Wir sind ein Zusammenschluss afro-deutscher Hip-Hop-/Soul- und Reggae-Künstler, die in der Debatte um rassistische Gewalt 2001 ein Statement abgaben.
Unsere Arbeit und die unseres Vereins beschäftigt sich nach wie vor mit dem Thema Gewalt gegen Ausländer und "People of Color". Ausgehend von dem Skinhead-Mord an Alberto Adriano definierten wir afro-deutschen Rapper und Sänger unsere Standpunkte neu.
Zur Person
Adé Odukoya ist Musiker und Produzent der Band "Bantu". Er hat sowohl das Projekt "Brothers Keepers" ins Leben gerufen als auch zusammen mit Anita Berger das Hip-Hop-Musical "Coloured Children" (1997) für Jugendliche produziert.
Die Anfänge
Es begann als kleine Idee bei "Nitty Gritty Music" in Köln. Hier sitzen Label und Verlag meiner Hip-Hop/Reggae-Band "BANTU". Zusammen mit meinem Bruder Don Abi und unserer damaligen Gruppe "Weep Not Child" traten wir bereits 1994 in Hoyerswerda bei einer Protestaktion gegen Faschismus auf. Seither beschäftigt mich sehr das Thema Gewalt gegen Menschen afrikanischer Herkunft. Als Ende der Neunziger wiederum die Welle der Gewalt zunahm, beschloss ich meine künstlerischen und politischen Energien mit der Veröffentlichung eines gemeinsamen Albums hörbar zu machen: "Die Zeit war lange überreif – wir afro-deutschen Musiker mussten endlich Position beziehen."
Mein alter Mitstreiter TORCH, der 1992 "Fremd im eigenen Land" schrieb, war sofort dabei und ebenfalls D-FLAME.
Erste Schritte zu gemeinsamen Aufnahmen wurden im Sommer 2000 gemacht und viele schlossen sich in den darauf folgenden Wochen an. Am 3. Oktober 2000 fand die erste Jam-Session in unserem Studio statt. In den darauf folgenden Monaten entstanden die 14 einzelnen Tracks. Bis Dezember 2001 produzierte der afro-deutsche Hip-Hop-Produzent Dj Desue die gängigen Beats.
So entstand die kleine Idee zum großen Projekt. Zum wummernden, melancholischen Beat von Dj Desue gehen Textstrophen von Rappern wie Samy Deluxe und D-Flame unter die Haut:
"Im Landtag diskutiert man über einen Antrag
Und währenddessen plant der nächste Nazi seinen Anschlag
Die Schandtat wird bedauert, doch was ich mich dann frag:
'Warum steht schon wieder 'ne schwarze Familie am Grab?'
Deine Seele muss am Arsch sein, wenn Du Umstände beklagst
und Kanaken dafür jagst."
Und Torch fügt hinzu:
"In all den Jahren, in denen wir Airplay verschwendet haben
Man könnte denken, wir Rapper hätten nichts zu sagen."