Er war ein Pionier auf seinem Gebiet: Mit dem Werk "Die Vernichtung der europäischen Juden" legte Raul Hilberg den Grundstein für eine intensive Erforschung des Holocaust. Seinen letzen Vortrag hielt er am 11. Dezember 2006 auf der bpb-Konferenz "Der Holocaust im transnationalen Gedächtnis".
Was wird erinnert? Und wie kann der Einzelne teilhaben am kulturellen Gedächtnis? Aleida Assmann meint: Vor allem Gedenktage bieten dazu die Möglichkeit. Im 8. Mai sieht sie ein europäisches Datum: einen Tag, an dem man sich trifft und die partikularen, individuellen Erfahrungsgedächtnisse kombinieren kann mit einer gemeinsamen Vision für die Zukunft.
Welche Rolle spielen Kunst und Architektur in der Erinnerungskultur? Und welchen Beitrag kann die künstlerische Aufarbeitung von Geschichte leisten?
Der Kunsthistoriker Detlef Hoffmann gibt Antworten.
Natan Sznaider sprach in seinem Beitrag über die Erinnerung in einer globalisierten Welt. Er ging in seiner Rede u.a. den Fragen nach: Welche Rolle spielt die Erinnerung an die Shoah in einer globalisierten Gedächtniskultur und wo liegen die Grenzen und Möglichkeiten eines transnationalen Gedächtnisses?
"Opa war kein Nazi." Das Wissen über den Holocaust und der Umgang in den Familien weichen voneinander ab. Es gibt einen Unterschied zwischen dem offiziellen und privaten Gedächtnis, sagt Harald Welzer. In seinem Beitrag spricht er über das kollektive und Familiengedächtnis.
Wie vermittelt man die NS-Geschichte in einer Einwanderungsgesellschaft? Brauchen wir neue Konzepte? Elke Gryglewski von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz über neue Ansätze in der Bildungsarbeit.
Welches NS-Täterbild wird in den Schulbüchern dargestellt? Wie werden ihre Motive beschrieben? Und können Schulbücher Täterschaft thematisieren, ohne die Opfer zu vergessen? Falk Pingel, stellvertretender Direktor des Georg-Eckart-Instituts für internationale Schulbuchforschung, über Möglichkeiten und Grenzen der Täterforschung in der Bildungsarbeit.
Gedenkstätten sind zentrale Orte der Erinnerung an die Opfer des
NS-Völkermordes. Die Täterforschung in die
Gedenkstättenarbeit zu integrieren galt lange als umstritten. Heute greifen
KZ-Gedenkstätten zunehmend Ergebnisse der Täterforschung auf. Aber was heißt das für die Gedenkorte?
Johannes Tuchel über die neuen Herausforderungen der Gedenkstättenarbeit.
Peter Fischer, aufgewachsen in der DDR, erinnert sich an seine ersten persönlichen Erlebnisse im Umgang mit der Shoah. Im Interview blickt er auf die Erinnerungskultur in Deutschland zurück und sagt worauf es in Zukunft ankommt.