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Nichtstaatliche Organisationen
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Was tun NGOs? |
| Volker Bonacker und Tobias Stich |
Was sind NGOs?
Streng genommen ist der Begriff "Nichtstaatliche Organisation" sehr weit und kann sich auch auf Kirchen, Vereine oder Gewerkschaften beziehen.
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| Was sind NGOs? |
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| Der Giessener Politologe Claus Leggewie erläutert in fünf kurzen Statements, was nichtstaatliche Organisationen auszeichnet. |
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Heute werden jedoch meist mitgliederstarke, international tätige Interessengruppen als nichtstaatliche Organisation bezeichnet. Viele von ihnen widmen sich den klassischen Themen der 68er Bewegung: soziale Gerechtigkeit, Geschlechtergleichstellung, Umweltschutz und Friedenspolitik. NGOs versuchen durch verschiedenste Mittel, nationale wie internationale Politik zu beeinflussen und Gesellschaften für ihre Vorstellungen zu sensibilisieren.
Mit dem 1992 in Rio de Janeiro stattfindenden Weltgipfel (Rio Summit) erzielten ihre Bestrebungen den vorläufig größten Erfolg: 2400 Vertreter nichtstaatlicher Organisationen nahmen an der Konferenz teil, 17.000 Menschen am parallel stattfindenden NGO-Forum. Dort wurde auch festgelegt, dass der Begriff "nichtstaatliche Organisation" stets auch untrennbar mit einer zivilgesellschaftlichen Handlungsweise verbunden ist. Der Rio-Gipfel führte dazu, dass wir NGOs heute mehrheitlich als Organisationen wahrnehmen, die dem Prozess der Globalisierung kritisch begegnen, Umweltschutz betreiben oder für Frieden und Völkerverständigung eintreten. Gerade im Zuge der rasanten Globalisierungsentwicklung nahm in den letzten Jahren auch die Anzahl an NGOs deutlich zu: mittlerweile gehen Forscher von 25.000 Organisationen weltweit aus.
Auch bei den NGOs gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. NGOs aus wirtschaftlich starken Staaten denken und handeln anders als solche aus ökonomisch schwachen Ländern. "Die meist aus dem Norden stammenden Gruppen können beispielsweise bei Umweltkonflikten nicht unbedingt für die Mehrheit der Bevölkerung im Süden reden", so der Giessener Politologe Claus Leggewie. Auch neue Arbeitsgebiete wie das Nation Building, beispielsweise beim Wiederaufbau des Irak, entwickeln sich zu Konfliktfeldern zwischen den zivilgesellschaftlichen Akteuren in Europa oder Amerika und der einheimischen Bevölkerung.
01. Februar 2006 |
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