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Integration und Partizipation
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Bildung und Integration |
| Lisa Britz |
Integration in Bildungspolitik und Pädagogik
Als Reaktion auf Arbeitskräftezuwanderung und Familienzusammenführung etablierte sich in den 70er-Jahren die sogenannte "Ausländerpädagogik". Der Aufenthalt der Arbeitsmigranten wurde im Wesentlichen als vorübergehend definiert. Für die Schule dominierte daher eine sogenannte
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Schülerinnen der Reinhardswald-Grundschule in Berlin-Kreuzberg © Susanne Tessa Müller
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Doppelstrategie: Die "Defizite" der Kinder von Arbeitsmigranten – insbesondere ihre mangelhafte Beherrschung der deutschen Sprache – sollten abgebaut werden, damit sie möglichst schnell den Anschluss fanden und keine Belastung darstellten. Gleichzeitig sollte ihre "kulturelle Identität" bewahrt und unterstützt werden, um ihre Rückkehrfähigkeit in die Herkunftsländer zu erhalten. Die zu diesem Zweck getroffenen bildungspolitischen Regelungen – Muttersprachlicher Ergänzungsunterricht, Förderunterricht, Vorbereitungsklassen, Hausaufgabenhilfen – hatten überwiegend kompensatorischen Charakter.
Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik
In den 1980er-Jahren wurde Kritik an den Konzepten der "Ausländer-Sonderpädagogik" und ihrer Defizitorientierung geübt. Da sich das Umfeld der deutschen Schulen zunehmend und auf Dauer internationalisierte, begann eine Diskussion darüber, wie dieser neuen Normalität zu begegnen sei. Interkulturelle Bildung und Erziehung sollte zur normalen Aufgabe in Schule und Lehrerbildung werden.
Anfang der 90er-Jahre machten die rassistischen Gewalttaten beispielsweise in Mölln und Solingen die Dringlichkeit einer nachhaltigen Interkulturellen Pädagogik deutlich – auch um jugendlichen Rechtsextremismus vorzubeugen.
1996 verabschiedete die Kultusministerkonferenz die wichtigen Empfehlungen zur "interkulturellen Bildung und Erziehung in der Schule". Interkulturelle Bildung und Erziehung wird erstmals nicht auf Migrationskinder und -jugendliche reduziert, sondern als "neue Allgemeinbildung" definiert. Danach ist sie eine Schlüsselkompetenz für alle Schülerinnen und Schüler in einer pluralisierten Gesellschaft und globalisierten Welt und eine Querschnittsaufgabe in allen Bereichen des Bildungswesens.
Eine umfassende Anpassung des Bildungssystems an die Erfordernisse einer Einwanderungsgesellschaft bleibt jedoch – trotz zahlreicher Einzelinitiativen und Bemühungen – weiterhin auf der Tagesordnung deutscher Bildungspolitik.
15. März 2005 |
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