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Dossier Afrika
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Großstädte Afrikas - Kairo, Lagos und Johannesburg |
| Ulrich Jürgens |
Zuwanderungsmagnet Stadt
In Afrika südlich der Sahara ist trotz einer raschen Zunahme der Stadtbevölkerung die Verstädterungsquote mit etwa 30 Prozent im Vergleich zu anderen Regionen gering; schon allein nördlich der Sahara ist diese doppelt so hoch. Mehr als zwei Drittel der subsaharischen Bevölkerung Afrikas lebt heute noch im ländlichen Raum und ist überwiegend von einer Beschäftigung in der Landwirtschaft abhängig.
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Zur Person |
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Ulrich Jürgens Apl. Prof. Dr. Ulrich Jürgens lehrt an der Universität Siegen (FB Geographie) und ist zugleich Dozent an der Universität Kiel. Er arbeitet zu den Schwerpunkten Stadt-, Wirtschafts- und Bevölkerungsgeographie im Südlichen Afrika und in Deutschland.
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Obwohl der Prozess der Verstädterung neue Dynamik hervorbrachte, hat sich diese bisher nicht spürbar auf das wirtschaftliche Wachstum der jeweiligen Länder ausgewirkt. Zwischen 1980 und 2001 nahm die städtische Bevölkerung in Afrika im Durchschnitt um 4,7 Prozent pro Jahr zu, während das wirtschaftliche Wachstum pro Kopf um 0,6 Prozent pro Jahr zurückging. Die geringe Einbindung Afrikas in die Weltwirtschaft hatte zur Folge, dass von der zunehmenden Globalisierung nur wenig positive Impulse auf die städtische Entwicklung ausgegangen sind. Der Großteil der Bevölkerung lebt an der ökonomischen, sozialen und räumlichen Peripherie. Ausnahmen bilden einzelne Städte im südlichen Afrika, wie Johannesburg, Kapstadt oder Windhuk sowie die nordafrikanischen Großstädte.
Informelles Handeln
Eine hohe Zuwanderung in die Großstädte Afrikas hat bei einem gleichzeitigen Rückgang der formellen Beschäftigungsverhältnisse eine sichtbare Informalisierung der Privatwirtschaft bewirkt. Der informelle Sektor, auch Schattenwirtschaft genannt, ist von einer hohen Flexibilität und Dynamik geprägt. Die Menschen stellen sich auf die wechselnden Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bewohner ein und bieten entsprechende Dienstleistungen oder ihre Arbeitskraft an. Die Palette der für diesen Bereich typischen Berufe und Gewerbe ist bunt, sie umfasst unter anderem die Textilverarbeitung, das Friseurhandwerk oder den Verkauf von Alltagswaren auf der Straße.
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Kinder als Straßenverkäufer in Benin © Adelheid Hahmann
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Diese Verrichtungen und die daraus gewonnenen Einkünfte werden in der Regel nicht behördlich registriert und bleiben unversteuert. In Ländern wie Mosambik oder Malawi gehen mehr als 80 Prozent der Beschäftigten informellen Tätigkeiten nach. Hierunter befinden sich viele Menschen, die sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten, jedoch auch Inhaber von Filialen und immer häufiger global agierende Unternehmer und Unternehmerinnen, die z.B. im Schmuckgewerbe, im Verkauf von Naturarzneien oder in der Videoindustrie eine nicht unerhebliche Anzahl neuer Arbeitsplätze schaffen.
05. Dezember 2005 |
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Online-Angebot |
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Schulen - GEMEINSAM FÜR AFRIKA
Die Kampagne "Gemeinsam für Afrika" hat vom 6. bis 17. November 2006 Afrika zum Thema in den Klassenzimmern gemacht. Angeboten wurde dazu unter anderem kostenloses Unterrichtsmaterial. |
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