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Hintergrund aktuell (29.11.2007)
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Die Zukunft des KosovoDer Status des Kosovo bleibt ungeklärt: Die letzte Gesprächsrunde zwischen
Serben und Kosovo-Albanern brachte keine Einigung. Die Provinz könnte nun
einseitig die Unabhängigkeit von Serbien erklären. Drohen dem Balkan neue
Unruhen?
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Kosovos Präsident Fatmir Sejdiu spricht vor dem Parlament in Pristina. Foto: AP
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Eine diplomatische Lösung für die Provinz Kosovo scheint in weite Ferne
gerückt. Auch der dritte Tag der letzten Gesprächsrunde unter
internationaler Vermittlung in Baden bei Wien brachte keine Lösung. Zu
festgefahren sind die Vorstellungen der beiden Konfliktparteien für den
künftigen Status der serbischen Provinz. Während die albanische Delegation
auf eine vollständige Unabhängigkeit von Serbien besteht, wollen die Serben
der Provinz lediglich eine "weit reichende" Autonomie in Aussicht stellen.
Der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, erklärte im Anschluss der
Gespräche, dass es weitere Verhandlungen mit Belgrad nicht geben werde.
Pristina wolle nun so bald wie möglich seine Unabhängigkeit erklären,
womöglich bereits im Januar. Für diesen Fall droht Serbien mit sofortigen
Konsequenzen: Belgrad werde dann Wirtschaftssanktionen und eine
Reiseblockade über Kosovo verhängen, erklärte ein Vertreter der serbischen
Delegation. Zudem wolle Belgrad die Stromversorgung unterbrechen. Das würde
die Lage im Kosovo weiter verschärfen - schon jetzt zählt die Region mit
einer Arbeitslosigkeit von rund 60 Prozent zu den ärmsten Europas.
US-Vermittler Frank Wiesener befürchtet neue Unruhen auf dem Balkan, sollten
die Kosovo-Albaner einseitig die Unabhängigkeit der seit 1999 unter
UN-Verwaltung stehenden Provinz erklären. Die Vermittler konnten Serben und
Albaner im Rahmen ihrer Gesprächsrunde allerdings dazu bewegen, formell an
ihrem Gewaltverzicht festzuhalten.
Seit fast 120 Tagen verhandeln Serben, Albaner und die so genannte
Kosovo-Troika aus jeweils einem Vertretern der EU, USA und Russland über die
Zukunft der Krisenprovinz – ohne Erfolg. Mehrere Pläne wurden seither
diskutiert, allerdings sind auch die Positionen der Troika keineswegs
einheitlich. Russland unterstützt die serbische Position, der Provinz
allenfalls eine Teilautonomie zuzugestehen. Die EU und die USA plädieren für
eine eingeschränkte Souveränität des Kosovo unter Aufsicht der Europäischen
Gemeinschaft, die auch von den meisten albanischen Parteien akzeptiert wird.
Der Zeitpunkt, eine einvernehmliche Lösung zu finden, rückt allerdings
näher: Am 10. Dezember muss die Troika UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ihre
Vermittlungsergebnisse darlegen. Danach hat der UN-Sicherheitsrat über den
künftigen Status zu entscheiden. Aber auch hier könnte sich eine Einigung
als schwierig erweisen. Sicherheitsratmitglied Russland hatte bereits in der
Vergangenheit wiederholt deutlich gemacht, dass es eine Fortsetzung der
direkten Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina über den 10. Dezember
hinaus wünsche – anderenfalls werde Moskau sein Veto im Sicherheitsrat
einlegen. Die UN-Pläne, die sich nahe an der europäischen Position
orientieren, wären damit blockiert.
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