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Radiopromotion

Radio im Rampenlicht:
weg mit der Bescheidenheit


von Inge Seibel-Müller

09.02.2010. - Die Stimme aus dem Radio, täglich millionenfach gehört, endlich wird sie belohnt: am 17. September 2010 beim 1. Deutschen Radiopreis in einer der angesagtesten Veranstaltungshallen Hamburgs: im "Schuppen 52" des alten Freihafens. "Deutschland bekommt ein neues, glanzvolles Medienevent", heißt es zur Ankündigung des Ereignisses in einer Pressemitteilung, die der federführende Norddeutschen Rundfunk (NDR) verbreitet hat. Mit dem neuen gesamtdeutschen Preis sollen zum ersten Mal in der bald neunzigjährigen Geschichte des Hörfunks die herausragenden Leistungen eines Jahres im Medium Radio ausgezeichnet werden - gemeinsam getragen von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern. Die Gala wird live im Radio und als Zusammenfassung zeitversetzt im Fernsehen gesendet.

Logo Radiopreis 2010
Grossansicht des Bildes
Diesmal soll es klappen: Die Verleihung des großen Radiopreises am 17. September in Hamburg. Logo:NDR
Die Idee zu dem Preis entstand beim NDR, deshalb hat der Sender auch die Organisation des geplanten Medienevents übernommen. Glanzvoll soll es werden, "mit prominenten Gästen, musikalischen Top-Künstlern und bekannten Laudatoren", versprechen die Initiatoren und wollen Schluss machen mit der Bescheidenheit des meistgenutzten (Nebenbei-)Mediums: "Mehr Selbstbewusstsein für die Gattung Radio", reklamiert NDR-Intendant Lutz Marmor. "Drei Stunden hört jeder Deutsche im Schnitt täglich Radio - wenn man's nicht hätte, würde man es vermissen. Als attraktives Medium brauchen wir endlich einen attraktiven Preis."

Als Kooperationspartner konnten die Stadt Hamburg und das Adolf-Grimme-Institut gewonnen werden. Letzteres soll die umfangreiche Jury-Arbeit betreuen. "Bei 57 öffentlich-rechtlichen Programmen, rund 250 Privaten und drei möglichen Vorschlägen pro Sender kommen unter Umständen knapp Tausend zu prüfende Beiträge zusammen", schätzt Martin Gartzke, Leiter Presse und Information beim NDR. Für Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts, ist es eine sehr reizvolle Aufgabe, die Grimme-Qualitätsmaßstäbe, zu deren höchstem Gut die Unabhängigkeit zählt, auch auf das Radio zu übertragen. Schon lange hat er mit dem Gedanken gespielt, dass Radio als das eigentlich älteste der elektronischen Medien unbedingt mit ins "Grimme-Portefeuille" gehöre. Die auf neun Mitglieder festgesetzte Expertenrunde muss Kamann nun erst einmal benennen. Wie sie sich zusammen setzen soll, ist laut Martin Gartzke noch völlig offen. Vertreter aus dem Hörfunk der ARD und der privaten Radiosender dürfen nicht in der Jury mitwirken. Ausgezeichnet werden die besten Radiomacher in elf Kategorien, darunter Moderation, Morgensendung und Comedy, beste Reportage, beste Recherche und die beste Höreraktion.


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Lutz Kuckuck (Geschäftsführer der "Radiozentrale") und Lutz Marmor (Intendant des NDR) bei der Pressekonferenz zum Deutschen Radiopreis in Hamburg. Foto: NDR/Marcus Krüger
Bei aller Euphorie, mit der die Veranstalter auf einer Pressekonferenz in Hamburg ihren neuen Preis verkündet haben und mit der die Stadt Hamburg bereits für 2012 die neue Elbphilharmonie als Austragungsort in Aussicht stellte - ein erster und bisher einmaliger Versuch eines gemeinschaftlichen Radiopreises ist bereits 2005 mit den "German Radio Awards" gescheitert. Damals ging die Initiative vom Privatsender Radio Hamburg aus, die öffentlich-rechtlichen Stationen kamen jedoch niemals mit ins Boot. "Diesmal werden die sonst so harten Konkurrenten an einem Strang ziehen." Davon ist Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der ebenfalls am Ereignis beteiligten "Radiozentrale", überzeugt. Die "Radiozentrale" als Marketing-Initiative privater und öffentlich-rechtlicher Radiostationen kümmert sich seit fünf Jahren um gemeinsame Konzepte und Kampagnen zur Profilierung der Gattung. Der Deutsche Radiopreis sei ein Paradebeispiel im dualen Zusammenspiel, "um die Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Radio emotional, glamourös und vor allem neutral besiegelt unter Beweis zu stellen", meint Kuckuck.

ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust sieht im Radiopreis auch eine Art Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung: "Wenn einmal im Jahr die wirklich herausragenden Leistungen des Mediums, und zwar privat wie auch öffentlich-rechtlich, nebeneinander auf die Bühne gestellt werden, dann ist das ja auch ein Vergleichsmaßstab, an dem man sich messen lassen muss." Darin, so sagte Boudgoust in einem Interview bei NDR-Info, sieht er die eigentliche Bedeutung des - übrigens undotierten - Preises.


 
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Redaktion
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