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Schwarze Organisierung in Deutschland


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Ein Abriss
Eleonore Wiedenroth-Coulibaly/Sascha Zinflou

Geschichte der ISD

2005 blickt die Neue Schwarze Bewegung [1] auf 20 Jahre zurück. 20 Jahre des Sich-Selbst-Definierens, des Suchens, des Entdeckens und Freilegens verschütteter Wurzeln in diesem Land, 20 Jahre Vernetzung auf persönlicher und organisatorischer Ebene, lokal, regional, bundesweit und international.

Zur Person
Eleonore Wiedenroth-Coulibaly ist Mitgründerin der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland" (ISD) und ist heute in deren Vorstand aktiv. Beiträge von ihr sind u.a. erschienen in "Farbe Bekennen" (1986) und "Talking Home: Heimat aus eigener Feder" (1999). Außerdem arbeitet sie bei dem Magazin "The African Courier" mit.


Angeschoben wurde die Bewegung von Schwarzen Deutschen, Menschen afrikanischer Abstammung, die für sich aus der Isolation eines Nach-Nazi-Deutschlands ausbrechen wollten
Logo der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland" (ISD)
Logo der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland" (ISD)
bzw. mussten und dabei nach selbstbestimmten Definitionen ihres Daseins und nach eigenen, ihnen angemessenen Lebensentwürfen suchten. Der Begriff "Schwarze Deutsche" – ebenso wie der Begriff "Afro-Deutsche" – sind Eigenbezeichnungen, die in den Anfängen der sich in den 1980er Jahren formierenden Schwarzen Bewegung geprägt wurden. Sie lösten sämtliche bis dato diskriminierenden Bezeichnungen der Mehrheitsgesellschaft ab und erlauben seither die Bezeichnung und Ausformung eines menschenwürdigen (Selbst-)Bildnisses Schwarzer Menschen in Deutschland. Unter dem Namen der ISD (damals noch Initiative Schwarze Deutsche) sprossen in Städten wie München, Stuttgart, Freiburg, Hamburg, Hannover, in großen Teilen NRWs und in der Rhein-Main-Region lokale Initiativen, die jede für sich an der Leitidee weiter arbeiteten und dabei nach und nach ihre Lebenszusammenhänge und ihre Perspektiven und Aspirationen veränderten.

Noch ehe die beiden deutschen Nachkriegsländer 1989 zusammengeschlossen wurden, hatten Schwarze Menschen beiderseits des so genannten "Eisernen Vorhangs" Kontakt miteinander aufgenommen. Auch in der damaligen DDR hatten sich Schwarze Menschen zusammengeschlossen, so z.B. in Berlin (Ost), Dresden oder Leipzig. Mit der Zeit wuchs die Schwarze Bewegung, die immer gleichzeitig lokal und national agierte und orientiert war. ISD und ihre Schwesterorganisation ADEFRA (Afro-deutsche Frauen/Schwarze Frauen in Deutschland) waren dabei stets eine treibende Kraft. ISD bleibt auch weiterhin der Idee von Initiative verbunden, um den Impetus des Neuen nicht vergessen zu lassen. Die Neue Schwarze Bewegung wechselte in den ersten 20 Jahren ihrer Geschichte ihr Selbstverständnis bzw. reagierte auf interne Diskussionen, indem seit Mitte der 1990er Jahre der bundesweit agierende Verein ISD-Bund e.V. den Namen "Schwarze Menschen in Deutschland" annahm – und dies, ohne die Geschichte der Selbstdefinition und Selbstbehauptung zu vergessen, sondern vielmehr auf dieser Geschichte aufbauend.


10. August 2004

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