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Dossier Urheberrecht
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Kopierschutz und digitales Rechte-Management im Alltag |
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| Robert A. Gehring |
Kopierschutz und DRM bleiben im Alltag oft unbemerkt – bis etwas nicht so funktioniert, wie es eigentlich könnte. Robert Gehring führt durch die Formen und Folgen.
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Bild: dieSachbearbeiter.de, cc by-nc-nd/2.0/de
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Mit Kopierschutz und digitalem Rechtemanagement, kurz DRM, kommt der Nutzer moderner Medien tagtäglich in Kontakt. Mit dieser Technik gehen wir permanent, aber eher beiläufig um – jedenfalls solange, bis wir irgendwo nicht weiterkommen, weil die Technik unerwartet Grenzen setzt. In diesem Moment wird klar: Nicht überall, wo ein Wille ist, ist auch ein – legaler – Weg. Die Übersicht zeigt, wo sich Kopierschutz und DRM überall verbergen, und welche Konsequenzen das hat.
Kopierschutz und DRM für digitale Musik
Kopierschutz und DRM für digitale Musik finden sich in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Geht man von der Verbreitung aus, so sind Musik-CDs, mobile Abspielgeräte und Download-Musik-Dateien am häufigsten betroffen.
a) Kopierschutz für Musik-CDs
Als die Audio-CD eingeführt wurde, gab es für die Käufer keine Möglichkeit, Musik im großen Maßstab digital zu kopieren. Ein Kopierschutz-Standard wurde daher für Musik-CDs nicht vorgesehen. Mit dem Aufkommen von CD-Brennern änderte sich die Situation schlagartig. Mit einem Mal konnte praktisch jeder zu Hause Musik digital ohne nennenswerte Qualitätsverluste kopieren. Bei rasch sinkenden Preisen für CD-Rohlinge ließen sich ganz legal preiswerte Privatkopien für Freunde und Verwandte anfertigen.
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Zur Person |
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Robert Gehring Robert A. Gehring ist Informatiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich geistiges Eigentum und Open Source. Er ist Mitbegründer und Mitherausgeber des Open-Source-Jahrbuchs. Homepage: http://ig.cs.tu-berlin.de/ma/rg/ap/
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 |  | Der Musikindustrie missfiel das. Deshalb begann sie vor einigen Jahren damit, verschiedene Kopierschutzverfahren auszuprobieren. Das Problem mit allen Verfahren ist, dass sie zu Musik-CDs führen, die nicht mehr dem ursprünglichen CD-Standard genügen. Die Kopierschutzverfahren manipulieren die auf der CD gespeicherten Tondaten, damit sie von einem PC nicht mehr korrekt gelesen werden können. Eine Folge davon ist, dass sie auch nicht mehr mit allen CD-Playern abspielbar sind. Auch das digitale Kopieren auf DAT oder MD scheitert häufig.
Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass kopiergeschützte CDs (und DVDs) deutlich zu kennzeichnen sind. So sollen potentielle Käufer darüber informiert werden, dass sich die Medien unter Umständen nicht abspielen lassen. Zwar halten sich die Hersteller überwiegend an diese Vorgabe, aber nicht immer. Es kann durchaus passieren, dass eine nicht gekennzeichnete CD oder DVD trotzdem mit einem Kopierschutz versehen ist. Fehlt ein Hinweis auf den Kopierschutz, darf die CD oder DVD als mangelhaft gelten und dem Käufer steht ein Recht auf Umtausch oder Rückgabe zu.
b) Kopierschutz für DAT und MD – Das Serial Copy Management System (SCMS)
Gegen Ende der achtziger Jahre wurden digitale Aufnahmegeräte wie Digital Audio Tape (DAT) und Minidisc (MD) für Endverbraucher erschwinglich. Wichtigste Quelle für digitale Aufnahmen waren Musik-CDs. Um zu verhindern, dass digitale Kopien beliebig oft ohne weiteren Qualitätsverlust kopiert werden, wurde in den USA per Gesetz für DAT- und MD-Rekorder ein Kopierschutzverfahren namens "Serial Copy Management System" (SCMS) vorgeschrieben. Dieses Verfahren haben Hersteller in aller Welt für ihre DAT- und MD-Rekorder übernommen.
Das SCMS erlaubt nur einmalige Digitalkopien ("1. Generation") von einer digitalen Quelle; eine digitale Kopie einer digitalen Kopie ("2. Generation") wird verhindert. SCMS stellt eine Art Zwischending zwischen Kopierschutz und DRM dar, da es das Kopieren zwar einschränkt, aber nicht vollständig verhindert. DAT- und MD-Rekorder für den professionellen Bereichen gestatten es in der Regel, das SCMS ein- oder abzuschalten.
Die Einführung von Kopierschutzverfahren für Musik-CDs hat zu Problemen mit dem SCMS geführt. Obwohl normalerweise eine digitale Kopie der ersten Generation möglich sein sollte, scheitert diese oft am Kopierschutz auf der CD.
15. November 2007 |
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Externer Link |
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