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Landwirtschaft

Ökologische Landwirtschaft – für noch grünere Äcker


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Bianca Borowski
Globalisierung und regionale Verankerung des Öko-Landbaus
Prinzipiell können Verbraucher auch bei Produkten und Rohstoffen, die von außerhalb der EU eingeführt werden, sicher sein, dass es sich um "echte" Bio-Produkte handelt, da sie gleichwertigen Anforderungen genügen müssen. Doch der rasant wachsende Markt und die zunehmende Einfuhr von Rohstoffen und Lebensmitteln aus aller Welt erhöhen die Gefahr von Betrug. Mit der fortschreitenden Globalisierung der Bio-Produktion steigen zudem die transportbedingten Umweltbelastungen. Wie ökologisch können Bio-Produkte aus Übersee noch sein?

Will man das gleiche Sortiment wie im konventionellen Bereich, können manche Produkte allerdings nur in anderen Klimazonen erzeugt werden (etwa Kaffee, Kakao, tropische Früchte). Außerdem bringt Bio-Landwirtschaft den dortigen Produzenten und der Umwelt vor Ort all die Vorteile, die wir auch hier zu schätzen wissen.

Umfassende Ökobilanzen von Produkten zu erstellen ist schwierig, denn die Emissionen und sonstigen Umweltwirkungen müssen genau erfasst werden. So kann zum Beispiel ein energieintensives Produktionsverfahren (Gewächshauskulturen) für die Gesamtenergiebilanz kritischer sein als die Transportstrecke. Nichtsdestotrotz wäre die regionale Herstellung möglichst vieler Bio-Produkte wünschenswert.

Grafik_Bioanbau
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Entwicklung der Bio-Anbaufläche. Quelle: Zahlen, Daten, Fakten: Die Bio-Branche 2009. Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V.
Dem Öko-Landbau ist die regionale Verankerung seit jeher ein wichtiges Anliegen, das sich zum Beispiel in den Prinzipien der flächengebundenen Tierhaltung und der Kreislaufwirtschaft niederschlägt. Einige Verbände verbieten Futtermittelimporte aus dem Ausland, und in der Regionalvermarktung sind Bio-Landwirte überproportional engagiert.

Gründe für eine Förderung des Öko-Landbaus

Angesichts unterschiedlicher Erzeugungsbedingungen weltweit und Transportkosten, welche die Umweltbelastungen nicht widerspiegeln, kann es für Bio-Produzenten hierzulande schwierig sein, sich gegen Konkurrenten aus dem Ausland zu behaupten. Dabei erzeugt der Öko-Landbau nicht nur schmackhafte und gesunde Lebensmittel, sondern erbringt zahlreiche gesellschaftliche Leistungen. So hilft er, die Biodiversität und vielfältige Kulturlandschaften zu erhalten.

Mit seinen positiven Wirkungen auf Leben, Struktur und Wasserspeicherkapazität des Bodens trägt er zum Schutz vor Erosion und Hochwasser bei. Ausgewogenere Nährstoffbilanzen und der zurückhaltendere Einsatz von Medikamenten schonen die Oberflächengewässer, den Boden wie auch das Trinkwasser. Der Öko-Landbau ist auch klimaverträglicher: Der Verzicht auf mineralische Dünger und synthetische Pflanzenschutzmittel vermindert den Energieverbrauch und zugleich die Emission klimawirksamer Gase.

Nicht nur die Umwelt profitiert: Durch einen höheren Arbeitsaufwand und einen hohen Anteil handwerklicher Arbeiten (auch in Verarbeitung und Handel) schafft die Ökologische Lebensmittelwirtschaft zusätzliche Arbeitsplätze, darunter überproportional viele für Menschen mit Behinderungen. Im Durchschnitt beschäftigen die Betriebe etwa ein Drittel mehr Menschen. So tragen sie dazu bei, bäuerliche und mittelständische Strukturen zu sichern und die Attraktivität ländlicher Räume zu erhöhen.

Bislang werden diese gesellschaftlichen Leistungen jedoch nur in Ausnahmefällen honoriert. Von besonderer Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe ist die Umstellungsförderung, die durch die Bundesländer festgesetzt wird. Denn wird auf die ökologische Wirtschaftsweise umgestellt, gehen meist (zunächst) die Erträge zurück, während der Arbeitsaufwand steigt.

Vor allem die ökologische Tierhaltung erfordert zudem nicht unerhebliche Anfangsinvestitionen. Als (teurere) Bio-Ware vermarktet werden dürfen die Produkte jedoch erst nach einer mehrjährigen Umstellungsfrist, was die finanziellen Herausforderungen noch erhöht. Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bio-Branche zu verbessern und hierzulande von den gesellschaftlichen Leistungen des Öko-Landbaus zu profitieren, wäre es angeraten, die Betriebe weiter zu unterstützen.

Grafik_Bio_EU
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Öko-Anbaufläche in der EU 2007. Quelle: Zahlen, Daten, Fakten: Die Bio-Branche 2009. Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V.
Im Vergleich zu anderen Ländern der EU liegen die in Deutschland gezahlten Prämien im Mittelfeld. Zwischenzeitlich wurde die Umstellungs- oder Beibehaltungsförderung in einigen Bundesländern deutlich reduziert oder ausgesetzt. Die daraus resultierende Planungsunsicherheit für die Betriebe ist einer der wesentlichen Gründe, warum die Erzeugung hierzulande deutlich der wachsenden Nachfrage hinterherhinkt.


30. März 2009

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