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Hintergrund aktuell (05.11.2008)
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Obama neuer Präsident der USAAmerika hat gewählt. Neuer Präsident der USA wird der Demokrat Barack Obama.
Laut Hochrechnungen konnte Obama 349 Wahlmännerstimmen für sich gewinnen -
und damit deutlich mehr als die notwendigen 270. Der Republikaner John
McCain kommt auf lediglich 163 Wahlmänner.
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Wahlsieger: Barack Obama, Foto: AP
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Überraschend deutlich gewann der 47-jährige Demokrat Barack Obama gegenüber
seinem republikanischen Herausforderer John McCain. Ersten Hochrechnungen
zufolge gewann Obama in mindestens 27 der insgesamt 50 Bundesstaaten die
Mehrheit und kommt demnach auf 349 Wahlmännerstimmen. Für einen Sieg wären
lediglich 270 der insgesamt 538 Wahlmännerstimmen nötig gewesen. McCain
erhielt 163 Wahlmänner. Knapper hingegen fiel das Ergebnis bei den
landesweiten Wählerstimmen aus - Obama kam hier auf 51 Prozent, dicht
gefolgt von McCain, der 48 Prozent erzielte. In mehreren Bundesstaaten sind
die Auszählungen noch im Gange. Die Wahlbeteiligung lag vermutlich so hoch
wie seit 100 Jahren nicht mehr. 187 Millionen der insgesamt 213 Millionen
wahlberechtigten Amerikaner hatten sich für die Wahl registrieren lassen.
Allein in Virginia soll die Beteiligung offiziellen Angaben zufolge bei 75
Prozent gelegen haben.
Während Obama vor allem im Nordosten, einer traditionell liberalen Region,
und im Mittleren Westen punktete, war McCain im konservativen Süden des
Landes, wie Utah, Arkansas, Kansas, Kentucky und Tennessee erfolgreich.
Ausschlaggebend für Obamas Wahlerfolg waren Siege in den so genannten "Swing
States" Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia, wo zuletzt 1964 ein
demokratischer Präsidentschaftskandidat gewonnen hatte. Auch Iowa, das vor
vier Jahren noch an die Republikaner gegangen war, und Pennsylvania konnte
Obama für sich entscheiden.
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Infobox |
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Wie wählt Amerika? Wer amerikanischer Präsident werden will, muss nicht zwingend die Mehrheit
der abgegebenen Stimmen der Bürger des Landes erreichen. Die Wahl erfolgt
indirekt über das so genannte Wahlmännerkollegium (Electoral College), das
aus 538 Vertretern der jeweiligen Bundesstaaten besteht. Diese werden nach
einem festgelegten Schema verteilt: Je bevölkerungsreicher ein Staat ist,
desto höher ist auch die Zahl der zu gewinnenden Wahlmänner. Wahlmänner
bekommt, wer in einem Bundesstaat die meisten Wählerstimmen erhalten hat -
egal wie hoch oder knapp hier abgestimmt wurde. Präsident wird, wer die
einfache Mehrheit, sprich 270 Stimmen der Wahlmänner bekommt. Sollte keiner
der Kandidaten eine Mehrheit erreichen, wird der Präsident durch das
Repräsentantenhaus gewählt. 41 Tage nach den Präsidentschaftswahlen stimmen
die Wahlmänner dann über den neuen Präsidenten ab - die eigentliche
Präsidentenwahl, die inzwischen aber nur noch eine Formalie ist.
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Die Demokraten gewannen nicht nur das Rennen um das Präsidentenamt, sondern
auch die zeitgleich stattfindenden Kongresswahlen. Die Partei holte sich
in beiden Kammern, Senat und Repräsentantenhaus, die absolute Mehrheit. 35
der insgesamt 100 Senatssitze standen zur Wahl. Ersten offiziellen
Ergebnissen zufolge werden die Demokraten in der neuen Legislaturperiode 56
Sitze im Senat belegen, die Republikaner nur noch 40. Im Repräsentantenhaus,
wo alle 435 Abgeordneten neu gewählt wurden, konnten die Demokraten ihre
Mehrheit weiter ausbauen. Sie kamen auf voraussichtlich 252 Sitze, die
Republikaner auf 172.
Angesicht der deutlichen Überlegenheit Obamas räumte McCain seine Niederlage
ein. Es sei eine historische Wahl gewesen und eine besondere Stunde für die
Schwarzen in Amerika, so der Republikaner. Gratulationen kamen auch von
Präsident George W. Bush, dessen achtjährige Amtszeit endet, wenn Obama am
20. Januar 2009 in Washington den Amtseid ablegt.
Obama selbst zeigte sich in seiner Siegessrede zuversichtlich. Mit seinem
Wahlsieg sei der Wechsel nach Amerika gekommen. Er machte aber auch
deutlich, vor welchen Herausforderungen das Land nun stände: "Zwei Kriege,
ein Planet in höchster Gefahr, die schwerste Finanzkrise in einem
Jahrhundert." Obama mahnte zur Geduld: Der Weg, der vor Amerika liege, sei
lang. Neben den außenpolitischen Fragen kündigte Obama an, Gegensätze in der
US-Gesellschaft überwinden zu wollen und sich für die "nationale Einheit"
stark zu machen.
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Karl-Rudolf Korte
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The Winner takes it all?
In kaum einem anderen Land der Welt wird das Rennen um das Präsidentenamt so aufwändig inszeniert und öffentlich zelebriert wie in den Vereinigten Staaten. Auch das Wahl- und Parteiensystem unterscheidet sich wesentlich von dem der Bundesrepublik Deutschland. |
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Helga Haftendorn
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Die außenpolitischen Positionen von Obama und McCain
Im Vorwahlkampf ging es um die Frage, wie das durch die Politik der Bush-Administration angeschlagene außenpolitische Prestige der USA wiederhergestellt werden könne. Die Mehrzahl der Amerikaner hofft auf einen radikalen Neuanfang und hat sich von George W. Bush abgewandt. Diesem Wunsch nach change trägt Obama am besten Rechnung, da er im politischen Geschäft noch unverbraucht ist. McCain dagegen hat es schwerer, einen radikalen Wandel zu versprechen. |
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Nikola Richter
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Schwarz oder weiß
Seit dem dritten TV-Duell der beiden US-Präsidentschaftskandidaten Mitte Oktober 2008 ist Barack Obama für die europäische Presse der unbestrittene Wahlsieger. Nur Rassismus oder ein unvorhersehbares Ereignis könnten dem republikanischen Bewerber John McCain nach Meinung der Medien noch den nötigen Zulauf verschaffen. |
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09. Februar 2012
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Die Vereinigten Staaten von Amerika: Vorbild für die einen, Feindbild für die anderen. Kaum eine andere Nation vermag es, die Gemüter so intensiv zu vereinen oder zu spalten. Die USA, das Land der Superlative und Extreme, in einem Dossier. |
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