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Dossier Parteien

Parteien für Einsteiger


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Sebastian Gievert

Was sind eigentlich Parteien? Wie funktionieren sie, wofür stehen sie, und warum gibt es sie überhaupt? Eine kleine Einführung in zwei Seiten.


Bild: B. Hageneder (Photocase.de)
In Parteien finden sich Menschen mit Ähnlichen politischen Interessen zusammen. Bild: B. Hageneder (Photocase.de).

Stellt man sich die deutsche Demokratie als Dampfmaschine vor, dann sind Parteien der Keilriemen: Sie sorgen dafür, dass Bewegung von einem Teil der Maschine in den anderen kommt – und zurück. Parteien werden deshalb oft auch als demokratisches Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft bezeichnet.

Es gibt kaum politische Entscheidungen in Deutschland, an denen sie nicht beteiligt sind. Fast alle Abgeordneten in den Parlamenten gehören einer Partei an – obwohl es die Möglichkeit gibt, direkt für ein Amt zu kandidieren. Die Bundesrepublik Deutschland wird daher häufig als Parteiendemokratie bezeichnet.

Die Entstehung der heutigen Parteien in Deutschland

Meist bestimmen die in den Bundestag gewählten Organisationen unser Bild von Parteien: CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis90 / Die Grünen und Die Linke sind derzeit in das Parlament gewählt.

Die Christlich Demokratische Union (CDU) ist eine liberal-konservative Volkspartei, die sich für christliche Werte und das Bürgertum einsetzt.

Im Freistaat Bayern ist die CDU nicht aktiv. Dort gibt es die Christlich Soziale Union, die im Bundestag mit der CDU zusammenarbeitet und ein eine ähnliche Programmatik vertritt.

Eine weitere Volkspartei ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, kurz SPD. Sie ist eine der ältesten Parteien in Deutschland und wurde bereits 1875 als Arbeiterpartei gegründet. Heute setzt sich die SPD für die Ideale Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ein.

Weniger Wähler, Mitglieder und Abgeordnete im Parlament als die sogenannten Volksparteien haben FDP, Grüne und Die Linke. Die Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP) betont in ihrem Programm besonders die Freiheit der Bürger und ist gegen einen starken Einfluss des Staates auf die Wirtschaft.

Die Partei DIE LINKE vertritt das Ziel eines demokratischen Sozialismus und entstand 2007 als Zusammenschluss der Linkspartei-PDS und der WASG Bündnis90/Die Grünen stehen schwerpunktmäßig für Umweltschutz und Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Viele Deutsche wissen gar nicht, dass es auch zahlreiche Kleinparteien gibt, oder stoßen erstaunt auf ihre Namen auf dem Stimmzettel, wenn sie wählen gehen. Dass wenige große Parteien die Politik bestimmen, hängt mit der deutschen Geschichte zusammen: In der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik, führte die Zersplitterung des Parlaments in viele kleine Parteien zu einer unstabilen Regierung.

Ihre Schwäche und die Unzufriedenheit der Bürger mit ihnen waren ein Grund dafür, dass die Nationalsozialisten 1933 in Deutschland an die Macht kamen. Daher muss eine Partei heute bis auf wenige Ausnahmen mindestens fünf Prozent aller Stimmen erlangen, um im Bundestag oder Länderparlamenten vertreten zu sein.

Und noch etwas hat Deutschland aus der Geschichte gelernt: Parteien, die darauf aus sind, die freiheitlich demokratische Grundordnung Deutschlands abzuschaffen, können verboten werden.


28. August 2009

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Parteien spielen eine wichtige Rolle im politischen System der Bundesrepublik. Das Heft behandelt Ansehen, Organisation, Funktionen, Geschichte und Entwicklung sowie Finanzen der Parteien in Deutschland.
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