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Wahlkampf um US-Präsidentschaftswahlen 2012 eröffnet

Während für die Demokraten Amtsinhaber Barack Obama erneut für das Amt des amerikanischen Präsidenten an den Start geht, hat der parteiinterne Wettbewerb der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur 2012 begonnen. Bei der traditionellen Testwahl für mögliche Bewerber, dem Iowa Straw Poll, machte am Samstag die Tea-Party-Kandidatin Michele Bachmann knapp das Rennen.

Die USA wählen am 6. November 2012 einen neuen Präsidenten. Bereits jetzt wird schon heftig um die Kandidatur für die republikanische Partei gerungen.

Der "Iowa Straw Poll"



Am vergangenen Sonntag (13. August) fand in Ames, im Staat Iowa, der traditionelle Iowa Straw Poll statt. Bei dieser Veranstaltung entscheidet die Bevölkerung Iowas in einer Art Testlauf über Bewerber für die republikanische Präsidentschaftskandidatur.

Für republikanische Präsidentschaftsbewerbungen gilt der Iowa Straw Poll traditionell als wichtiger Test. Die Abstimmung hat zwar keine direkten Folgen für die Kandidatenauswahl der Partei, sie ist jedoch eine wichtige Probeabstimmung: Sowohl für die Kandidaten, die ihre Chancen auf eine Kandidatur testen können, als auch für die Partei, die die Tragfähigkeit der möglichen Kandidaten austesten kann.

Zehn Kandidaten bewarben sich 2011 um die Gunst der republikanischen Wähler Iowas. Gewinnerin war in diesem Jahr die ultrakonservative Kongressabgeordnete Michele Bachmann. Bachmann ist eine der führenden Persönlichkeiten der Tea-Party-Bewegung. Knapp hinter ihr kam der Abgeordnete Ron Paul auf den zweiten Platz. Tim Pawlenty, früherer Gouverneur von Minnesota, landete auf Platz drei und beendete kurz darauf seine Kandidatur. Der bisherige Favorit Mitt Romney landete weit abgeschlagen auf Platz 4.

Weitere Kandidaten, wie der texanische Gouverneur Rick Perry, traten in Iowa noch nicht an. Perry verkündete jedoch am selben Wochenende seine Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur.

Vorwahlen und Nominierungsparteitage



Tatsächlich bindend werden die Kandidaten der Parteien für die Präsidentschaftswahl erst bei den Vorwahlen und darauf folgend auf den Nominierungsparteitagen ermittelt.

Eine parteiinterne Kandidatenkür ("Caucus") oder eine Vorwahl ("Primary") halten die beiden großen Parteien in jedem Bundesstaat ab. Jeder Staat schickt danach eine bestimmte Anzahl Delegierter zum nationalen Parteitag, bei denen die endgültigen Kandidaten gekürt werden.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem "Caucus" und einer "Primary" ist, dass in Primaries Wähler in einer geheimen Abstimmung zwischen den Kandidaten entscheiden. Bei einem Caucus werden lediglich Delegierte gewählt, die dann in den Nominierungsparteitag entsandt werden.

Die Vorwahlen in den Staaten finden zwischen Januar und Juni statt. Bei den Nominierungsparteitagen der Parteien, den "National Conventions", die im Sommer nach den Vorwahlen stattfinden, treffen sich die Parteidelegierten aus den Bundesstaaten, um den endgültigen Kandidaten der Partei zu wählen. Meist ist es jedoch durch die Vorwahlen bereits vor dem Parteitag klar, welcher Kandidat die meisten Stimmen seiner Parteigenossen auf sich vereinen konnte.

Für die demokratische Partei bewirbt sich Präsident Barack Obama um eine zweite Amtszeit, wie er bereits im April erklärte. Er wird sich deshalb voraussichtlich weder in den Vorwahlen noch auf dem Nominierungsparteitag gegen andere potentielle Kandidaten seiner Partei durchsetzen müssen.

Die "General Election"



Die eigentlichen Präsidentschaftswahlen finden am 6. November 2012 statt. Die Wahl des Präsidenten erfolgt indirekt. Aus jedem Staat werden Wahlmänner entsandt, die nach erfolgter Abstimmung mit einem bindenden Votum in Washington offiziell den Präsidenten wählen.



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