
 |

Gehirn: Aus Spielen lernen
 |
 |
 |
 |
 |
Geschichtsverständnis via Computerspiel |

 |
 |
"Civilization" simuliert Grundstrukturen historischer Prozesse Jürgen Fritz
|
 |
|

Das Spiel: Civilization 3 |
   |
 |
 |
 |
 |
 |
Das Computerspiel "Civilization 3" blickt auf eine lange Entwicklung zurück. Der Kern der Spielidee tauchte zuerst in dem Brettspiel "Civilization" auf: Unterschiedliche Völker gründen Siedlungen, sorgen für ausreichende Ernährung, breiten sich aus, haben Kontakte zu anderen Völkern, treiben Handel oder führen Krieg und entwickeln sich kulturell weiter. Aus dieser Grundidee heraus entwickelte Sid Meier vor über zehn Jahren das Computerspiel "Civilization".
Rasch verbreitete sich dieses Spiel und erwarb durch seine Spieltiefe, seine Komplexität und seinen Handlungsreichtum in der Spielergemeinde einen guten Ruf. Begeisterte Spieler konnten hunderte von Stunden damit verbringen, ihre eigene Zivilisation, in Konkurrenz zu anderen Kulturen, von einem kleinen Nomadenstamm der Steinzeit zu einer Welt umspannenden Nation des 20. Jahrhunderts zu entwickeln.
Der Erfolg gab Anlass, immer wieder Verbesserungen und Erweiterungen des Spiels zu entwickeln. Neben der Entwicklungslinie "Civilization" entstand das Parallelspiel "Call to Power", das die Elemente des Ursprungsspiel aufnahm, neue Elemente einfügte, die Grafik deutlich verbesserte, die Benutzeroberfläche umgestaltete und die Handlungsmöglichkeiten erweiterte. "Call to Power 2" brachte eine weitere Zunahme an Komplexität bei einer Vereinfachung des Handlings und einer Entlastung von Routinetätigkeiten.
"Civilization 3", 2002 auf den Markt gelangt, bildet den momentanen Endpunkt dieser erfolgreichen Reihe attraktiver und komplexer Strategiespiele. Wie bei den Vorgängern geht es darum, in einem unerforschten und unbesiedelten Raum eine eigene Zivilisation zu entwickeln, die, in Konkurrenz zu anderen Kulturen, bis ins 21. Jahrhundert hinein Bestand hat und sich darüber hinaus als die erfolgreichste erweisen soll. "Civilization 3" bietet verschiedene Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Die "traditionelle" Möglichkeit besteht darin, alle anderen Kulturen zu besiegen, d.h. die gegnerischen Militäreinheiten zu vernichten und die Städte zu erobern. Gewinnen kann man auch, wenn es einem dank des technologischen Fortschritts gelingt, ein Raumschiff zu bauen. Auch ein diplomatischer Sieg ist möglich. Sind die Beziehungen zu den Nachbarstaaten besonders gut, kann der Führer der eigenen Nation zum "Generalsekretär" gewählt werden.
Im Gegensatz zu den Vorgängerspielen hat die kulturelle Entwicklung eines Staates ein besonderes Gewicht. Hat ein Spieler auf diesem Gebiet einen großen Vorsprung gegenüber den anderen Staaten, kann er auch auf diese Weise gewinnen. Schließlich gewinnt der Spieler auch dann, wenn er am Ende der Spielzeit die größte Punktzahl erzielt hat. Bis dahin ist jedoch ein weiter, an die hundert Stunden dauernder Weg zu bewältigen.
Die Bedingungen für das Spiel legt der Spieler beim Start fest. Er kann u.a. den Schwierigkeitsgrad wählen, das Volk, das er spielen möchte, Art und Größe der Welt sowie die Anzahl der Computergegner. Gegenwärtig ist es noch nicht möglich, menschliche Mitspieler in das Spiel einzubeziehen. Es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit, wann ein Mehrpersonenspiel in das Programm integriert wird.
Zu Beginn stehen dem Spieler nur eine Siedlereinheit und ein Arbeiter zur Verfügung. Die Landkarte ist schwarz: für den Spieler unbekanntes also noch nicht erforschtes Gebiet. Eine besonders wichtige Aufgabe besteht darin, einen geeigneten Ort zum Siedeln zu finden. Manche Gebiete sind sehr ertragreich, ermöglichen damit rasches Bevölkerungswachstum, andere sind reich an Rohstoffen und gestatten es dem Spieler, z.B. geplante Bauvorhaben schneller abzuschließen.
Die Siedlungsfelder erbringen auch unterschiedliche finanzielle Erträge, also Einkünfte in Gold. Dieses "Gold" bildet das Finanzsystem des Spiels. Das Gold hat Einfluss auf die Schnelligkeit des kulturellen Fortschritts. Gold ist notwendig, um die gebauten Gebäude und die beweglichen Einheiten (Militär, Arbeiter) zu unterhalten. Einige Felder bieten die Möglichkeit, besonders wertvolle Handelsgüter (z.B. Seide, Pelze) oder strategische Ressourcen (Eisen, Pferde, Kohle, Aluminium, Gummi, Uran) zu gewinnen.
Bereits aus diesen wenigen Hinweisen zu den Regeln des Spiels wird deutlich, dass dem Spieler eine enorme Vielfalt an Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, das Spiel in seinem Sinne zu gestalten. Das weit über zweihundert Seiten umfassende Regelhandbuch gibt dem Spieler einen Einblick in die Komplexität des Spiels. Zu Beginn braucht der Spieler davon nur einen Bruchteil zu wissen. Mit dem kulturellen und technologischen Fortschritt im Verlaufe des Spiels entstehen immer neue Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten. Der Spieler wächst also allmählich in das Spiel hinein. Sein eigener Spielfortschritt ist ein Spiegel der ihm zugewachsenen Kompetenzen, die Komplexität des Spiels durch eigenes spielerisches Handeln zu reduzieren und angemessene Schemata im Umgang mit dem Spiel zu entwickeln. |
 |
 |

|
 |
 |
Webseite |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
spielbar.de
spielbar.de informiert über Computerspiele und erstellt pädagogische Beurteilungen. Eltern, Gamer und Pädagogen sind eingeladen, ihre eigenen Beurteilungen, Meinungen und Kommentare zu veröffentlichen. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |

|