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Dossier Afrika

Ein Kontinent im Umbruch

Afrika vom 7. bis zum 16. Jahrhundert
Denise Badini/ Andrea Reikat
Inhalt
Einleitung[1]
Historische Entwicklungen
Die westafrikanische Sudanzone
Literatur
Einleitung[1]

Afrika stand im siebten Jahrhundert vor einer historischen Wende. Zum einen wandte sich Nordafrika dem Islam zu und distanzierte sich damit von der europäischen Welt, deren integraler Bestandteil es seit der Antike gewesen war. Ebenfalls in diesem Jahrhundert erkundeten arabische Geografen, Historiker und Abenteurer das subsaharische Afrika und berichteten in ihren Schriften von den soziopolitischen und ökonomischen Errungenschaften der afrikanischen Gesellschaften. Der Transsahara-Handel begann zu florieren und brachte einen Austausch der Kulturen mit sich.

Zur Person
Denise Badini
Dr. Denise Badini studierte Geschichte an der Universität Ouagadougou in Burkina Faso sowie an der Sorbonne in Paris. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die französische Geschichte im Mittelalter. Derzeit leitet Denise Badini das "Instituts für Geschichte und Archäologie" an der Universität Ouagadougou.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das subsaharische Afrika den Völkern des Nordens aus verschiedenen Gründen nahezu unbekannt gewesen und seine Entwicklungen fanden isoliert von den Ereignissen in Nordafrika und Europa statt. Ursächlich dafür war auch die besondere geologische Beschaffenheit des Kontinents, seine augenfällige Massivität und seine starke, klimatisch bedingte Gliederung. Hierfür bietet die Sahara die eindrucksvollste Illustration: die größte Wüste der Welt bildet eine natürliche Barriere, die einen wechselseitigen Kontakt zwischen den Nordafrikanern und den subsaharischen Völkern über Jahrhunderte beträchtlich erschwert hat. Dass die Gesellschaften südlich der Sahara orale Kulturen waren, trug ebenfalls dazu bei, dass sie kaum mit der Außenwelt in Kontakt traten und dass von ihnen dort nur eine unbestimmte Vorstellung existierte.

Zur Person
Andrea Reikat
Dr. Andrea Reikat hat 2003 an der "Johann Wolfgang Goethe-Universität" in Frankfurt/M. habilitiert. Schwerpunkte ihrer Publikationen sind der transatlantische Sklavenhandel sowie die traditionellen politischen Systeme und die Geschichte Burkina Fasos. Derzeit ist sie Privatdozentin in Frankfurt/M. sowie Lehrbeauftragte an der Universität Ouagadougou in Burkina Faso.

Eine einseitige Geschichtsschreibung

Das Fehlen von Schriftzeugnissen aus afrikanischen Kulturen hat über lange Zeit zu Verzerrungen in der Wahrnehmung des Kontinents geführt und eine objektive Erforschung seiner Geschichte verhindert. Der von Historikern über lange Zeit verfolgte Ansatz, Geschichtsforschung allein auf der Basis von schriftlichen Quellen zu betreiben, wertete die afrikanischen mündlichen Überlieferungen ab; weshalb sie von der Wissenschaft auch vernachlässigt wurden. Die Darstellung der Geschichte des Kontinents stützte sich auf auswärtige, vor allem antike, arabische und westliche Quellen und beschränkte sich damit auf fragmentarische Blicke von außen auf die afrikanischen Völker.

Durch diese über Jahrhunderte bestehende Ignoranz gingen wertvolle Zeitzeugnisse verloren, an deren Stelle Mythen, Vorurteile und vorgefasste Postulate traten, die selbst von bedeutenden Mitgliedern der wissenschaftlichen Gemeinschaft verteidigt wurden und die lange zur Geringschätzung und Ausgrenzung eines ganzen Kontinents beitrugen. Als Beispiel hierfür mag Hegel dienen, für den Afrika als ein geschichtsloser Kontinent galt oder auch Coupland, Autor eines Handbuchs über die ostafrikanische Geschichte, die er mit den europäischen Erkundungsreisen im 19. Jahrhundert beginnen ließ. Schließlich gestand man Afrika nicht zu, eigenständige Kulturen hervorgebracht zu haben, in Folge wurden alle technologischen Innovationen oder staatlichen Organisationsformen auf äußere Einflüsse zurückgeführt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben sich die Auffassungen ebenso wie die methodologischen Prämissen jedoch geändert und zu einer Revision und Umschreibung der afrikanischen Geschichte geführt. Inzwischen werden auch die in Afrika entwickelten Memotechniken als historische Quellen akzeptiert und afrikanische Perspektiven sowie die Erkenntnisse ergänzender Disziplinen berücksichtigt.


05. Dezember 2005


 
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Die Kampagne "Gemeinsam für Afrika" hat vom 6. bis 17. November 2006 Afrika zum Thema in den Klassenzimmern gemacht. Angeboten wurde dazu unter anderem kostenloses Unterrichtsmaterial.
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