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Gehirn: Aus Spielen lernen

Geschichtsverständnis via Computerspiel


"Civilization" simuliert Grundstrukturen historischer Prozesse
Jürgen Fritz
Inhalt

Einleitung

Computerspiele und Lernprozesse

Das Spiel: Civilization 3

Erkunden, Siedeln, Kultivieren, Bauen

Finanzen und Fortschritt

Handelsgüter und Warenaustausch

Ausbilden und Ausrüsten militärischer Einheiten

Diplomatie und kriegerische Auseinandersetzungen

Strategie und Taktik

Spiel oder Simulation

Methodische Anregungen

Erkunden, Siedeln, Kultivieren, Bauen

Das Erkunden der Umgebung, des Kontinents und später der gesamten Weltkarte ist eine wichtige Voraussetzung, die angemessenen strategischen und taktischen Entscheidungen zu treffen: Wo befinden sich günstige Siedlungsgebiete? Wo gibt es wichtige Rohstoffe und Handelsgüter? In welchen Gebieten siedeln andere Völker? Um welche Völker mit welchen Eigenarten handelt es sich? Wo sind wichtige strategische Punkte, die es durch eigene Siedlungen zu besetzen gilt?

Voraussetzung für das Erkunden ist die Ausbildung entsprechender Einheiten, die man bei jedem Spielzug weiter bewegen kann. Im weiteren Spielverlauf kommen Schiffe hinzu, mit deren Hilfe sich Inseln und andere Kontinente erreichen und erkunden lassen.

Bei entsprechend günstigen Siedlungsflächen steigt die Bevölkerungszahl der ersten Kolonie, so dass man weitere Siedler ausbilden kann, die neue Ortschaften (zunächst in unmittelbarer Nähe der Hauptsiedlung) gründen können. Bestimmte Bauwerke (z.B. Tempel, Bibliotheken) erweitern das Einflussgebiet der Ortschaften und schaffen Möglichkeiten, weitere Felder in der Umgebung der Ortschaft zu nutzen. So dehnt sich langsam das eigene Siedlungsgebiet aus. Die Bevölkerungszahl nimmt zu, die Einkünfte steigen und die Produktivität erhöht sich.

Die Arbeiter haben verschiedene wichtige Aufgaben: Sie legen Wege und (im späteren Spielverlauf) Eisenbahnnetze an, bewässern das Land, erhöhen die Produktivität oder beseitigen Umweltverschmutzungen. Dadurch erhöht sich das Bevölkerungswachstum, die Einkünfte an Gold verbessern sich und die Produktivität steigt weiter. Durch Wege und Eisenbahnnetze erhöht sich die Mobilität der verschiedenen beweglichen Einheiten; Wegverbindungen ermöglichen den Transport von wichtigen Handelsgütern in die verschiedenen Ortschaften des Spielers.

Bauwerke zu errichten ist in diesem Spiel besonders wichtig. Jedes von ihnen hat eine bestimmte Funktion und steigert Bevölkerungswachstum, kulturellen Einfluss, militärische Stärke, Produktivität, technologische Entwicklung oder Zufriedenheit der Bevölkerung. Zu Beginn des Spiels hat der Spieler nur wenige Auswahlmöglichkeit, so könnte er beispielsweise eine Kaserne bauen (Steigerung der Stärke seiner Militäreinheiten), einen Tempel (Steigerung des kulturellen Einflusses und Zunahme der Zufriedenheit seiner Bevölkerung) oder einen Getreidespeicher (Steigerung des Bevölkerungswachstums). Je nach technologischem und kulturellem Fortschritt kommen nach und nach immer mehr Bauwerke hinzu, unter denen der Spieler auswählen kann. Eine Besonderheit stellen die "Weltwunder" dar, die sich besonders günstig auf die Entwicklung der eigenen Kultur auswirken.

Jedes Bauwerk erfordert zu seiner Fertigstellung eine bestimmte Menge an Ressourcen (Baukapazitäten): einfache Bauwerke benötigen weniger Ressourcen, Weltwunder sehr viel mehr. Je mehr Ressourcen eine Siedlung zur Verfügung hat, desto schneller gelingt die Fertigstellung. Da die Ressourcen begrenzt sind, muss der Spieler sehr genau überlegen, was er wann und in welcher seiner Siedlungen bauen möchte.

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