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Hintergrund aktuell (01.09.2008)
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20 Jahre Weltklimarat Vor 20 Jahren wurde der Weltklimarat gegründet. Seitdem hat das UN-Gremium
dafür gesorgt, dass in Politik und Gesellschaft den Ursachen und Folgen des
Klimawandels stärkere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
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Die Veränderung der Spurengase in der Atmosphäre durch den Menschen führt zum Klimawandel. Foto: franzernst, photocase.com
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Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz: IPCC) hat
am Sonntag (31.08.2008) sein 20-jähriges Bestehen gefeiert.
Anlässlich der Feierlichkeiten machte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf die
wachsende Bedeutung des UN-Gremiums aufmerksam: "Der Klimawandel ist längst
nicht mehr nur ein Phänomen", sagte Ban bei der Jubiläumsfeier in Genf. "Er
hat sich zu einer umfassenden Krise entwickelt, die weite Bereiche
menschlicher Bemühungen gefährdet."
1988 von den UN-Behörden für Meteorologie (WMO) und Umwelt (UNEP) ins Leben
gerufen, hat sich der Weltklimarat zu einer gewichtigen Institution für die
Klimaforschung etabliert. Zwar führt der Weltklimarat keine eigenen
Forschungsprojekte durch, aber Wissenschaftler und Vertreter aus mehr als 100
Staaten tragen in dem zwischenstaatlichen Ausschuss Ergebnisse
wissenschaftlicher Studien zusammen, analysieren diese, tauschen ihr Wissen
aus und überprüfen es. Auf diese Weise soll die wissenschaftliche Forschung
zu Ursachen, Wirkungen und Risiken des Klimawandels qualitativ gesichert und
ein Konsens hergestellt werden.
Alle vier bis sechs Jahre veröffentlicht das UN-Gremium Sachstandsberichte,
die den Wissensstand der Klimaforschung bündeln. Diese Klimareporte sollen
den politischen und gesellschaftlichen Akteuren wissenschaftlich fundierte
Empfehlungen für die Entscheidungsfindung an die Hand geben. An der
Berichterstattung sind nahezu alle führenden Forschungseinrichtungen
beteiligt. Ebenso wirken Umweltorganisationen mit. Die Gutachter stammen aus
der Wissenschaft wie auch der Politik, um die Akzeptanz der Ergebnisse unter
den politischen Entscheidungsträgern zu erhöhen. 2007 wurde der Weltklimarat
für seine Arbeit mit dem Friedensnobelpreis geehrt.
Bisher hat der Weltklimarat vier große Forschungsberichte herausgegeben. In
seinem ersten Report (First Assesment Report) stellte das Gremium 1990 fest,
dass sich das globale Klima jedes Jahr um 0,3 Grad erhöht. Damals gingen die
Experten allerdings noch von einem natürlichen Treibhauseffekt aus. Dieser
würde durch die vom Menschen erzeugten Emissionen lediglich verstärkt.
Dennoch lieferte der Bericht einen wesentlichen Anstoß für die
Verabschiedung der Klimarahmenkonvention in Rio de Janeiro 1992, in der sich
die Industrieländer auf Maßnahmen zu einer langfristigen Reduzierung der
Treibgasemissionen einigten.
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Infobox |
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Was kommt nach Kyoto? 2012 läuft das Kyoto-Protokoll aus. Derzeit berät die internationale
Staatengemeinschaft über ein Nachfolgeabkommen, das wie sein Vorgänger
völkerrechtlich verbindliche Regelung zur Reduktion von Treibhausgasen
festschreibt. Mit dem neuen Protokoll sollen noch weiter reichende
Reduktionsverpflichtungen vereinbart werden. Zudem sollen auch die
Entwicklungs- und Schwellenländern mit ins Boot geholt werden, denen im
Kyoto-Protokoll noch keine Verpflichtungen auferlegt wurden. Verhandelt wird
auf so genannten UN-Weltklimagipfeln, auf denen sich sowohl die
Unterzeichnerstaaten der UN-Klimarahmenkonvention wie auch Mitglieder des
Kyoto-Protokolls treffen. Die nächsten Verhandlungsrunden finden im Dezember
2008 in Posen und im darauffolgenden Jahr in Kopenhagen statt, wo der
Kyoto-Nachfolger verabschiedet werden soll.
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Der zweite Bericht folgte fünf Jahre später und machte erstmals auf den
erkennbaren menschlichen Einfluss auf das Klima aufmerksam. Der Bericht
bildete die Grundlage für das Kyoto-Protokoll, das die Industrieländer
völkerrechtlich bindend in die Pflicht nimmt, ihre CO2-Emissionen im
Vergleich zu 1990 bis zum Zeitraum zwischen 2008 und 2012 im Mittel um 5,2
Prozent zu reduzieren.
Der dritte Bericht aus dem Jahr 2001 sprach erstmals davon, dass die vom
Menschen erzeugten Treibhausgase hauptverantwortlich für die Erderwärmung
seien. Die durchschnittlichen Temperaturen und der Meeresspiegel würden
weiter ansteigen, sollte der Mensch keine Maßnahmen ergreifen.
Am deutlichsten bringt der vierte und bisher letzte Bericht (AR4), der 2007
in vier Teilen veröffentlicht wurde, das Thema zur Sprache. Das Fazit: "Die
Klimaerwärmung ist eindeutig". Und: Der Mensch sei "sehr wahrscheinlich"
schuld an der globalen Erwärmung. Bis 2100 könne es bis zu vier Grad Celsius
- im schlimmsten Fall sogar sechseinhalb Grad Celsius - wärmer werden, so
der jüngste UN-Weltklimabericht. Ein Ansteigen des Meeresspiegels um
mindestens 18 und bis zu 59 Zentimeter wäre die Folge. Aber auch mit einem
häufigeren Auftreten von extremen Wetterlagen, Dürren und Überschwemmungen
rechnen die Experten. Ganze Lebensräume, so der Bericht, könnten sich
grundlegend verändern.
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Christiane Beuermann
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Die Entdeckung des menschlichen Einflusses auf das Klima
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Der Realität ins Auge sehen
Der Mensch muss sich bereits heute auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Anpassungsmaßnahmen werden sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene zunehmend diskutiert. Doch bislang passiert zu wenig. |
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09. September 2010
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