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Dossier - Indien
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Bundeskanzlerin Merkel in Indien |
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Stärkere Zusammenarbeit in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vereinbart |
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der indische Premierminister Manmohan Singh in Delhi (Foto: Stefan Mentschel)
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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre erste Reise nach Indien sichtlich genossen. Wo auch immer die deutsche Regierungschefin während ihrer zum Staatsbesuch erhobenen Visite auftrat; die Gastgeber überschütteten sie mit Lob und Anerkennung. Nach der offiziellen Begrüßung mit militärischen Ehren vor dem gewaltigen Präsidentenpalast in Neu Delhi würdigte Premierminister Manmohan Singh seine Amtskollegin als "herausragende Weltpolitikerin" und "große Freundin" Indiens. Wenige Stunden später wurde Angela Merkel beim deutsch-indischen Wirtschaftsforum sogar als "mächtigste Frau der Welt" angekündigt.
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Zur Person |
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Stefan Mentschel, Jahrgang 1976, ist freier Autor und Journalist. Er lebt und arbeitet in Delhi, von wo er für Deutsche Presse-Agentur, Deutsche Welle und andere Medien berichtet.
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 |  | Entsprechend groß waren die Erwartungen an den dreitägigen Aufenthalt der Kanzlerin in Neu Delhi und Mumbai (Bombay). Und entsprechend umfangreich war das Programm, dass Merkel und ihre hochrangig besetzte Delegation vom 30. Oktober bis 1. November zu bewältigen hatten. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft. Als amtierende Vorsitzende der G8, der größten Industriestaaten und Russlands, standen für Merkel aber auch die internationalen Beziehungen im Mittelpunkt der Gespräche mit der indischen Seite.
Bevor diese jedoch begannen, legte die Bundeskanzlerin an der Einäscherungsstätte Mahatma Gandhis – dem Raj Ghat im Norden Delhis – einen Kranz nieder. Sie würdigte den Unabhängigkeitshelden als "mutigen Staatsmann, großen Sohn der indischen Nation und Vorbild für den gewaltfreien Widerstand". Gandhi habe der Welt gezeigt, dass es Visionen und Werte brauche, um Ziele zu erreichen, erklärte Merkel vor Journalisten.
"Wir möchten unsere Kompetenz teilen"
Ganz praktischen Nutzen soll ein Wissenschaftszug haben, den Premier Singh und sein Gast am ersten Besuchstag auf die Reise schickten. Der von der Max-Planck-Gesellschaft konzipierte und von mehreren deutschen Unternehmen sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte "Science-Express" ist eine rollende Ausstellung, die in den kommenden Monaten junge Menschen in 56 indischen Städten für Forschung und Technologie begeistern soll.
"Der Zug wird die Wunder der modernen Wissenschaft in entlegene Teile unseres Landes tragen", erklärte Singh auf Delhis Safdarjung-Bahnhof. Er werde helfen, eine Brücke der Verständigung zwischen beiden Ländern zu schlagen. Merkel sagte: "Wir wollen mit diesem Zug junge Menschen für Ausbildungsmöglichkeitens im wissenschaftlichen Bereich sowohl in Indien als auch in Deutschland begeistern." Denn um auf höchstem Niveau produzieren zu können, sei man auf die Forschung angewiesen. Und für gute Forschung brauche man gute Forscher. Derzeit studieren rund 4000 Inderinnen und Inder in der Bundesrepublik. In den Vereinigten Staaten sind es 80.000.
Merkel und Singh beschlossen zudem die Gründung eines deutsch-indischen Forschungs- und Technologiezentrums, das bereits im Sommer 2008 in der Hauptstadt Neu Delhi eröffnet werden soll. Die Bundesregierung habe eine Hightech-Strategie ins Leben gerufen, um in 17 wichtigen Bereichen bei der Wissenschaftsentwicklung vorn dabei zu sein, sagte die Bundeskanzlerin. "Wir möchten unsere Kompetenz mit Indien teilen und gemeinsam forschen. Indien ist unser Partner in der wissenschaftlichen Entwicklung."
"Wir brauchen offene Märkte"
Weiteres Augenmerk galt der Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen. Insgesamt 30 Spitzenvertreter der deutschen Industrie – darunter mehrere Vorstandsvorsitzende – begleiteten Kanzlerin Merkel nach Indien. Und alle waren sich einig: Das Potenzial der Zusammenarbeit ist noch längst nicht ausgeschöpft.
Der Chef des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Jürgen Hambrecht, warb beim deutsch-indischen Wirtschaftsforum in Neu Delhi daher für den Abbau von Handelshemmnissen. Vor allem auf indischer Seite gebe es noch zu viele Beschränkungen in Bereichen wie Banken, Versicherungen und Einzelhandel. "Wir brauchen offene Märkte", forderte er. Auch Merkel machte sich in ihrer Rede für ein Freihandelsabkommen stark.
Indiens Handelsminister Kamal Nath spielte den Ball zurück. "Wir haben den Eindruck, dass die Regeln im globalen Handel nicht immer fair sind", sagte er mit Blick auf die massiven staatlichen Subventionen für die Landwirtschaft in Europäischer Union und USA. Nath rief Merkel als G8-Vorsitzende dazu auf, Indien sowie den anderen Schwellen- und Entwicklungsländern im Rahmen der Doha-Runde der Welthandelsorganisation in diesem Punkt entgegenzukommen. Gleichzeitig sicherte er ihr zu, das Indien bei den schwierigen Verhandlungen "Teil der Lösung, nicht Teil des Problems" sein werde.
Trotz der politischen Differenzen haben sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Indien und Deutschland nach Ansicht der Kanzlerin jedoch "sehr dynamisch" entwickelt. Das bilaterale Handelsvolumen habe sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt und im vergangenen Jahr erstmals die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Diese Marke war Ende 2004 beim Besuch von Merkels Vorgänger Gerhard Schröder vereinbart worden und sollte eigentlich erst im Jahr 2010 erreicht werden.
Nun verständigten sich Deutschland und Indien abermals auf eine Steigerung: In den kommenden fünf Jahren soll das Handelsvolumen auf 20 Milliarden Euro verdoppelt werden, wobei Merkel vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Energieversorgung und Umwelttechnologie Potenzial sieht. "Ich habe gespürt, dass die indische Regierung die wirtschaftlichen Beziehungen mit vollem Herzen unterstützt", sagte sie. Zwar müsse sich Deutschland auf dem Subkontinent mit zahlreichen Wettbewerbern messen. Aber, so die Kanzlerin weiter, "wie ich die Lage einschätze, stehen uns die Türen offen".
02. November 2007 |
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Indien
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Eine kleine Geschichte Indiens
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Indien
Indien ist mit Blick auf Bevölkerung, Ausdehnung und gesellschaftliche Vielfalt ein Land der Superlative. Doch auch die Herausforderungen, vor denen das Land steht, sind gewaltig. |
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Indien
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