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Landwirtschaft
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Ökologische Landwirtschaft – für noch grünere Äcker |
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| Bianca Borowski |
| Ökologische Landbau entwickelte sich in Deutschland im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Das Ziel: ressourcenschonend und tiergerecht zu wirtschaften und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu erzeugen.
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| Freilebende Gänse auf einem Biobauernhof. Foto: AP |
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Der Ökologische Landbau entwickelte sich in Deutschland im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Angesichts ökonomischer und ökologischer Probleme, die durch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft ausgelöst wurden, beschritten ökologisch wirtschaftende Landwirte neue Wege. Lange bevor nachhaltiges Wirtschaften zum allgegenwärtigen Schlagwort wurde, entwarfen sie Richtlinien, um ressourcenschonend und tiergerecht zu wirtschaften und zugleich qualitativ hochwertige Lebensmittel zu erzeugen.
Was zeichnet die Ökologische Landwirtschaft aus?
Prinzipiell soll der Betrieb weitgehend unabhängig von externen Produktionsmitteln in möglichst geschlossenen Stoff- und Energiekreisläufen bewirtschaftet werden. Die Anzahl und Art der gehaltenen Tiere und die im Pflanzenbau angebauten Kulturen sollen idealerweise aufeinander abgestimmt und den spezifischen Gegebenheiten und Möglichkeiten des jeweiligen Standortes angepasst sein.
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Zur Person |
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Bianca Borowski Geb. 1978 in Eckernförde, studierte Umweltwissenschaften (Schwerpunkt Naturschutz und Umweltkommunikation) in Lüneburg und ist seit 2005 beim Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft sowie als freie Autorin tätig.
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 |  | So ergibt sich zum Beispiel das Gebot der "flächengebundenen" Tierhaltung: Es sollen nur so viele Tiere gehalten werden, wie mit den Futtermitteln des jeweiligen Betriebes ernährt werden können. Zugleich sollte die Menge des anfallenden Wirtschaftsdüngers, das heißt der Ausscheidungen der Tiere, mit dem Nährstoffbedarf der Anbauflächen und Pflanzen abgestimmt sein. So dient er als wertvoller Ersatz für leicht lösliche mineralische Düngemittel. Diese sind ebenso wie chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel größtenteils verboten. Denn der Öko-Landbau zielt nicht auf Maximalerträge, die Tieren und Natur abgerungen werden. Im Gegenteil geht es darum, die ohnehin ablaufenden natürlichen Prozesse und Wechselwirkungen zu nutzen und zu fördern.
Dies zeigt sich besonders deutlich in der Düngung. Deren Hauptanliegen ist nicht, die Ackerpflanzen direkt zu ernähren, sondern die Bodenfruchtbarkeit mit betriebseigenen, erneuerbaren Mitteln zu erhalten und zu pflegen. Dazu zählt vor allem der Anbau von Pflanzen, die in der Lage sind, Stickstoff aus der Luft im Boden anzureichern, den so genannten Leguminosen (etwa Erbsen, Bohnen oder Luzerne). Besonders wichtig ist darüber hinaus eine vielfältige Fruchtfolge. Die durchdachte Abfolge verschiedener Pflanzen auf den Feldern dient auch dazu, Schädlinge natürlich zu bekämpfen. Dafür pflanzen die Landwirte zudem Hecken oder Blühstreifen am Ackerrand, um gezielt Nützlinge wie bestimmte Vögel oder Insekten zu fördern.
Vielfalt ist ein wichtiges Prinzip des als Organismus betrachteten landwirtschaftlichen Betriebs. Sie zeigt sich auch in der Struktur der Agrarökosysteme. So werden Hecken, Feuchtbiotope oder Streuobstwiesen nicht nur für die Nützlinge geschaffen, sondern auch um die Stabilität der Ökosysteme zu erhöhen. Von der ökologischen Bewirtschaftung profitieren zahlreiche Wildkräuter und Tierarten, die auf Bio-Äckern deutlich zahlreicher auftreten als auf konventionellen. Auch die Pflanzensorten und Nutztierrassen weisen eine größere Vielfalt auf.
