Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Gesellschaft
WM 2006
WM-Länder
Angola
Argentinien
Australien
Brasilien
Costa Rica
Deutschland
Ecuador
Elfenbeinküste / Côte d´Ivoire
England
Frankreich
Zahlen und Daten
Ghana
Iran
Italien
Japan
Kroatien
Mexiko
Niederlande
Paraguay
Polen
Portugal
Saudi-Arabien
Schweden
Schweiz
Serbien und Montenegro
Spanien
Südkorea
Togo
Trinidad und Tobago
Tschechien
Tunesien
Ukraine
USA
Hintergrund
Spielplan WM 2006
Presseschau
Spiele
Angebote der bpb
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Dossier Fußball-WM 2006

Frankreich


 1 / 6 
weiter
Hans Woller

Landesflagge Frankreich
Grossansicht des Bildes
Landesflagge Frankreich
Die Teilnahme 2006 bietet für die 'Equipe Tricolor' von Trainer Aimé Jacquet die Chance zur Wiedergutmachung. Nach dem WM-Gewinn im eigenen Land folgte 2002 ein Debakel: Frankreich schied bereits in der Vorrunde aus. Jetzt haben die Franzosen eine neue Möglichkeit, zur alten Stärke zu finden.

Champagnerfußball
Stellen wir uns vor: einer der millionenschweren Stars der französischen Fussballnationalmannschaft kommt auf der Autobahn A 4 an Reims vorbei. Aus den Augenwinkeln hinter seiner Markensonnebrille nimmt er kurz eine Stadiontribüne wahr. Eigentlich müsste jetzt sein Herz höher schlagen, denn eben hier steht die Wiege des erfolgreichen französischen Nachkriegsfussballs. Doch welcher Weg führt schon aus London, Turin oder Madrid, wo Spieler wie Henry, Trezeguet oder Zidane ihr Geld verdienen, über Reims?

Zur Person

Hans Woller, Jahrgang 1956, ist seit 1988 freier Frankreich-Korrespondent für Hörfunk und Fernsehen in Paris. Er arbeitet unter anderem für ORF, SRG und den Deutschlandfunk.

"Stade Reims" war zwischen 1949 und 62 sieben Mal französischer Meister, zwei Mal im Europapokalfinale, 1956 und 59, beide Male verlor man gegen Real Madrid. Heute, da die Elf aus der Champagne im unteren Mittelfeld der 2. französischen Liga verschwunden ist, leuchten, wenn der Namen des Clubs fällt, nur noch die Augen der älteren Generation, vor allem in Erinnerung an das mythische Stürmerpaar Raymond Kopa und Just Fontaine. Kopa, "der Napoleon des Fussballs", hiess mit richtigem Namen Kopaszewski und war Sohn eines polnischen Bergarbeiters aus Nordfrankreich. Just Fontaine hatte als kleiner Junge in Marokko das Fussballspielen gelernt und trug einen Vornamen, der klang, als stünde die französische Revolution mit auf dem Platz. Europa und die Welt haben sie schwindlig gespielt, vor allem Fontaine: 13 Tore bei der WM 58 in Schweden, ein bis heute unerreichter Rekord. Damals gewann Frankreich das kleine Finale gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland. Es war das bis dahin beste Ergebnis für die Blauen, besser als 1938, als Frankreich erstmals Ausrichter einer WM war.

Die Erfolge des so genannten Champagnerfussballs von "Stade Reims" und der Nationalmannschaft bildeten Ende der 50-er Jahre eine Art Gegengewicht zu den grossen Sorgen, die das Land plagten: Frankreich kam aus dem algerischen Schlamassel, das damals niemand als Krieg bezeichnen wollte, nicht heraus, De Gaulle wieder an die Macht zurück, mit ihm wurde gar eine neue Republik aus der Taufe gehoben, während zwei Millionen junge französische Rekruten gezwungen waren, in diesem letzten Kolonialkrieg Dienst zu tun.

Fußballerisch stand "Stade Reims" in dieser politisch bewegten Zeit auch am Anfang einer Entwicklung, die bis heute anhält, ja den französischen Fußball prägt, manche meinen, schwächt: das massive Abwandern der Spitzenspieler ins europäische Ausland. Raymond Kopa zog es damals schon zu Real Madrid, wo er an der Seite von di Stefano und Puskas spielte, heute, ein halbes Jahrhundert später, begeistert erneut ein Franzose die Fans des königlichen Clubs mit den weissen Trikots: Zinedine Zidane.


05. Dezember 2005

 1 / 6  weiter


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Kontakt | Home