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Dossier
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Lagos |

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Hyperwachstum – ungebremst und informell Sonja Ernst
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Soziale Situation
53 Prozent der Haushalte Lagos leben in Armut. In anderen afrikanischen Metropolen, wie Bignona (Senegal) oder Bujumbura (Burundi) liegt diese Rate sogar noch höher – bei rund 65 Prozent. Die Lebenserwartung in Lagos liegt für Frauen bei 55 und für Männer bei 52 Jahren. Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren liegt bei knapp 12 Prozent. Auch hier liegt Lagos im Vergleich zu anderen afrikanischen Großstädten nicht an der Spitze: In Ouagadougou (Burkina Faso) erreicht die Sterblichkeitsrate 21, in Niamey (Niger) gar 25 Prozent. Zum Vergleich: In deutschen Städten liegt die Rate bei rund 0,1 Prozent. 13 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer in Lagos können lesen und schreiben. Damit ist Lagos weit abgeschlagen: In Bujumbura liegt die Alphabetisierungsrate bei immerhin 64 bzw. 80 Prozent und in Niamey bei 53 bzw. 67 Prozent.
Infrastruktur
Die Zahl der Menschen in Slums wächst rapide – in ganz Nigeria. Schon heute leben rund 80 Prozent der städtischen Bevölkerung in Elendsvierteln. Die Zahl der Menschen in Elendsvierteln wächst genauso schnell wie die städtische Bevölkerung insgesamt. Das gilt auch für Lagos. Es wird informell und spontan gebaut, zugleich drohen immer wieder Zwangsvertreibungen. Es gibt zwar ein staatliches Wohnungsbauprogramm, doch deckt dieses nicht den Bedarf. Noch dazu werden neue Siedlungen an den Rand der Metropole gebaut, doch der Weg für die Menschen in das Zentrum, um als Verkäufer oder Tagelöhner zu arbeiten, dauert mehrere Stunden und ist zu kostspielig.
Der private Wasserkonsum lag 2003 im Durchschnitt bei 45 Litern pro Person am Tag – für Lagos insgesamt. In den illegalen Siedlungen lag der Verbrauch bei rund 22 Litern. Zum Vergleich: In einer Stadt wie Köln liegt der private Wasserkonsum bei täglich 247 Litern. Hinzu kommt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner informeller Siedlungen überteuerte Preise für (Trink-)Wasser zahlen. Zumeist sind sie auf private Wasserverkäufer angewiesen, die die Preise unkontrolliert nach oben treiben können. Schmutziges Wasser und fehlende Sanitäranlagen zählen zu den drängendsten Probleme Lagos.
Religion und Sprache
In Lagos wird die Amtssprache Englisch gesprochen sowie verschiedene Regionalsprachen. In der Mehrheit leben Cristen in der Stadt. Es gibt viele unabhängige Kirchen und Bibelvereine. Ebenso leben viele Muslime in Lagos. Für ganz Nigeria gilt, dass der Norden vor allem muslimisch und der Süden christlich geprägt ist, was immer wieder zu innerstaatlichen Konflikten führt. In Lagos leben verschiedene ethnische Gruppen, die Mehrheit stellen die Yoruba.
Verkehr
Im Durchschnitt brauchen die Menschen in Lagos 60 Minuten, um eine einfache Strecke zu ihrer Arbeitsstelle zurückzulegen. Rund 50 Prozent benutzen ihr Autos und Taxis, um zur Arbeit zu gelangen, 45 Prozent fahren mit dem Bus.
Quellen:
Financing Urban Shelter, Global Report On Human Settlements 2005, herausgegeben von: United Nations Human Settlements Programme, 2005.
The Challenge of Slums, Global Report On Human Settlements 2003, herausgegeben von: United Nations Human Settlements Programme, 2003. |
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Dossier - Africome |
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Afrika
Rund 885 Millionen Menschen leben in 53 afrikanischen Staaten. Auf dem Kontinent gibt es über 3.000 Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen. Das Dossier präsentiert Afrika gestern und heute und beleuchtet die Perspektiven zukünftiger Entwicklungen. |
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