigerte die Partei ihren Mitgliederbestand von 57.000 im Jahr 1969 auf 87.000 im Jahr 1981. Bis 1989 reduzierte sich diese Zahl jedoch wieder auf gut 65.000 Mitglieder.
Durch den Zusammenschluss mit den ostdeutschen liberalen Parteien im Zuge der deutschen Einheit gewann sie mit einem Mal 130.000 Mitglieder hinzu, so dass sie 1990 eine Mitgliederzahl von fast 180.000 vorweisen konnte. Bis Ende des Jahres 2005 verringerte sich diese Zahl jedoch wiederum auf den Stand von 1989. Bis Ende 2007 ist die Mitgliederzahl weiter gesunken auf knapp über 64.000.
Die Berufstruktur der FDP-Mitglieder ist durch einen hohen Anteil Selbstständiger geprägt, während Arbeiter in der Partei kaum vertreten sind. Der Frauenanteil war 2002 mit knapp 24 Prozent etwa dem von CDU und CSU vergleichbar, jedoch deutlich geringer als bei SPD, Bündnis 90/Die Grünen und PDS. Die Partei weist mit 11 Prozent einen relativen hohen Anteil junger Mitglieder (bis 29 Jahre) auf.
Wählerschaft
Die Wählerschaft der FDP war in den Nachkriegsjahrzehnten vor allem im protestantischen "alten" Mittelstand verankert. Während der sozialliberalen Koalition rekrutierte sie ihre Wähler zunehmend aus der neuen Mittelschicht, die im Zuge des allgemeinen Wandels der Berufsstruktur entstand, also bei Angestellten und Beamten.
Heute kann die FDP vor allem Wähler unter Selbstständigen, im Bildungsbürgertum sowie bei Führungskräften in Industrie und Wirtschaft mobilisieren. Bei der Bundestagswahl 2009 erzielte sie einen überdurchschnittlichen Stimmenanteil bei jüngeren Wählern bis 45 Jahre, am stärksten vertreten war sie unter den 25- bis 35-Jährigen (18,3 Prozent gegenüber 14,6 Prozent in der gesamten Wählerschaft).
Insgesamt wählen eher Männer als Frauen die FDP. Da die Partei über ein nur geringes Stammwählerpotential verfügt, ist sie oftmals bei Wahlen auf die Leihstimmen von Anhängern der großen Parteien, vor allem der Union, angewiesen.
Literatur
Dittberner, Jürgen, 2005: Die FDP, Geschichte, Personen, Organisation, Perspektiven. Eine Einführung, Wiesbaden.
Niclauß, Karlheinz, 2002: Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung, 2., überarbeitete und aktualisierte Neuauflage, Paderborn/München/Wien/Zürich.
Niedermayer, Oskar: Parteimitglieder in Deutschland: Version 2008. Arbeitshefte a. d. Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 13, FU Berlin 2008.
Oberreuter, Heinrich, 2000: Die politischen Parteien in Deutschland, Geschichte, Programmatik, Organisation, Personen, Finanzierung, 26., aktualisierte Auflage, München.
Schubert, Klaus/Klein, Martina, 2006: Freie Demokratische Partei (FDP), in: Das Politiklexikon, Bonn, 112-113.
Bundeswahlleiter, 2010: Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009, Heft 4: Wahlbeteiligung und Stimmabgabe der Männer und Frauen nach Altersgruppen, Wiesbaden.
Vorländer, Hans, 1992: Die Freie Demokratische Partei, in: Mintzel, Alf/Oberreuter, Heinrich (Hrsg.): Parteien in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 266-318.

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22. Februar 2010 |  |
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