Erde

40 Jahre Ärzte ohne Grenzen

1971 gründen zwölf Ärzte und Journalisten in Paris die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Das Ziel: Menschen in Kriegen oder Naturkatastrophen unabhängig, unpolitisch und effizient helfen. Heute ist die Organisation in rund 60 Ländern aktiv. 1999 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Ärzte ohne GrenzenÄrzte ohne Grenzen
Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre starben durch Krieg und Hungersnot in Nigeria bis zu zwei Millionen Menschen. Gleichzeitig verwüstete eine verheerende Flut das Gebiet des heutigen Bangladeschs. Eine Gruppe junger Ärzte, die für das Rote Kreuz in den Krisengebieten arbeitete, wollte nicht der Anweisung des Roten Kreuzes folgen, politisch keine Stellung zu beziehen. Zusammen mit Journalisten gründeten sie im Jahr 1971 die Organisation Médecins sans Frontières - Ärzte ohne Grenzen. Später trat der Anspruch Sprachrohr für Menschen in Not zu sein, in den Hintergrund gegenüber der Aufgabe, Menschen unabhängig ihrer Weltanschauung medizinisch zu versorgen.

Der erste Einsatz für die neue Organisation erfolgte 1976: Während des libanesischen Bürgerkriegs arbeiteten 56 Ärzte und Pfleger sieben Monate lang im Untergeschoss eines Krankenhauses in Beirut und behandelten Verletzte beider Kriegsparteien.

Ärzte ohne Grenzen heute



Heute, 40 Jahre nach der Gründung, existieren Sektionen von Ärzte ohne Grenzen in 19 Ländern. In Deutschland seit 1993. Einsätze laufen in rund 60 Ländern, die umfangreichsten im Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, Somalia, Niger und Haiti.

27.000 Menschen engagieren sich derzeit weltweit für die Organisation - viele von ihnen ehrenamtlich. Nicht alle sind Ärzte, etliche kümmern sich innerhalb der Organisation um Personal, Logistik und Finanzen. Die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen wird überwiegend aus privaten Spenden finanziert.

1999 erhielt "Ärzte ohne Grenzen" den Friedensnobelpreis. Das norwegische Nobelpreis-Komitee hob besonders die politische Neutralität der Organisation hervor. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen handelten stets nach dem Prinzip, dass Staatsgrenzen und politische Umstände keinen Einfluss auf die Leistung humanitärer Hilfe haben dürften.


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