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Dossier bpb.de

Gesellschaft: Soziale Aspekte

Ich chatte also bin ich

Virtuelle Spielgemeinschaften zwischen Identitätsarbeit und Internetsucht
Jürgen Fritz
Inhalt
Einleitung
Nutzung und Entwicklung virtueller Welten
Der Begriff "Identität"
Identitätsentwicklung in virtuellen Spielwelten
Stand der Theorie-Diskussion
Forschungen zur Suchtproblematik in virtuellen Welten
Virtuelle Spielgemeinschaften in Wahrnehmung und Erleben
Einleitung

Mit zunehmender Nutzung des Internets stellt sich die Frage nach den Auswirkungen dieses Mediums auf die Identität seiner Nutzer. Der Autor verdeutlicht eingangs, wie umfangreich die virtuelle Welt längst genutzt wird und wie differenziert sich ihr Angebot darstellt. Ein Aufriss des Identitätsbegriffs, seiner Struktur und seiner Komponenten, macht deutlich, wo die virtuelle Welt Einfluss nehmen könnte.

Zur Person
Prof. Dr. Jürgen Fritz, geb. 1944, lehrt Spiel- und Interaktionspädagogik an der Fachhochschule Köln an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften. Er ist Leiter des Forschungsschwerpunktes "Wirkung virtueller Welten".

Ohnehin in den modernen Gesellschaften angelegt, wird offene Identität im Rahmen der virtuellen Welt und im Vergleich zu traditionellen sozialen Umgebungen zusätzlich brisant. Wie nirgendwo sonst besteht hier das Angebot, die eigene Identität auszuprobieren: Die Anonymität virtueller Gemeinschaften kann befreiend wirken, weil sich der Chatter oder Spieler zu Selbstdarstellungen traut, die ihm in der realen Welt nicht möglich sind.

Rückwirkungen solcher Experimente auf die reale Welt können aber hier vorbereitet werden. Ebenso kann das Leben am Bildschirm von mehr Wohlgefühl begleitet sein, als das in der realen Welt und somit zu realer Verarmung der Persönlichkeit führen. Ob das Identitätslabor Internet eher fördert oder hemmt, hängt von etlichen Faktoren der realen Situation der Betreffenden ab.

Begriff und Konzept der multiplen Identität werden diskutiert. Das Oszillieren einer Person zwischen verschiedenen sozialen Bezugsrahmen kann bereichern oder, im Extremfall, zu therapiebedürftiger Multiplität führen.

Antworten auf die vielfältigen Fragen nach virtuell beeinflusster Identitätsbildung gibt die Wissenschaft, deren aktueller Forschungsstand abschließend skizziert wird. Themen wie der Suchtproblematik wird zurzeit mehr Aufmerksamkeit gewidmet als etwa der Frage nach Aufbau und Struktur von Spielgemeinschaften


06. Dezember 2005

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