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Bilder in Geschichte und Politik
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Bild und Schrift |
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| Elmar Elling |
Unter einer Schrift versteht man ein System visueller Zeichen, dessen Aufgabe es ist, gesprochene Sprache sichtbar zu machen. Das Erfinden derartiger Systeme dauerte ca. 30.000 Jahre, davor existierte Sprache ausschließlich in akustischer Form.
Gesprochene Sprache wird den frühen Menschen natürlich erschienen sein, das Malen von Bildern ebenfalls. Geradezu absurd wäre es ihnen aber vermutlich vorgekommen, das Visuelle in den Dienst des Akustischen zu stellen, also Bilder zu malen, nur um mit ihnen Laute zu repräsentieren. Und dennoch steht am Anfang aller Schrift das Bild.
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Zur Person |
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Dr. Elmar Elling, Jg. 1952, Linguist und Medienwissenschaftler, ist freiberuflich tätig als Autor und Redakteur sowie als Sprachlehrer. |  |
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 |  | Beschwören und erzählen
Zu den ältesten Bildern der Menschheit gehören die Darstellungen in den eis- und steinzeitlichen Höhlen Spaniens und Frankreichs. Die meisten von ihnen dienten magischen Zwecken: Man malte etwa Mammuts in Gattern, weil man glaubte, auf diese Weise den Fang der wirklichen Mammuts beeinflussen zu können. Die Funktion der Bilder war also eine völlig andere als bei den Künstlern viel späterer Generationen, die ihrer individuellen Sichtweise und Empfindung Ausdruck verliehen und sich an ein Publikum wandten und mit ihm kommunizierten. Auch vor Jahrtausenden gab es Bilder, die eher eine Geschichte erzählten als etwas zu beschwören; allerdings waren sie selten. Zu ihnen zählt das Bild vom Bison in der Höhle von Lascaux: Das Tier ist schwer verletzt, sein Gedärm quillt aus dem Bauch, und vor Erregung oder Wut peitscht es mit dem Schweif. Der Jäger, dessen Speer das Tier vermutlich getroffen hat, liegt am Boden; sein Kopf ist dem des Totemvogels sehr ähnlich, der im Vordergrund steht.
Mit welcher Absicht auch immer es gemalt wurde, das Bild erzählt eine Geschichte. Und Geschichten bilden den Anfang der Schriftentwicklung, weil in ihnen die kommunikative Absicht die magische zumindest überwiegt, wenn nicht gar ersetzt. Es gibt mehr Beispiele für frühe Bildergeschichten, manchmal allerdings scheinen die Bilder eher eine bloße Gedächtnisstütze für den Erzähler zu sein (so z.B. indianische "Walam Olum").
15. November 2005 |
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