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Wie fing das an mit der EU?
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Gründung der Europäischen Gemeinschaften |
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| Eckart D. Stratenschulte |
| Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs schlug Robert Schuman die Vereinigung deutscher und französischer Schwerindustrie in der "Montanunion" vor. Für die Bundesrepublik Deutschland begann damit die Westintegration.
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| April 1951, Paris: Der französische Außenminister Robert Schuman unterzeichnet den Vertrag zur Montanunion. Foto: AP |
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 |  | Die Entstehung der Europäischen Union ist nur vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs verständlich. Als der von Deutschland begonnene und verlorene Krieg zu Ende war, bestand große Unsicherheit, wie es nun in Europa weitergehen solle. Zum einen zog der Ost-West-Konflikt auf, da die wichtigsten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs - die USA und Großbritannien auf der einen, die Sowjetunion auf der anderen Seite - sehr unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, wie das Nachkriegseuropa aussehen sollte. Zum anderen befürchtete man insbesondere in Frankreich, das geschlagene Deutschland könnte in absehbarer Zeit wieder zu Kräften kommen und erneut zur Bedrohung werden. Der Erste Weltkrieg war in den Nachbarländern noch gut in Erinnerung. Auch 1918 war Deutschland besiegt worden - und nur gut 20 Jahre später wurde Paris von deutschen Truppen eingenommen.
Es galt also, zwei Fragen gleichzeitig zu lösen: Wie konnte der Westen trotz eines teilweisen Rückzugs amerikanischer Truppen genügend Stärke aufbringen, um gegen die Sowjetunion und eine mögliche Bedrohung durch sie bestehen zu können, und wie konnte Deutschland in ein solches Konzept eingebunden werden, ohne seinerseits zur Gefahr für seine Nachbarn zu werden?
Robert Schuman und die Montanunion
Die Antwort gab der französische Außenminister Robert Schuman am 9. Mai 1950, also genau 5 Jahre nach Kriegsende. Er schlug eine "Montanunion" vor, eine Vereinigung der deutschen und der französischen Schwerindustrie, an der teilzunehmen andere Staaten ausdrücklich eingeladen waren. Das Besondere an Schumans Vorschlag war die gemeinsame Verwaltung der Kohle- und Stahlindustrie. Das ging weiter als die üblichen internationalen Vereinbarungen. Hier musste jeder der beteiligten Staaten ein Stück nationaler Souveränität aufgeben, die dann gemeinsam ausgeübt wurde.
Bereits ein Jahr zuvor, am 5. Mai 1949, hatten zehn europäische Staaten den Europarat gegründet. Sein Ziel war und ist es, durch Zusammenarbeit der Staaten zu Frieden, Demokratie und Wohlstand beizutragen. Aber auf eine Souveränitätsübertragung von den Nationalstaaten auf den Europarat, die damals durchaus diskutiert wurde, konnte man sich in Straßburg, wo die Institution seit Gründung ihren Sitz hat, nicht einigen. Die Supranationalität ist bis heute eine Besonderheit der Europäischen Union, die diese nicht nur vom Europarat, sondern von vielen anderen internationalen Institutionen unterscheidet.
20. Oktober 2010 |
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