Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Gesellschaft
Afrikanische Diaspora
Medien
Geschichte
Kolonial-
geschichte
Zuwanderung 1884 - 1945
Gegenwart kolonialer Vergangenheit
Literatur
Afrika-
terminologie
Angelo Soliman (18. Jh.)
National-
sozialismus
Konzentrations-
lager
Das N-Wort
Politik
Community
Kunst und Musik
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Geschichte

Die alltägliche Gegenwart der kolonialen Vergangenheit


 2 / 4 
weiter
Joshua Kwesi Aikins
Mohrenstrasse und Reichskanzlerpalais

Im Reichskanzlerpalais fand 1884 die "Berliner Konferenz" statt. Auf Einladung des Reichskanzlers Bismarck [2] trafen sich die Diplomaten der europäischen Kolonialmächte, um den "scramble for Africa" zu beenden: Unter Verwendung einer meterhohen Afrikakarte wurde der Kontinent unter Europäern aufgeteilt. Zusammengehörige Völker wurden so willkürlich über verschiedene "Staaten" verteilt, verfeindete in einem "Staat" zusammengepfercht.

Lord Salisbury, der britische Delegationsleiter auf der Berliner Konferenz, gab später in einem Interview mit der London Times am 7 August 1890 zu: "[We] have been engaged in drawing lines upon maps where no white man's foot ever trod, we have been giving away mountains and rivers and lakes to each other, only hindered by the small impediment that we never knew exactly where the mountains and rivers and lakes were."

Die völlig willkürlichen Grenzen gelten größtenteils noch heute. So unterschiedliche Konflikte wie im Sudan und in Westsahara, aber auch der Schariah-Streit in Nigeria [3] sowie der Ressourcenkrieg in der DR Kongo lassen sich auch auf diese Grenzziehung zurückführen. Die europäische Grenzziehung in Afrika kann nicht als alleinige, muss aber als eine wesentliche Konfliktursache angesehen werden. Die Tatsache, dass Marmor aus dem zerstörten Reichskanzlerpalais nach dem Zweiten Weltkrieg passenderweise im U-Bahnhof Mohrenstrasse verbaut wurde, symbolisiert einmal mehr die unbequemen Zusammenhänge und Kontinuitäten deutscher Geschichte.

Der "Hererostein"

Herero-Stein
Grossansicht des Bildes
"Herero-Stein" am Columbiadamm
© Joshua Aikins


Die in den Kolonien getöteten deutschen Besatzer wurden mit Denkmälern für ihren "Heldentod" (Zitat vom "Herero-Stein" am Columbiadamm) geehrt. Die am Völkermord an den Herero Beteiligten "ehren" mit einem Denkmal auf dem Garnisonsfriedhof ihre "Kameraden". Wie lebendig dieses "Heldengedenken" bis heute ist, zeigt ein Gedenkkranz, der am Volkstrauertag 2002 am Hererostein niedergelegt wurde (Foto): Die Banderole zeigt die Flagge des deutschen Kolonialbundes. Während die Mörder geehrt werden, wird über die Ermordeten geschwiegen. In Berlin gibt es kein Denkmal, das an die mehr als 50.000 von Deutschen ermordeten Herero erinnert.


30. Juli 2004

 2 / 4  weiter


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion
Links ins Internet

PSM - Data: Carl Peters über die deutsche Kolonialpolitik

PSM - Data: Bismarck über Kolonialpolitik - aus einem Brief an Kriegsminister Roon (1868)

Faksimile des Reichtagsprotokolls vom 13. März 1885

PSM - Data: Primärquellen zur deutschen Kolonialpolitik

Deutsches Historisches Museum: Gemälde des "Kilimandscharo (Deutsch-Afrika 1914)" des Kolonialmalers Walter von Ruckteschell

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home