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Migration

Migration und Integration in Deutschland - eine Einführung

Carolin Reißlandt
Wie Deutschland zum Einwanderungsland wurde: von der Ausländerbeschäftigung im Kaiserreich über die Zwangsmigrationen unter den Nationalsozialisten; von der Gastarbeiteranwerbung, die vor exakt 50 Jahren begann, bis zur Neuregelung von Zuwanderung und Integration seit Januar 2005. Hier finden Sie Daten, Fakten und Hintergründe über Migration und Ausländerpolitik, über Asylbewerber und Flüchtlinge, über Arbeitsmigranten und Spätaussiedler sowie über die aktuelle Debatte um Integration und Partizipation von Migranten in Deutschland.

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Familie im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg © Susanne Tessa Müller

Neue Migrationspolitik

Kapitel 1 beschreibt Grundzüge der neuen Migrationspolitik, die sich seit Anfang 2005 in Deutschland etabliert hat.
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Grossansicht des Bildes
Migrationserfahrung der Bevölkerung 2005, Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.)(2006): Leben in Deutschland. Mikrozensus 2005
Dazu zählen Vorhaben und migrationspolitische Schwerpunkte der Großen Koalition, wie die dem Motto "fördern und fordern" folgende Integrationspolitik, die Novelle des Zuwanderungsgesetzes anlässlich der Umsetzung von elf EU-Richtlinien 2007 und schließlich Kernpunkte des Zuwanderungsgesetzes selbst, mit dem schon die rot-grüne Bundesregierung zu Jahresbeginn 2005 eine umfassende Neuordnung des Ausländerrechts vorgenommen hatte.


Migrationsgeschichte bis 1950

In Kapitel 2 wird eine historische Perspektive von Migration eröffnet, die nachzeichnet, wie sich Deutschland seit 1871 von einem Aus- zu einem Einwanderungsland wandelte: Von der Ausländerbeschäftigung im Kaiserreich über die Zwangsmigration unter den Nationalsozialisten bis zu millionenfachen Fluchtbewegungen von "Displaced Persons" sowie deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Migration 1955-2004

Das migrations- und integrationspolitische Geschehen in dem bis 1989 geteilten und danach wiedervereinigten Deutschland bis zum Jahr 2004 steht im Mittelpunkt des Kapitels 3. Was in der DDR durch eine Beschäftigung von Ausländern aus den "sozialistischen Bruderstaaten" geregelt war, organisierte man vor 50 Jahren in Westdeutschland in vergleichbarer Form mit der "Gastarbeiteranwerbung". Sechs Phasen der bundesdeutschen Migrations- und Integrationspolitik von 1955 bis zur Verabschiedung der umfassenden Zuwanderungsgesetzreform im Jahr 2004 werden vorgestellt.

Aussiedler-, Flucht-, Asyl- und "illegale" Migration

Die Kapitel 4 und 5 behandeln die seit den 1990er-Jahren in Deutschland bedeutsamen Migrationsformen, die jeweils eine längere Tradition und Verwurzelung haben: Die Zuwanderung von (Spät-)Aussiedlern sowie von Flüchtlingen und Asylsuchenden, die sich, begünstigt durch asylpolitische Reformen, in vielfältige Gruppen mit jeweils unterschiedlichem Rechtsstatus ausdifferenziert haben. Als Kehrseite der Abschottung Europas und Deutschlands gegen unerwünschte Migration haben sich im Grenzfeld zwischen Legalität, Illegalität und Kriminalität neue Zuwanderungs- und Aufenthaltsformen etabliert, die, nicht ganz treffend, als "illegale Migration" bezeichnet werden.

Politische Partizipation

Kapitel 6 zeigt Möglichkeiten und Grenzen der politischen Partizipation von Migrantinnen und Migranten an der deutschen Gesellschaft: so etwa beim Kommunalwahlrecht für EU-Angehörige, bei (kommunalen) Ausländerbeiräten und Integrationsräten oder bei der Einbürgerung als wichtigstem Weg zur vollen politischen und sozialen Teilhabe. Weitere Beiträge thematisieren Migrantenorganisationen und ihre unterschiedlichen Typen, Funktionen und Tätigkeitsfelder, interkulturelle Öffnungsprozesse von Verwaltungen sowie die mit Einwanderung und religiöser Vielfalt verbundenen Herausforderungen an die politische Bildungsarbeit.

Bildung

Die schulische Bildung und die beruflichen Qualifikationen von Migrantinnen und Migranten stehen im Fokus des Kapitels 7. Der erste Text zeichnet die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund nach, die u.a. von der Schulstatistik, der IGLU-Grundschulstudie und den PISA-Studien belegt wurde. Der zweite Beitrag fragt nach den Ursachen dafür und zeigt Ansätze der interkulturellen Pädagogik, wie mit der gewachsenen ethnischen Vielfalt in Schulen umzugehen ist. Das Kapitel schließt mit einem Auszug des Datenreports 2006 mit statistischen Daten zur beruflichen Qualifikation, zu Schulabschlüssen und zu Deutschkenntnissen verschiedener Herkunftsgruppen von Einwanderern.

Arbeit

In Kapitel 8 beschreibt ein Auszug aus dem Datenreport 2006 zunächst Daten zur Integration von Zuwanderern in den deutschen Arbeitsmarkt, wobei sich große Unterschiede im Erwerbsstatus, der beruflichen Stellung und der Arbeitslosigkeit zwischen verschiedenen Herkunftsgruppen offenbaren. In den weiteren Texten stehen gesetzliche Bestimmungen im Bereich "Zuwanderung und Arbeitsmarkt" im Mittelpunkt, die angesichts des demografischen Wandels und Debatten um eine neue "Unterschicht" heute kontroverser denn je politisch diskutiert werden. Dazu zählen arbeitsmarkt- bzw. migrationspolitische Initiativen der Großen Koalition, grundlegende Neuregelungen durch das Zuwanderungsgesetz sowie ältere Bestimmungen, die - wie der prinzipielle Anwerbestopp - zum Teil bis heute gültig sind.


27. Juli 2005


 
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Links ins Internet

Integrationsbeauftragte der Bundesregierung

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Focus MIGRATION: Informationsportal mit aktuellen Daten und Analysen

www.migration-info.de: Informationsportal zu Migration und Integration

JMD: Jugendmigrationsdienst
PDF-Dokumente

StBA (2006): Haushalte und Familien - Ergebnisse des Mikrozensus 2005, Kap. 8: Migration, S. 73-81
Integrationsbeauftragte:
6. Bericht über die Lage der Ausländer in Deutschland

Inhaltsverzeichnis

Bericht

BAMF (2006): Migrationsbericht 2005

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