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Bildung

(Aus-)Bildung und Qualifikation von Zuwanderern

 
Auf Grundlage der Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP)
Zuzüge im Jahr 2003 nach den sechs häufigsten Herkunftsländern- und regionen
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Zuzüge im Jahr 2003 nach den sechs häufigsten Herkunftsländern- und regionen, Aus: Migrationsbericht, BMI, S. 12.
wird im Folgenden die Bildungs- und Ausbildungssituation der größten Zuwanderergruppen in Deutschland dargestellt: der Zuwanderer aus der Türkei, aus den EU-Staaten: Griechenland, Italien, Portugal und Spanien (hier als Südwest-Europa bezeichnet), aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und Aussiedler. Alle Analysen beziehen sich auf die alten Bundesländer, da die große Mehrheit der Zuwanderer dort lebt.

Bildung und Ausbildung

Eine gute schulische und berufliche Bildung eröffnet eine Reihe von Wahlmöglichkeiten für die zukünftige Lebensgestaltung. In einer mehr und mehr wissensbasierten Gesellschaft ist eine entsprechend qualifizierte Schul- und Ausbildung zentral für die Integration in den Arbeitsmarkt und die beruflichen Chancen. Dazu gehören in der Regel auch gute deutsche Sprach- und Schreibkenntnisse. Bei den Aussiedlern schätzen knapp 80% ihre deutschen Sprachkenntnisse als gut ein und immerhin noch 60% beurteilen ihre Schreibfähigkeit im Deutschen als gut. Hingegen liegen die Quoten bei Zuwanderern aus der Türkei und den südwesteuropäischen Staaten um 20 bis 30 Prozentpunkte niedriger. Bis auf die Gruppe der Zuwanderer aus der Türkei ergibt sich im Querschnittsvergleich zwischen 1996 und 2001 eine Verbesserung der Sprach- und Schreibkenntnisse. Besonders deutlich ist diese Entwicklung bei der Gruppe der Aussiedler und Zuwanderer aus dem früherem Jugoslawien (vgl. Abb. 1).

Bei der Schulbildung bestehen weiterhin starke Unterschiede zwischen der deutschen Bevölkerung und den einzelnen
Sprachkenntnisse und Bildung von Deutschen und Zuwanderern in Westdeutschland
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Abb. 1: Sprachkenntnisse und Bildung von Deutschen und Zuwanderern in Westdeutschland, Aus: Datenreport 2006, Statistisches Bundesamt, 2006, S. 568
Zuwanderergruppen. Wiederum sind es Zuwanderer aus der Türkei, die den höchsten Anteil an Personen ohne Schulabschluss aufweisen. Bei den höheren Schulabschlüssen sind sowohl türkische Zuwanderer als auch Zuwanderer aus Südwest-Europa unterrepräsentiert. Allerdings zeigt sich, dass die 2. Generation deutlich höhere Schulabschlüsse erreicht. Somit ist ein Teil der Unterschiede durch die Wanderungsgeschichte bedingt, da vor allem niedrig qualifizierte Arbeiter angeworben wurden und es bis Ende der 1970er-Jahre keine bildungspolitischen Integrationsmaßnahmen gab. Für dieses Ergebnis sprechen auch Befunde, die nachweisen, dass sich seit den 1980er-Jahren der Bildungsabstand zwischen Deutschen und Zuwanderergruppen, die seit längerer Zeit in Deutschland leben, zunehmend verringert hat.

Der enge Zusammenhang zwischen Schulbildung und Ausbildung zeigt sich in Abbildung 1. Der Anteil der Zuwanderer ohne Berufsausbildung liegt zwischen 28% bei den Aussiedlern und 58% bei den Zuwanderern aus der Türkei und damit weit über dem entsprechenden Anteil bei den Deutschen. Bemerkenswert ist, dass Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien gleich oft und Aussiedler sogar öfter über eine akademische Ausbildung verfügen als Deutsche. Wie bei der Schulbildung, so zeigt sich auch bei der beruflichen Ausbildung die Tendenz, dass die zweite Generation im Vergleich zur jeweiligen Gesamtgruppe höhere Berufsabschlüsse erreicht. Insgesamt ist innerhalb der acht Jahre ein Trend zu höheren Ausbildungsabschlüssen zu beobachten. Diese zunehmende Qualifizierung wird besonders bei Frauen deutlich. Im Vergleich zu Männern verbessern sich ihre Bildungsabschlüsse überproportional. Allerdings darf dies nicht über die weiterhin bestehende Ungleichheit hinwegtäuschen. Über 70% der Frauen aus der Türkei haben keinen Berufsabschluss. Bei den Gruppen aus den südwesteuropäischen Staaten sind es knapp 70%.

Quelle: Auszug aus: Statistisches Bundesamt (Hg.)(2006): Datenreport 2006. Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn. S. 567 f.


16. Mai 2007


 
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