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Genuss und Gewalt: Die Frage nach der Wirkung
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Spiel und Aggressivität |
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Ein Wechselverhältnis in den Theorien des Spiels |
| Gisela Wegener-Spöhring |
Einleitung
Erwachsene und insbesondere PädagogInnen haben die aggressiven Anteile des Spiels stets gern verdrängt, oder sie haben versucht, das Spiel zu "domestizieren" (Sutton-Smith). Allzu rasch wurde das aggressive Spiel als eine Vorbereitung auf reale Aggressivität gesehen. Das aber ist ein vorschneller Schluss: Spiel ist Umkehrung der Wirklichkeit, ist Transformation und Kontrafaktum und nicht Abbild der Realität; zwischen gespielter und realer Aggressivität muss unterschieden werden. Dies gilt auch für Spiele an Computern. In den älteren Theorien des Spiels konnten zahlreiche Argumente zur Stützung dieser These gefunden werden.
Der Beitrag versucht, die Diskussion auf eine breitere Basis zu stellen. Die pädagogische Sorge über aggressive Spielinhalte ist ein altes pädagogisches Thema und keinesfalls auf das Computerspiel begrenzt. So sagte Guts Muths bereits 1796: "Die Jugend spiele nur unschuldig … Knaben spielen oft Dieb, sie verurteilen und hängen, das ist hässlich und … roh ..." (vgl. Scheuerl 1975: 28f.).
Eine derartige Sichtweise wird heute niemand mehr vertreten, ist doch das Thema der Aggressivität seit Freud unhintergehbar geworden. Dennoch haben wir allzu oft die aggressiven und widerspenstigen Anteile des Spiels unterschlagen oder verdrängt; wir haben das Spiel pädagogisch ruhig gestellt, "domestiziert", wie der amerikanische Spielforscher Brian Sutton-Smith kritisiert, und es damit im Sinne einer heilen und harmonischen Kinderwelt unzulässig "idealisiert".
Mit einer solchen Sichtweise haben wir das Spiel verkürzt, verharmlost und in seinen Freiheitspotentialen beschnitten, denn diese sind gerade mit seinen wilden und widerständigen Anteilen verbunden. Das gilt freilich eher für die neueren Theorien des Spiels; die Ausnahmen auf psychoanalytischer und kulturanthropologischer Grundlage werde ich darstellen. Die älteren Theorien des Spiels haben aggressive Anteile akzeptiert und ihnen einen Platz eingeräumt. Vielleicht gelingt es, die pädagogische Sorge um Aggression, Gewalt und Krieg im Spiel im Allgemeinen und in Computerspielen im Besonderen in einen größeren und historischen Zusammenhang zu stellen.
06. Dezember 2005 |
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Schwerpunkt |
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Medienalltag von Kindern
Medien sind heute ein alltäglicher Bestandteil der Welt, in der wir leben, auch für Kinder. Deswegen ist es für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher wichtig zu wissen, wie Kinder Medien erleben. |
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