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Der Untergang der Weimarer Republik

Kampf um die Republik 1919 - 1923

Friedrich Ebert und Konrad Adenauer
Grossansicht des Bildes
Reichspräsident Friedrich Ebert (Mitte) mit dem Kölner Oberbürgermeister und späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer (rechts) in den 1920er Jahren. Foto: AP
Schon die ersten Jahre der Weimarer Republik erwiesen sich politisch als äußerst schwierig: Die Last der Reparationszahlungen, die fehlende Akzeptanz der neuen Staatsform in der Bevölkerung und ein aufkeimender Extremismus stellten die junge Demokratie vor eine Zerreißprobe.


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Auszug aus:
Kampf um die Republik 1919-1923, Informationen zur politischen Bildung (Heft 261)
Sturm, Reinhard
Inhalt
Einleitung
Versailler Vertrag
Finanzpolitik und Wirtschaftsentwicklung
Politische Polarisierung
Rechtsradikalismus
Aufstände und Putschversuche
Reparationsprobleme
Deutsch-russisches Abkommen
Ruhrbesetzung
Hyperinflation
Diktatur in Bayern
Kommunistische Umsturzversuche
Hitler-Putsch
Separatistenbewegungen
Ablösung Stresemanns
Ablösung Stresemanns
In der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion herrschte Empörung darüber, dass die Regierung Stresemann gegen die Rechtsdiktatur des Triumvirates in Bayern praktisch nichts unternahm, gegen die kommunistischen Regierungsbeteiligungen in Sachsen und Thüringen dagegen die Reichswehr einsetzte. Am 2. November 1923 zog die SPD ihre Minister aus dem Kabinett zurück. Als der Reichskanzler am 23. November bei der Abstimmung über die Vertrauensfrage eine Niederlage erlitt, trat er zurück. Neuer Regierungschef einer bürgerlichen Minderheitsregierung (DDP, Zentrum/BVP, DVP), der Stresemann als Außenminister angehörte, wurde der Zentrumsführer Wilhelm Marx.

Das Jahr 1923 markierte den Höhepunkt der krisenhaften Nachkriegsentwicklung in Deutschland. Die Hauptkrisen dieses Jahres waren zweifellos die Ruhrbesetzung und die durch den passiven Widerstand verstärkte Währungszerrüttung. Diese von außen in die Republik hineingetragene Doppelkrise wurde sowohl von außen als auch von innen gelöst: Frankreich blieb mit seiner überharten Handhabung der Reparationsfrage gegenüber Deutschland im Kreise der Siegermächte isoliert und musste schließlich einlenken. Die nach dem Abbruch des (letztlich selbstzerstörerischen) passiven Widerstandes durchgeführte Währungsreform, von Sozialdemokraten wie Deutschnationalen mitgetragen, wurde rasch ein Erfolg.

Bei den übrigen Gefahren handelte es sich um gezielt ausgelöste Nebenkrisen, durch die die dafür Verantwortlichen je auf ihre Weise von den Hauptkrisen zu profitieren versuchten und dabei mehr oder weniger aus denselben Gründen scheiterten: Der "deutsche Oktober" musste bereits in Sachsen und Thüringen vorzeitig abgebrochen werden, der "Marsch auf Berlin" gelangte nicht einmal über München hinaus, und der rheinische Separatismus brach kläglich zusammen, weil die Akteure zum Teil außerordentlich dilettantisch vorgingen, vor allem aber, weil eine kommunistische "Diktatur des Proletariats" nach sowjetischem Muster, eine rechtsradikale "Führerdiktatur" nach italienischem Vorbild wie auch eine den Interessen Frankreichs dienende Zerstörung der Reichseinheit jeweils nur einer bestimmten Minderheit der Bevölkerung als erstrebenswertes Ziel galt. Deshalb erreichten die Nachkriegskrisen 1923 mit ihrem Gipfel zugleich auch ihr Ende.



Auszug aus:
Kampf um die Republik 1919-1923, Informationen zur politischen Bildung (Heft 261)



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