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Dossier bpb.de

Dossier Afrika

Multikulturelle Gesellschaften

Jacob Emmanuel Mabe
Inhalt
Einleitung
Afrikanische Gesellschaftsstrukturen
Einleitung

Im europäischen Kontext wird Multikulturalität vor allem mit Migration in Verbindung gebracht. Per Definition gelten als
Tuareg zieht durch die Wüste © Mathieu Dervin
Grossansicht des Bildes
Tuareg zieht durch die Wüste © Mathieu Dervin
multikulturelle Gesellschaften Nationalstaaten mit einem aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen bestehenden Staatsvolk, dessen Identität durch eine einheitliche Sprache sowie durch homogene Kulturen und Traditionen gekennzeichnet ist. Dem Staatsvolk werden Menschen unterschiedlicher Herkunft oder Hautfarbe, mit anderen Denk- und Lebensstilen oder Einstellungen zu bestimmten ethischen und moralischen Werten gegenübergestellt, die als Migranten oder Ausländer kategorisiert werden.

Allgemein stellen die zugewanderten Menschen stets eine kulturelle, ökonomische und politische Herausforderung für ihr Gastland dar, welches sich aus humanitären Gründen verpflichtet fühlt, den Migranten die Integration in ihre neue Gesellschaft zu erleichtern. Die Ausländer ihrerseits kommen mit der Erwartung, Toleranz, Respekt und Verständnis für ihre Lebensweisen und mitgebrachten Gebräuche bei den Einheimischen zu finden. Doch aufgrund der zunehmenden sozialen Probleme, oft auch durch eine hohe Arbeitslosigkeit bedingt, kommt es insbesondere in Großstädten nicht selten zur Herausbildung von so genannten parallelen Gesellschaften, die viele Staaten heute weitgehend überfordern.

Zur Person
PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe promovierte 1992 in Politikwissenschaft in Augsburg und 1995 in Philosophie in München. Er lehrte in Frankfurt am Main, Aachen sowie in Berlin. Seit seiner Habilitation 2004 ist er Privatdozent für interkulturelle Philosophie an der technischen Universität Berlin. Veröffentlichungen: u.a. Hrsg.: "Das Afrika-Lexikon".

In Afrika stellt sich die Situation anders dar. Zwar weisen die afrikanischen Staaten multikulturelle Verhältnisse auf. Doch der afrikanische Multikulturalismus ist nicht aus der exogenen Migration, sondern überwiegend aus einer endogenen ethnischen Zusammensetzung entstanden.[1]

Im Gegensatz zu den ehemaligen Vielvölkerstaaten Osteuropas, zum Beispiel Jugoslawien und der Sowjetunion, die aus verschiedenen Nationalstaaten hervorgingen, sind die gegenwärtigen Staaten Afrikas mit der Ausnahme Äthiopiens künstliche, auf die Teilung des Kontinents durch die europäischen Kolonialmächte zurückgehende Staatsgebilde, die aus einer Pluralität von Völkern mit jeweils eigenen Sprachen bestehen. Ohne Berücksichtigung dieser historischen Gegebenheit lässt sich das Begriffspaar multikulturelle Gesellschaft, wie man es in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gebraucht, nicht auf Afrika anwenden.


05. Dezember 2005


 
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Redaktion
Links ins Internet

CAFS - Centre for African Family Studies

Union for African Population Studies

Institut für Afrika-Kunde der Universität Hamburg

International Institute for Sustainable Development

African Development Indicators 2004

Afrikanische Sprachen

Index: Lebende und ausgestorbene Sprachen (englisch)

Lexikon: Afrikanistik
Online-Angebot
Schulen - GEMEINSAM FÜR AFRIKA
Schulen - GEMEINSAM FÜR AFRIKA
Die Kampagne "Gemeinsam für Afrika" hat vom 6. bis 17. November 2006 Afrika zum Thema in den Klassenzimmern gemacht. Angeboten wurde dazu unter anderem kostenloses Unterrichtsmaterial.
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