Tiere artgerecht halten
Öko-Landwirte streben eine möglichst artgerechte Tierhaltung an. Daher sind unter anderem wesentlich mehr Platz als in der konventionellen Haltung und regelmäßiger Auslauf vorgeschrieben. Käfighaltung für Legehennen ist ebenso verboten wie Vollspaltenböden für Schweine. Eine rein auf Höchstleistung ausgerichtete Fütterung ist untersagt; stattdessen sollen die Tiere mit Futter versorgt werden, das auch ihre artspezifischen Bedürfnisse achtet (etwa verpflichtende Stroheinstreu oder ausreichend Heu für Rinder). Die Vorgaben zur Gesunderhaltung der Tiere setzen vor allem auf Vorbeugung und schränken die Vergabe von chemisch-synthetischen Medikamenten ein – dies soll die Umwelt, die Lebensmittel und so letztlich die Verbraucher vor Rückständen schützen.
Die Ökologische Landwirtschaft nutzt in der Natur vorhandene Prozesse durch vorsichtige Überhöhung. Eingriffe, mit denen natürliche Ordnungsprinzipien grundlegend verändert werden – vor allem wenn die Folgewirkungen mit hohen oder nicht vorhersehbaren Risiken verbunden sind –, werden abgelehnt. Daher ist der Einsatz von Gentechnik grundsätzlich verboten.
Gesetzliche Regelungen und Kennzeichnung
Als immer mehr Verbraucher begannen, diese Wirtschaftsweise zu honorieren, und Bio-Lebensmittel kauften, wuchs die Gefahr von Trittbrettfahrern und einer unlauteren Verwendung des bis dato nicht geschützten Begriffes. Konsequenterweise erließ die EU 1991 (1999 für die Tierhaltung) gesetzliche Regelungen mit verbindlichen Vorgaben für die Erzeugung, Verarbeitung und Kontrolle von Bio-Lebensmitteln. Diese umfassen Vorschriften von der Art zulässiger Futtermittel über den maximalen Düngereinsatz bis hin zu den erlaubten Zusatz- und Hilfsstoffen. Auch die Fristen und Kriterien der Umstellung auf die biologische Wirtschaftsweise sind gemeinschaftlich geregelt.
Eines der dichtesten und wirksamsten Kontrollsysteme im Lebensmittelbereich soll garantieren, dass diese Vorgaben auch tatsächlich eingehalten werden. Mindestens einmal jährlich werden alle an der Herstellung Beteiligten, vom Landwirt bis zum Großhandel, kontrolliert. Akribisch und umfassend werden die Herkunft der Rohstoffe und weiterer Komponenten sowie die Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse bis hin zum Verkauf überprüft. Je nach Grad eines Verstoßes müssen die Unternehmen mit unterschiedlich schweren Sanktionen rechnen.
Auch die Kennzeichnung der Waren ist gesetzlich geregelt, sodass Verbraucher sicher sein können: Wo "bio" oder "öko" auf dem Lebensmittel steht, ist auch "bio" drin. Verlässliche Orientierung auf den ersten Blick bietet seit 2001 das deutsche Bio-Siegel. Das grüne Sechseck darf für alle Produkte und Waren verwendet werden, die den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung entsprechen – unabhängig davon, ob diese aus Deutschland stammen oder nicht. Ab dem Jahr 2010 wird ein europaweit einheitliches Zeichen eingeführt. Zusätzlich finden sich auf zahlreichen Bio-Produkten auch die Zeichen der Bio-Verbände. Diese machen in ihren jeweiligen Richtlinien zum Teil deutlich strengere Vorgaben als die EU-Verordnung.
30. März 2009 |
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Informationen zur politischen Bildung |
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Umweltpolitik
Treibhauseffekt, Nahrungsmittelknappheit und das Wachstum der Erdbevölkerung: Die Welt steht vor großen umweltpolitischen Herausforderungen. Politiker, Medien und Umweltaktivisten diskutieren mögliche Lösungen für diese und weitere Probleme. Wie kann der Mensch das System Erde schützen? Das Heft gibt Antworten. |
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Welternährung
Hunger ist ein Verteilungsproblem, denn ausreichend Nahrung ist vorhanden. Es bedarf eines Kurswechsels in der Agrar- und Handelspolitik sowie neuer Wege zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. |
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Veranstaltungs-dokumentation |
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