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Medien
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Medien, Machos und Mädchenrap: "Tic Tac Toe" |
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| Dr. Fatima El-Tayeb |
Hip-Hop: Ein männliches Phänomen?
Sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch der Selbstdarstellung der Hip-Hop-Bewegung wird Rap meist mit aggressiver Männlichkeit identifiziert. Tatsächlich waren Frauen von Anfang an Teil dieser Kultur, in den USA ebenso wie in Deutschland. Dass ihr Beitrag zur Geschichte des Hip-Hop – sei es als Mitglieder der New Yorker "Rock Steady Crew" oder als afro-deutsche MCs – meist unerwähnt bleibt, hat ebensoviel mit dominanten Gender- (und Ethnizitäts-) Diskursen zu tun wie mit dem Machismo der Rap-Szene.
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Zur Person |
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Fatima El-Tayeb, Historikerin, ist seit 2002 Scholar-in-Residence an der University of Tennessee. Veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Interaktion von Ethnizität, Gender und Sexualität. Arbeitet derzeit an transnationalen Identitätskonzepten europäischer Minderheiten und "femslash fiction" im Internet und ist Ko-Autorin des Spielfilms "Alles wird gut".
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 |  | Die berechtigte Kritik an einigen männlichen Rappern neigt dazu, sexistische und homophobe Inhalte als ausschließlich der Hip-Hop-Kultur immanente Probleme zu definieren, statt sie in ihrer Wechselwirkung mit dominanten Geschlechterbildern zu analysieren. Wie beide Faktoren ineinander greifen, lässt sich besonders gut am Schicksal der Gruppe "Tic Tac Toe" aufzeigen, die mit annähernd drei Millionen verkaufter CDs immer noch die kommerziell erfolgreichste deutsche Rap-Crew ist.
Hip-Hop entstand in den Siebzigerjahren als Produkt der Vermischung afro-amerikanischer und karibischer Traditionen in den urbanen Metropolen des Nordens der USA. Filme wie "Beat Street" und "Wild Style" reflektierten den neuen Trend und leisteten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zu seiner weltweiten Verbreitung. In Deutschland waren es zunächst vor allem migrantische und minoritäre Jugendliche, welche die Hip-Hop-Kultur aufgriffen und sich mit ihren Inhalten identifizierten, nicht zuletzt angesprochen durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus – auch in Deutschland Teil der Alltagserfahrungen von Minderheiten.
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Meli von "Skillz en Masse"
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Meli von "Skillz en Masse" erinnert sich: "Das fängt ja schon an, sobald man in Deutschland in die erste Institution reingerät, ob das nun der Kindergarten ist oder die Schule - man ist mit Ausgrenzung, Anderssein, Schwarzsein konfrontiert. Und da hab ich "Public Enemy" gehört, hab mir die T-Shirts geholt – das war für mich eine Befreiung, ein Ventil, die Texte mitzurappen, die Energie zu spüren, die rüberkam, das hat mich einfach berührt. Das waren Leute, die waren neuntausend Kilometer von mir entfernt und die haben Dinge gesagt, die für mein Leben hier in Deutschland relevant waren. "
Hip-Hop spielt seit der zweiten Hälfte der 80er Jahre eine immer wichtigere Rolle im Selbstdefinierungsprozess
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Plattencover "Advanced Chemistry – Fremd im eigenen Land" © MZEE Records
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der afro-deutschen Community. Letzteres ein schwieriger Prozess in einem Land, das erst jetzt zögernd beginnt, sich als Einwanderungsgesellschaft zu begreifen und die Realität einer multi-ethnischen Bevölkerung noch immer durch statische Definitionen von (implizit weißen, christlichen) "Deutschen" und "Ausländern" negiert. Seit "Fresh Familee's" "Ahmed Gündüz" (1990) und "Advanced Chemistry's" "Fremd im eigenen Land" (1992) nutzen die so ausgeschlossenen Nicht-Mehrheitsdeutschen – Migrantinnen und Migranten, "Zweite Generation", Sinti, Afro-Deutsche – Hip-Hop als Mittel, eine alternative deutsche Identität zu kreieren, die nicht auf ethnischen Kriterien beruht, es aber gleichzeitig erlaubt, die gemeinsame Erfahrung ethnisierender Ausgrenzung zu benennen.
30. Juli 2004 |
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